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Homepage > Aktivitäten > Materie und Stoffe > Wasser > Das Thema Wasser in Kindergarten und Vorschule > Wasser von A nach B transportieren

Wasser von A nach B transportieren

Publikation: 1.10.2002
Lernstufe: 1
Übersicht: Die vorgeschlagenen Aktivitäten sollen eine Problem­situation lösen: Es soll Wasser aus einer Schüssel (oder großen Wanne) in kleinere Gefäße umgefüllt werden.
Dauer: etwa 6 Stunden
Herkunft: La main à la pâte, Paris

Wenn in den Ateliers für das freie oder angeleitete Entdecken dem Lernen von Verhaltensweisen kontinuierlich Aufmerksamkeit geschenkt wird, erwerben selbst die Kleinen schon die passende Haltung für das Experimentieren und Forschen. Man kann die Kinder dann mit "Problemsituationen" konfrontieren: Es wird eine Frage gestellt und die Kinder tasten sich an eine Lösung heran, for­schen, experimentieren, bis sie die passende Antwort finden. Die Experimen­tiertätigkeit steht im Zentrum der Lösungsversuche der Kinder.

In jeder der hier vorgeschlagenen Aktivitäten wird die folgende Problemsitua­tion gelöst: Wasser soll aus einer Schüssel (oder aus einer großen Wanne) in kleinere Gefäße umgefüllt werden. Anfangs gibt der Erzieher Anweisungen, später agieren die Kinder selbständig.

Zum Schluss jeder Aktivität wird zusammengefasst, was gemacht und gelernt wurde. Ergänzend fertigt jedes Kind im Anschluss an die Aktivität Zeichnungen an und diktiert dem Erzieher die entsprechenden Legenden.

Eventuell können Fotos, die die Kinder beim Experimentieren zeigen, eine inte­ressante Anregung für die sprachliche Arbeit sein. Zeichnungen und Fotos kommen alle in ein "großes Buch der Experimente", in das sich die Kinder später mit Begeisterung vertiefen. Das Buch kann zum Beispiel auch den Eltern vorge­führt werden.

Mit den Händen

Es ist wichtig, dass die Kinder mit dem Wasser wirklich in Berührung kommen. Zunächst wird daher ohne Gerät gearbeitet.

Arbeitsauftrag

"Das Wasser aus der großen Schüssel in die kleinen, ein paar Meter weit ent­fernten Gefäße bringen."

Beobachtetes Verhalten

Die Kinder sind oft verunsichert, wenn kein Gerät da ist. Manche wollen das Wasser erst nicht berühren. Sie wissen nicht, wie sie das anstellen sollen. Dann werden sie kühner, nehmen das Wasser in die hohlen Hände und rennen zu den kleinen Gefäßen, um möglichst wenig Wasser zu verlieren. Dann bringen sie die Gefäße näher an die Schüssel heran. Manche arbeiten zusammen: Ein Kind hält das Gefäß über das Wasser, das andere füllt es mit den Händen.

Zusammenfassung

Die Kinder beschreiben ihre Tätigkeit und erläutern die Schwierigkeiten der Aufgabe: "Ich habe die Hände so gehalten". "Das ist schwer". "Das Wasser läuft weg" – "Das Wasser fließt" – "Unsere Hände haben Löcher."

Mit Geräten

Der Arbeitsauftrag bleibt der gleiche, aber die Kinder können nun verschie­de­ne, mehr oder weniger geeignete Geräte benutzen: Gießkannen, Flaschen, Gläser, Puppenservice, Trichter, Sieb, Flaschen mit Löchern (ein Loch oder auch mehrere). Die Liste ist offen, die Kinder können sich alle Hilfsmittel holen, die ihnen einfallen.

Beobachtetes Verhalten

Manche Kinder benutzen über eine lange Zeit wenig geeignete Geräte (zu kleine Gefäße). Andere benutzen, scheinbar ohne zu überlegen, was ihnen gerade in die Hand fällt. Wieder andere kommen ziemlich schnell auf optimale Vorgehensweisen (entsprechend große Gefäße). Manche holen ihr Gefäß und tauchen es einfach in die große Schüssel.

Zusammenfassung

Die Kinder beschreiben, was sie gemacht haben: "Das Loch des Trichters mit einem Finger zugehalten""Zu zweit die Löcher in der Flasche zugehalten""Schnell gelaufen, dann hatte das Wasser keine Zeit rauszufließen". Dann bitte der Erzieher sie, Gründe anzugeben, weshalb ein Gerät besser geeignet ist als ein anderes: "Manche funktionieren nicht, weil sie Löcher haben". Sie benen­nen die Geräte, beschreiben sie und vergleichen: "Das Loch vom Trichter kann man zustopfen, aber die Löcher vom Sieb lassen sich nicht alle zuhalten."

Gerät sortieren

Die Kinder werden von Anfang an in Kindergarten und Vorschule daran ge­wöhnt, Erfolg und Misserfolg durch Symbole auszudrücken. Hier machen sie genau das Gleiche mit den Geräten, die ihnen zum Wassertransport zur Ver­fügung stehen.

Arbeitsauftrag

"Nehmt euch ein Gerät zum Transportieren des Wassers. Legt die Geräte, mit denen das geht, in eine Schale und die, mit denen das nicht geht, in eine andere."

Erworbenes Wissen dokumentieren

Je nach Alter der Kinder und Jahreszeit können die unternommenen Versuche auf verschiedene Weise dokumentiert werden.

Und mit weniger Wasser ...?

