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Homepage > Aktivitäten > Meteorologie > Klima > Das Klima, mein Planet und ich! > Wissenschaftliche Hintergründe > 5. IPCC-Bericht – Kernaussagen

Die Kernaussagen des 5. IPCC-Berichts "Climate Change 2013"

An dem 5. IPCC-Bericht – Climate Change 2013 – haben Hunderte von Wissen­schaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt aus "Beobachtungen des Klimasystems der Erde, paleoklimatischen Archiven, theoretischen Untersu­chungen von klimatischen Prozessen und Simulationen auf der Basis von Klima­modellen erneut eindeutige Anhaltspunkte für den Klimawandel gefunden" (aus der Einleitung des "Summary for Policymakers").

Die Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger enthält 19 Kernaus­sagen:

Kernaussagen aus der "Zusammenfassung für politische Entschei­dungsträger" des 5. IPCC-Berichts

Kernaussage 1: "Es ist zweifelsfrei nachgewiesen, dass sich die Erde er­wärmt. Viele der seit den 1950er Jahren beobachteten Veränderungen des Klimasystems hat es in diesem Ausmaß weder in den letzten Jahr­zehnten noch in den letzten Jahrtausenden gegeben. Die Erdatmosphäre und die Oze­ane sind wärmer geworden, die Schnee- und Eismassen sind zurück­gegangen, der Meeresspiegel ist angestiegen und die Treibhaus­gaskonzentra­tion in der Atmosphäre ist größer geworden."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 4

Kernaussage 2: "Die Temperatur an der Erdoberfläche war in jedem der drei vergangenen Jahrzehnte jeweils wärmer als in dem Jahrzehnt davor, und au­ßerdem wärmer als in jedem Jahrzehnt seit 1850. Auf der Nord­halbkugel war der Zeitraum 1983-2012 wahrscheinlich der wärmste 30-Jahres-Zeitraum in den letzten 1400 Jahren (die Verlässlichkeit dieser Aussage wird vom IPCC mit mittel bewertet)."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 5

Kernaussage 3: "Die Zunahme der im Klimasystem der Erde gespeicher­ten Energie geht hauptsächlich auf die Erwärmung der Ozeane zurück. Diese macht über 90% der zwischen 1971 und 2010 akkumulierten Ener­gie aus (sehr wahr­scheinlich). Es ist praktisch sicher, dass sich die obere Ozean­schicht (bis in 700 Meter Tiefe) zwischen 1971 und 2010 erwärmt hat, und wahr­scheinlich, dass sie sich zwischen den 1870er Jahren und 1971 ebenfalls erwärmt hat."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 8

Kernaussage 4: "Die Eisschilde Grönlands und der Antarktis haben in den letzten zwei Jahrzehnten an Masse verloren. Fast überall auf der Erde sind die Gletscher zurückgegangen. Die Ausdehnung des arktischen Meereises hat weiter abgenommen, ebenso die Schneedecke im Frühling auf der Nordhalb­kugel (hohe Verlässlichkeit)."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 9

Kernaussage 5: "Die Anstiegsrate des Meeresspiegels ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts größer als die mittlere Anstiegsrate in den letzten zwei Jahrtausenden (hohe Verlässlichkeit). Zwischen 1901 und 2010 ist der Meeresspiegel um 0,19 ± 0,02 m angestiegen."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 11

Kernaussage 6: "In der Atmosphäre ist die Konzentration der Treib­hausgase Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffmonoxid (N2O) so hoch wie noch nie zuvor in den letzten 800 000 Jahren. Die CO2-Konzentra­tion ist seit vorindustrieller Zeit um 40% gestiegen. Die Treibhausgasemissio­nen sind in erster Linie auf die Verbrennung fossiler Energiequellen zurückzu­führen sowie auf die veränderte Landnutzung. Die Ozeane haben etwa 30% des an­thropogen erzeugten CO2's absor­biert, was zur Versauerung der Meere ge­führt hat."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 11

