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Homepage > Aktivitäten > Ökologie > Bauen und Wohnen > Mein Haus, mein Planet und ich! > 2: Bauen und Wohnen – Auswirkungen auf die Umwelt > Ressourcenverteilung

Unterrichtsstunde 2.1: Die ungleiche Verteilung der natürlichen Ressourcen

1 Unterrichtsstunde 2.1: Die ungleiche Verteilung der natürlichen Ressourcen 2 Unterrichtsstunde 2.2: Der Lebenszyklus von Baustoffen 3 Unterrichtsstunde 2.3 (fakultativ): Bauen mit unterschiedlichen Baustoffen
Autor/inn/en:
Publikation: 12.4.2011
Lernstufe: 3
Ziele:
  • Erkennen, dass die Menschen nicht überall über gleiche natürliche Res­sourcen verfügen.
  • Einsehen, dass wir unseren Energie- und Wasserverbrauch einschränken müssen.
Angestrebte Kenntnisse:
  • Eine Hypothese aufstellen und begründen können.
  • Eine Gegend oder einen Ort geographisch richtig einordnen können (mit der Weltkarte umgehen können).
  • Mit Datensätzen arbeiten können – in Tabellenform und als Diagramm; von einer zur anderen Darstellung wechseln können.
  • Mit Prozentangaben umgehen und auf konkrete Beispiele anwenden können.
  • Sich mitteilen und im Team arbeiten können.
Schwerpunkt: Geographie
Wortschatz: Natürliche Ressourcen, volkswirtschaftlicher Reichtum, Treibhausgas, Treib­hausgasemissio­nen, Energie, Umweltverschmutzung, Schadstoff, Trinkwas­ser, Trinkwasservorräte
Dauer: 1 Stunde
Material: Für jeden Schüler:
  • ein Wasserglas
  • ein Spielzeugauto
  • ein Stuhl
Für die Klasse:
Herkunft: La main à la pâte, Paris

Pädagogische Anmerkung

Erste Etappe: Verteilung der Erdbevölkerung

Als Erstes bittet der Lehrer die Schüler sich auf die Kontinente bzw. die sechs oben definierten Erdteile zu verteilen – und zwar entsprechend der von ihnen geschätzten (oder bekannten) Einwohnerzahlen. Jeder Erdteil kann zum Bei­spiel durch einen Tisch oder dergleichen symbolisiert werden.

Anschließend verrät er die genauen Bevölkerungszahlen und wie die Vertei­lung – herun­ter­gerechnet auf die Anzahl der Schüler in der Klasse – aus­sieht (siehe dazu die nach­folgende Tabelle bzw. die Tabelle mit den entspre­chenden Wer­ten für Klassenstärken von 13 bis 30 Schülern). Ein Vertreter jedes Erdteils heftet dann kleine Spiel­figurensymbole auf die Welt­karte (jeweils so viele wie Schüler in einem Erdteil "wohnen"). Die Sym­bole können aus dem Arbeitsblatt 5 ausgeschnitten werden.


Erdteil Bevölkerung im Jahr 2015 (in Millionen Einwohner) Anteil an der Welt­bevölkerung Schüler (bei insgesamt 25 Schülern)
Afrika 1 171 15 % 4
Asien 4 397 60 % 15
Europa    742 10 % 3
Lateinamerika    630 9 % 2
Nordamerika    357 5 % 1
Ozeanien     40 1 % 0

Tabelle 1: Wie sich die Weltbevölkerung über die 6 Erdteile verteilt. Insgesamt leben Mitte 2015 auf der Erde 7,336 Menschen.
Quelle: Länderdatenbank der Stiftung Weltbevölkerung

Wissenschaftliche Anmerkung

Pädagogische Anmerkung

Zweite Etappe: Verteilung des volkswirtschaftlichen Reichtums

Nachdem sich die 25 Schüler proportional zu den Einwohnerzahlen auf die ver­schiedenen Erdteile verteilt haben, kommen nun die 25 Stühle ins Spiel. Jeder Erdteil erhält eine dem wirtschaftlichen Reichtum seiner Einwohner entspre­chende Anzahl von Stühlen. Je reicher, desto mehr Stühle. Der volkswirt­schaftliche Reichtum wird anhand des Bruttonationaleinkommens festgestellt, das ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft darstellt. Auch hier ist ein zweistufiges Vorgehen angebracht.

