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Homepage > Dokumentation > Naturwissenschaften > Humanbiologie > Grundlagen > Nervensystem, Sinneswahrnehmungen und Fortbewegung

Nervensystem, Sinneswahrnehmungen und Fortbewegung

Autor:
Publikation: 1.6.2002
Herkunft: La main à la pâte, Paris

"Ich betrachte das Gehirn als mächtigstes Organ des menschlichen Körpers [...] die Augen, die Ohren, die Zunge, die Hände und Beine agieren einzig und allein auf Befehl des Gehirns [...] ich behaupte, das Gehirn ist der Dolmetscher unseres Bewusstseins" (Hippokrates, 460-377 vor Chr.).


Das Nervensystem

Das Nervensystem ist ein verkabeltes Kommunikationssystem, das charakteris­tisch für die Tiere ist. Es besteht aus Nervenzellen, den Neuronen, die über zum Teil sehr lange Fortsätze kommunizieren, die der chemischen und elek­trischen Reizübertragung dienen. Die Anzahl der Neuronen des Nervensystems wird beim Menschen auf 100 Milliarden geschätzt.

Neuronen im Gehirn

Einige Neuronen im Gehirn (Lichtmikroskop mit 600-facher Vergrößerung; Golgi-Färbung). Neuronen sind Zellen, die aus einem Zellkörper bestehen, von dem Fortsätze abgehen, die die Reize weiterleiten.

Das Nervensystem ermöglicht es, Reize aus der Umgebung und aus dem Kör­perinneren aufzunehmen, diese weiterzuleiten, zu bearbeiten und entspre­chende physiologische und Verhaltensreaktionen auszulösen.

Das zentrale Nervensystem des Menschen besteht, wie auch bei allen anderen Wirbeltieren, aus dem Gehirn, der Gesamtheit aller sich in der Schädelhöhle befindlichen Nervenzentren – Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm – und dem Rückenmark, das in der Wirbelsäule eingeschlossen ist.

Foto: Menschliches Gehirn

Das menschliche Gehirn
Das Gehirn des Menschen beschreibt alle sich in der Schädelhöhle befindlichen Ner­venzentren. Es bearbeitet alle motorischen und sensorischen Informationen.

Alle Organe sind durch Nerven mit dem Zentralnervensystem verbunden. Sen­sorische Nerven transportieren sensorische Reize von den Sinnesorganen zum Gehirn, während motorische Nerven die vom Gehirn ausgelösten motorischen Reize an die Muskeln weiterleiten.

Das Gehirn bearbeitet unaufhörlich die Flut der von den sensorischen Rezep­toren abgegebenen Informationen und ist außerdem der Sitz des Gedächtnis­ses, der Logik, des Rechnens, der Eindrücke, der Gefühle und der Sprache.

Die fünf Sinne des Menschen

Die Sinne ermöglichen es uns, unterschiedliche physikalische (Strahlung, akus­tische Schwingungen, usw.) und chemische (Moleküle) Merkmale unserer Umgebung wahrzunehmen. Die Reize aus der Umwelt werden von den speziel­len Rezeptoren der Sinnesorgane aufgenommen und dort in Nervenreize umge­wandelt. Diese werden anschließend über die sensorischen Nerven in bestim­mte Regionen des Gehirns weitergeleitet, in denen die Reize analysiert werden und daraus eine geistige Abbildung der Umwelt ableiten, ein so genanntes "mentales Bild". Es muss jedoch angemerkt werden, dass die unterschiedlichen Sinnesorgane nicht unabhängig voneinander agieren. Die Gehirnregionen, die die sensorischen Reize entschlüsseln, sind alle miteinander verbunden und die aus anderen Sinnesorganen stammenden Informationen werden vom Gehirn genutzt, um ständig die verschiedenen sensorischen Reize zu interpretieren.

Beim Menschen unterscheidet man im Allgemeinen zwischen 5 Sinnen: dem Geruchs-, dem Seh-, dem Gehör-, dem Geschmacks- und dem Tastsinn, aber in Wirklichkeit verfügen wir über weitaus mehr Sinne. Unser Gehirn erfasst die Position unseres Körpers im Raum, nimmt Beschleunigungen war, die Bewegun­gen der Gliedmaßen, innere Verletzungen und zahlreiche andere innere und äußere Reize. Jeder übermäßige Reiz wird als Schmerz empfunden (je nach Empfindlichkeit, auch nozizeptive Schwelle genannt), der für den Organismus ein Alarmsignal darstellt.

Der Sehsinn

Was wird wahrgenommen?

Das menschliche Auge reagiert auf die elektromagnetische Strahlung des Lichts. Wir können Dinge sehen, wenn sie die sichtbaren Strahlen des Lichts aussenden oder reflektieren,und wenn diese auf die Netzhaut (Retina – licht­empfindliches Gewebe, das den Augenhintergrund auskleidet) treffen. Von der Sonne abgegebenes Tageslicht besteht aus verschiedenen Strahlungen, die sich durch ihre Wellenlängen unterscheiden. Während das Spektrum der Son­nenstrahlung von ultraviolett bis infrarot reicht, entspricht das sichtbare Licht nur einer geringen Bandbreite von Wellenlängen zwischen 380 nm (violett) und 700 nm (rot), denn die lichtempfindlichen Rezeptoren im menschlichen Auge können weder Wellenlängen unter 380 nm (ultraviolettes Licht) noch über 700 nm (infrarotes Licht) wahrnehmen. Die Wellenlängen des sichtbaren Lichts entsprechen den Farben des Regenbogens.