Kernaussage 7: "Der gesamte Strahlungsantrieb [1] ist positiv. Das hat dazu geführt, dass das Klimasystem der Erde Energie aufgenommen hat. Der größte Beitrag für die Erhöhung des Strahlungsantriebs ist auf die seit 1750 stark angestiegene CO2-Konzentration in der Atmosphäre zurückzuführen."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 13

Kernaussage 8: "Es ist offenkundig, dass die Menschen das Klimasys­tem beeinflussen. Das erschließt sich aus dem Anstieg der Treibhausgas­konzentration in der Atmosphäre, dem positiven Strahlungsantrieb, der beobachteten Erderwärmung und dem Verständnis des Klimasystems."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 15

Kernaussage 9: "Die Klimamodelle sind seit dem 4. IPCC-Bericht [von 2007] verbessert worden. Sie geben die beobachteten Muster und Trends der Temperaturentwicklung auf der Erdoberfläche der letzten Jahrzehnte gut wieder – auch den steileren Temperaturanstieg ab Mitte des 20. Jahrhunderts und die nach großen Vulkanausbrüchen beobach­tete Abkühlung (sehr hohe Verlässlichkeit)."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 15

Kernaussage 10: "Werden bei der Beobachtung und der Vorhersage der Temperaturänderung sowohl klimatische Rückkopplungseffekte als auch Veränderungen des Energiehaushalts der Erde berücksichtigt, erhält man verlässliche Werte für das Ausmaß der – von vergangenem und zukünfti­gem Strahlungsantrieb verursachten – globalen Erderwärmung."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 16

Kernaussage 11: "Der Einfluss der Menschen konnte sowohl in Bezug auf die Erwärmung der Atmosphäre und der Ozeane nachgewiesen wer­den als auch in Bezug auf die Veränderungen des globalen Wasserzyklus', der Verringerung der Schnee- und Eismassen, den Anstieg des Meeres­spiegels und der Veränderung mancher extremer Wetterereignisse. Seit dem 4. IPCC-Bericht ist dieser Zusammenhang deutlicher geworden. Es ist höchstwahscheinlich, dass der Einfluss der Menschen die Hauptur­sache für den seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachteten Tempera­turanstieg ist."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 17

Kernaussage 12: "Bei einer weiteren Erhöhung der Treibhausgas­emissionen wird sich die Erde weiter erwärmen, und auch alle anderen Änderungen des Klimasystems werden voranschreiten. Will man den Klimawandel begrenzen, muss der Ausstoß von Treibhausgasen drastisch und nachhaltig reduziert werden."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 19

Kernaussage 13: "Wahrscheinlich wird die globale Erdoberflächentem­peratur am Ende des 21. Jahrhunderts mehr als 1,5 °C über dem Mittel­wert von 1850 bis 1900 liegen. Das geht aus allen RCP-Szenarien hervor, außer aus dem Szenario RCP 2.6 [2]. Für die Szenarien RCP 6.0 und RCP 8.5 ist es wahrscheinlich und für das Szenario RCP 4.5 eher wahr­scheinlich, dass die Temperatur sogar um mehr als 2 °C ansteigt. Die Erderwärmung wird in allen Szenarien auch nach 2100 weiter ansteigen, außer für das Szenario RCP 2.6. Die Erwärmung wird auch weiterhin jährlichen bis dekadischen Schwankungen unterliegen; außerdem wird sich die Erde nicht in allen Regionen in gleichem Maße erwärmen."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 20

Kernaussage 14: "Die Änderungen des Wasserzyklus aufgrund der Erd­erwärmung im 21. Jahrhundert werden nicht einheitlich sein. Bei den Niederschlagsmengen wird – mit Ausnahmen – der Gegensatz zwischen feuchten und trockenen Regionen größer werden, ebenso derjenige zwischen Regen- und Trockenzeit."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 20