  1. Zuerst versuchen die Schüler den wirtschaftlichen Reichtum für jeden Erdteil zu erraten und verteilen die Stühle entsprechend.
  2. Anschließend nennt der Lehrer die genauen Zahlen und lässt die Vertei­lung der Stühle korrigieren. Die Schüler merken, dass bestimmte Erdteile viel zu viele Stühle haben und andere zu wenig (Beispiel: 1 Stuhl für 4 Personen in Afrika, 6 Stühle für 3 Personen in Europa). Es liegt auf der Hand: Der wirtschaftliche Reich­tum ist bei weitem nicht gleichmäßig über den Erdball verteilt.

Erdteil Volkswirtschaft­licher Reichtum (BNE* 2014, in Milliarden US-Dollar) Anteil am welt­weiten volkswirt­schaft­lichen Reichtum Anzahl Stühle (bei insgesamt 25 Schülern)
Afrika   5 527 5 % 1
Asien 50 345 46 % 12
Europa 23 484 21 % 5
Lateinamerika   9 613 9 % 2
Nordamerika 19 499 18 % 5
Ozeanien    1 264 1 % 0

Tabelle 2: Verteilung des volkswirtschaftlichen Reichtums auf der Erde [2]
Quelle: Länderdatenbank der Stiftung Weltbevölkerung
* BNE = Bruttonationaleinkommen, auf die Kaufkraft korrigiert

Auch hier werden wieder die Symbole (Euroscheine) auf der Weltkarte verteilt.

Dritte Etappe: Die Trinkwasservorräte

Die Trinkwasservorräte werden durch Wassergläser symbolisiert. Man geht wie gehabt vor: Die Gläser werden proportional zu den Vorräten an Trinkwasser jedem Erdteil zugeteilt und die entsprechenden Symbole auf der Weltkarte verteilt. Die folgende Tabelle gibt wieder die entsprechenden Zahlen, die letzte Spalte ist auch diesmal auf eine Klassenstärke von 25 Schülern bezogen.


Erdteil Erneuerbare Trinkwasser­vorräte (2013, in km3 pro Jahr) Anteil an den weltweiten Trink­wasservorräten Anzahl Gläser (bei insgesamt 25 Schülern)
Afrika  5 560 10 % 3
Asien 14 187 27 % 6
Europa  8 006 15 % 4
Lateinamerika 18 384 34 % 8
Nordamerika  5 971 11 % 3
Ozeanien  1 616 3 % 1

Tabelle 3: Verteilung der Trinkwasservorräte auf der Erde
Quelle: The World's Water – Total Renewable Freshwater Supply by Country (2013 Update)

Vierte Etappe: Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen

Spielzeugautos symbolisieren die Treibhausgasemissionen. Auch hier verfährt man wie gehabt.

Pädagogische Anmerkung


Erdteil Jährliche Treibhaus­gas­emissionen 2011 (in Millionen Tonnen CO2) Anteil an den weltweiten Treibhausgas­emissionen Anzahl Spiel­zeug­autos (bei insgesamt 25 Schülern)
Afrika  1 215 4 % 1
Asien 17 338 53 % 13
Europa  5 912 18 % 5
Lateinamerika  1 746 6 % 1
Nordamerika  5 791 18 % 5
Ozeanien    423 1 % 0

Tabelle 4: Verteilung der jährlichen Treibhausgasemissionen auf der Erde
Quelle: http://unstats.un.org/unsd/mdg/SeriesDetail.aspx?srid=749 (Millennium Development Goals Indicators Database der UNO)

Der Lehrer erklärt den Schülern, dass die Industrieländer viel Energie verbrau­chen und daher mehr Treibhausgas ausstoßen als die armen Länder. Wenn man dem Klimawandel entgegenwirken will, muss man sich bemühen, den Ausstoß an Treibhaus­gasen zu vermindern. Das heißt, man muss weniger Energie ver­brauchen.