Nach zahlreichen Versuchen wissen die Kinder, mit welchem Gerät sich das Wasser am besten umfüllen lässt. Die kleinen Gefäße sind schnell gefüllt und der Wasserspiegel in der großen Schüssel sinkt sichtlich. Damit entsteht ein neues Problem: Die Gerätschaften, die bisher am besten funktionierten (Fla­schen, Gießkannen) werden unpraktisch.

Arbeitsauftrag

Es wird gemeinsam mit den Kindern eine neue Fragestellung formuliert: "Solan­ge wir viel Wasser haben, lehren wir mit unseren Geräten. Jetzt haben wir fast kein Wasser mehr und unsere Geräte funktionieren nicht mehr. Wie können wir die Schüssel mit den Geräten, die uns zur Verfügung stehen, leeren?"

Beispiele beobachteter Verhaltensweisen

Die Kinder finden Lösungen: Sie bedienen sich kleinerer Geräte, die sich immer noch füllen lassen; manche verwenden kleine Gefäße, um damit die großen zu füllen.

Zusammenfassung

Die Schüler zählen die Geräte auf, die noch immer funktionieren.

Der Erzieher achtet darauf, dass sie sich ausführlich und korrekt ausdrücken. Sie erklären, warum die großen Gefäße nicht mehr funktionieren: "Man kann die Flasche nicht mehr eintauchen, weil sie den Boden berührt." Sie rechtfertigen die getroffene Lösung: "Ich habe den kleinen Löffel genommen, weil die Gieß­kanne nicht mehr ging". Sie vergleichen: "Der Löffel geht besser als die Gieß­kanne"; "Der Löffel geht besser als die Gießkanne, weil er kleiner ist."

Die letzten Sätze zeigen, dass die Kinder eine Vorstellung vom Fassungsvermö­gen/Inhalt entwickeln.

Es sind nur noch Tropfen da

Nun stehen die Kinder vor dem folgenden Problem: Was tun, wenn nur noch sehr wenig Wasser übrig ist, und kein Gerät, kein Werkzeug mehr funktioniert?

Arbeitsauftrag

"Das Wasser aus der großen Schüssel restlos in die kleinen Gefäße bringen."

Materialien

Zusätzlich zu den bisher benutzten Gefäßen (die man nicht wegnimmt, damit die Kinder trotz allem die Möglichkeit haben, sie auszuprobieren) werden andere, mehr oder weniger geeignete Materialien geholt: Lappen, Schwämme, Löschpapier, Karton, verschiedene Papiersorten, Aluminiumfolie, Handbesen, Bürsten, ...).

Beobachtetes Verhalten

Manche Kinder ignorieren die ganzen Sachen und bedienen sich ihrer Hände. Aber dank alltäglicher Erfahrung kommen sie sehr schnell auf die Schwämme und Lappen zurück. Der Erzieher ermutigt sie zu Kommentaren und zu Verglei­chen mit ihren Erfahrungen zu Hause. Er fordert zum Ausprobieren der übrigen Materialien auf. Er vergewissert sich, dass die Kinder die verschiedenen Hilfs­mittel auspressen und das Wasser herausfließen sehen. Das ist wichtig, damit sie sehen, dass es tatsächlich aufgenommen wurde.

Zusammenfassung

Die Kinder benennen die verschiedenen Materialien und fassen ihre Tätigkeiten in Worte: aufsaugen, ausdrücken, ... Sie beschreiben, was passiert: "Das Wasser geht in den Schwamm; wenn man drückt, kommt es wieder heraus." Sie erklären, warum etwas funktioniert oder nicht funktioniert: "Das Wasser geht nicht rein"; "Das Wasser macht das Papier kaputt."

Während dieser Aktivitäten bekommen die Kinder eine Vorstellung vom Begriff der Absorption. Es ist aber vermutlich zu früh, sie mit dem naturwissenschaft­lichen Sprachgebrauch zu konfrontieren (der Schwamm absorbiert das Was­ser).

Materialien sortieren

Die Kinder haben schon die verschiedenen Schöpfwerkzeuge sortiert. Jetzt sortieren sie die verschiedenen Materialien (absorbierend oder nicht).

Arbeitsauftrag

"Versucht das letzte Wasser mit einer von den Sachen in eure kleinen Gefäße zu bringen. Legt die Sachen, mit denen das geht, in die eine Wanne, die ande­ren in die andere."

Erworbenes Wissen

Siehe Abschnitt zum Sortieren der Gerätschaften – die zu treffende Auswahl ist hier die gleiche wie dort.

Mögliche Erweiterungen

Kochen: Taboulé [Bulgursalat aus Nordafrika oder der Türkei mit Tomaten, Pe­tersilie, Pfefferminze, Zitronensaft und Olivenöl] herstellen und damit zeigen, dass Nahrungsmittel vom Wasser zum Quellen gebracht werden: "Das Wasser geht in den Bulgur hinein und kommt nicht wieder heraus."

Den Transport von Wasser mit dem von Kieseln vergleichen: Die geeigneten Gerätschaften sind nicht die gleichen. Die Kinder beginnen aus ihrer Lebens­erfahrung heraus, die Unterschiede zwischen festen und flüssigen Zuständen zu verstehen.

Die Größe eines Behälters zur Anstrengung und zur Zahl der Arbeitsgänge in Beziehung setzen: "Mit einem großen Behälter ist es anstrengender, aber man braucht weniger Gänge; mit einem kleinen ist es leichter, aber man läuft öfter hin und her."

Eine Vorstellung vom Maß entwickeln: Wie viele Behälter füllen eine Schale? usw.

Letzte Aktualisierung: 8.4.2015

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