Kernaussage 15: "Die Ozeane werden sich im 21. Jahrhundert weiter aufwärmen. Die Wärme wird von der Oberfläche in die Tiefen der Ozeane dringen und die Strömungen verändern."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 24

Kernaussage 16: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Ausdehnung des Meereises in der Arktis weiter zurückgehen und die Eisdicke weiter ab­nehmen wird, ebenso dass in der Nordhalbkugel die Schneebedeckung im Frühling mit zunehmender globaler mittlerer Oberflächentemperatur im Laufe des 21. Jahrhunderst abnehmen wird. Das globale Gletschervolu­men wird weiterhin abnehmen."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 24

Kernaussage 17: "Der globale mittlere Meeresspiegel wird im Laufe des 21. Jahrhunderts weiter ansteigen. In allen RCP-Szenarien wird die Anstiegsrate sehr wahrscheinlich größer sein als diejenige, die zwischen 1971 und 2010 beobachtet wurde. Ursachen sind die Erwärmung der Ozeane und der Verlust an Gletscher- und Inlandeismasse."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 25

Kernaussage 18: "Der Klimawandel wird Auswirkungen auf den Kohlen­stoffkreislauf haben, er wird die Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre noch beschleunigen (hohe Verlässlichkeit). Die Ozeane wer­den mehr Kohlenstoff aufnehmen, was zu einem Anstieg der Versauerung der Meere führen wird."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 26

Kernaussage 19: "Die steigende CO2-Emission am Ende des 21. Jahr­hunderts und darüber hinaus wird die globale mittlere Oberflächentem­peratur wesentlich bestimmen. Die meisten Aspekte des Klimawandels werden für viele Jahrhunderte bestehen bleiben, auch wenn man den CO2-Ausstoß stoppt. Durch vergangene, gegenwärtige und zukünftige CO2-Emissionen wird das Klima über Jahrhunderte wesentlich beein­flusst."
Quelle: Climate Change 2013 – The Physical Basis – SPM, S. 27


Fußnoten

1: Der Strahlungsantrieb (englisch: radiative forcing) beschreibt die Strah­lungsbilanz der Erde (in Watt pro Quadratmeter), das heißt die Differenz zwi­schen der Strahlung, die aus dem Weltall auf die Erde trifft, und der Strahlung, die die Erde wieder ins Weltall abstrahlt. Manche Faktoren tragen "positiv" zum Strahlungsantrieb bei (d. h. sie vergrößern ihn, wie zum Beispiel die Erhöhung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre), manche "negativ" (wie zum Beispiel die Wolkenbildung). Ist der Strahlungsantrieb insgesamt positiv, be­deutet das, dass die Erde mehr Energie aufnimmt, als sie wieder abgibt – sie heizt sich auf.

2: Representative Concentration Pathways (RCP): Zu deutsch "Repräsen­tative Entwicklungswege der Konzentration". Gemeint sind verschiedene Sze­narien der Entwicklung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre. Das Szenario RCP 2.6 ist das optimistischste: Es geht davon aus, dass es gelingt, die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre in den nächsten Jahren dras­tisch zu reduzieren. Bei den Szenarien RCP 4.5 und 6.0 wird erst Mitte bzw. gegen Ende des Jahrhunderst eine Verringerung der Treibhausgaskonzentration erreicht, und beim Szenario RCP 8.5 steigt die Treibhausgaskonzentration bis ins nächste Jahrhundert unvermindert an. Die Zahlen (2.6, 4.5, 6.0 und 8.5) beziehen sich auf die Erhöhung des Strahlungsantriebs der Erde im Jahr 2100 im Vergleich zum vorindustriellen Wert.
Zum Verlauf der Treibhausgaskonzentration in den verschiedenen Szenarien siehe zum Beispiel: "Deutsches Klimarechenzentrum: Die Szenarien".

Letzte Aktualisierung: 22.2.2016

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