Diskussion und Schlussfolgerung

Für die Diskussion und die schriftliche Schlussfolgerung ist es hilfreich, wenn man Fotos von den Gruppen macht, um für jeden Erdteil die Zahl der Kinder, Stühle, Wassergläser und Spielzeugautos zu dokumentieren. Auch die Welt­karte mit den Symbolen spiegelt anschaulich die Verteilung von Bevölkerung, wirtschaftlichem Reichtum, Trinkwasser­vor­räten und Treibhausgasemissionen wider. Der Lehrer erklärt, dass die Bevölkerung in den armen Ländern schneller wächst, und dadurch die Ungleichheit noch verstärkt wird.

Ins Arbeitsheft wird zum Beispiel folgende Schlussfolgerung eingetragen: "Wir stellen fest, dass wirtschaftlicher Reichtum und Trinkwasservorräte nicht gleichmäßig verteilt sind. 2050 werden auf der Erde 9 Milliarden Erdbewohner leben. Damit alle leben können, müs­sen wir unseren Energie- und Wasser­verbrauch einschränken."

Die Folgerung beruht zunächst auf Tatsachen. Die geforderten Verhaltens­weisen gehen dann über das Wissenschaftliche hinaus und sind eine Frage ethisch und politisch ver­nünftiger Entscheidungen (öffentliche Meinung, Parlamente, ...).

Erstellung eines Posters

Diese Unterrichtsstunde hat eine Schlüsselfunktion: Sie liefert die Begründung für die Notwendigkeit, die Auswirkungen unserer Lebensweise auf die Umwelt zu verringern, insbesondere weniger Wasser und weniger Energie zu verbrau­chen. Darauf werden wir in den nächsten Unterrichtsstunden immer wieder zurückkommen. Die Weltkarte mit den Symbolen sollte möglichst während des ganzen Projektes zu sehen sein.

An dieser Stelle kann die Klasse damit beginnen ein Poster zu entwerfen, das "Poster der Klasse", das nach und nach im Laufe der weiteren Unterrichts­stunden "gefüllt" wird. Es soll die Antworten auf die zwei folgenden Fragen darstellen:

Dieses Poster, das zum Beispiel die Überschrift "Wie können wir unsere Lebens­weise öko­logisch gestalten?" haben könnte, soll der rote Faden für alle folgen­den Unterrichts­stunden sein. Ein Beispiel für solch ein abschließendes Poster ist in der Unterrichts­stunde 5.5 gezeigt.

Foto: Ungleiche Verteilung der Ressourcen auf der Erde

Abb. 2: Verteilung der Ressourcen auf der Erde (Foto und © Jenny Schlüpmann)

Fortsetzung

Mit Fünft- und Sechstklässlern kann man bei dieser Gelegenheit die Prozent­rechnung und die graphische Darstellung von Daten üben und vertiefen.

Diagramm: weltweite Ressourcenverteilung

Abb. 3: Grafische Darstellung der Ressourcenverteilung auf der Erde
Quelle für die Rubrik "Slums" [3]: State of the World's Cities 2012/2013, Seite 127


Fußnote

1: Das Stühlespiel basiert auf dem entsprechenden Spiel von ITECO, dem bel­gischen Weiter­bildungszentrum für Entwicklung und internationale Solidarität.

2: Es wurden die Zahlen für das BNE per capita für 2014 mit den Bevölke­rungszahlen von Mitte 2015 aus Tabelle 1 multipliziert.

3: Für das Diagramm wurde die Anzahl der Slumbewohner in den verschiede­nen Erdteilen durch die Zahl der Slumbewohner weltweit geteilt. 2012 wohnten laut UN Habitat insgesamt 863 Millionen Menschen in Slums.

Letzte Aktualisierung: 28.8.2017

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