Was passiert dabei?

Das Auge ist ein komplexes Organ, das sich beim Embryo aus dem sich bil­denden Gehirn entwickelt. Es verfügt insbesondere über optische Vorrich­tungen, die das Licht zu den sensorischen Rezeptoren der Netzhaut leiten und deren Bewegungen durch spezielle Muskeln ermöglicht werden. Die Netzhaut ist ein regelrechtes Nervenzentrum, durch das die visuellen Informationen zum ersten Mal verarbeitet werden. Die daraus resultierenden Nervenreize werden über zwei Sehnerven zum Gehirn weitergeleitet. Beim Menschen sind 40% der Sinnesreize auf den Sehsinn zurückzuführen.

Das von einem Gegenstand ausgesandte Licht dringt durch die Pupille in das Auge ein. Die Pupille ist die Öffnung an der Vorderseite des Augapfels und verfügt über eine Blende, die Iris, deren Durchmesser sich automatisch durch Muskeln, je nach Intensität des auf das Auge auftreffenden Lichts, anpasst (analog zur Blende bei Fotoapparaten).

Pupille bei starkem und schwachem Lichteinfall

Die Iris (der farbige Teil des Auges) verfügt über Muskeln, die den Durchmesser der Pupille regulieren (die Öffnung, durch die das Licht in das Auge eindringt).
Bei schwachem Lichteinfall vergrößert sich der Durchmesser der Pupille.
Bei starkem Lichteinfall verringert sich der Durchmesser der Pupille.

Die Reaktionszeit für diesen Reflex bewirkt, dass, wenn wir von einer sehr hel­len Umgebung in eine dunkle wechseln, wir unsere Umgebung für einige Sekun­den nicht mehr wahrnehmen können. Diese Zeit benötigt unsere Pupille um sich ausreichend zu öffnen und somit mehr Licht in das Auge eindringen zu lassen. Wechselt man hingegen von einer dunklen in eine hellere Umgebung, ist man zunächst geblendet, bis sich die Pupille so weit geschlossen hat, dass die in das Auge eindringende Lichtmenge reduziert wird. Neben diesem System zur Regulierung der eindringenden Lichtmenge, verfügt das Auge über eine konver­gente Linse, die auf der Netzhaut ein umgekehrtes Bild der Gegenstände wirft. Die Gegenstände werden dennoch nicht umgekehrt wahrgenommen, da das Gehirn diese Bilder wieder so rekonstruiert, dass wir sie richtig herum sehen. Die Brechkraft der Linse ist variabel und wird ebenfalls über Reflexe gesteuert. Damit ein Gegenstand scharf gesehen werden kann, muss sein Bild exakt auf der Netzhaut abgebildet sein. Das Bild erscheint unscharf, wenn die Linse das Bild kurz vor der Netzhaut scharf stellt, wie es bei Kurzsichtigkeit der Fall ist, oder kurz dahinter bei Weitsichtigkeit (Hypermetropie). Die Aufgabe der Linse ist es, die vom Gegenstand ausgehenden Lichtstrahlen genau so auf der Netzhaut zu bündeln, dass ein scharfes Bild entsteht. Um die Linse herum befinden sich Muskeln, die durch Veränderung des Krümmungsradius der Linse eine Veränderung der Brechkraft ermöglichen. Dieser Kontrollmechanismus des Nervensystems heißt Akkommodation.

Vorsicht

Setzt man die Augen zu lange der Sonneneinstrahlung aus, können irreversible Schäden auftreten. Aus diesem Grund ist das Tragen einer Sonnenbrille, selbst für Kinder, bei starker Sonneneinstrahlung unerlässlich. Einerseits werden die Netzhautrezeptoren durch ein Übermaß an UV-Strahlen geschädigt (aus diesem Grund sollte man auch nie direkt in die Sonne schauen) und anderer­seits wirkt sich die UV-Strahlung auch auf die Linse aus, die dadurch getrübt werden kann (Katarakt/grauer Star). Des Weiteren ist dieser Effekt kumulativ und erklärt, weshalb meist ältere Leute vom grauen Star betroffen sind.

Der Gehörsinn

Was wird wahrgenommen?

Das Gehör nimmt Töne wahr, d.h. Luftschwingungen, deren Frequenz zwischen 20 Hz und 20 kHz liegt. Diese Schwingungen gehen von Gegenständen aus, die ihre eigenen Schwingungen an die Luft abgeben, wie z. B. Musikinstrumenten­saiten oder das Fell einer Trommel oder die Stimmbänder einer sprechenden Person. Die Schwingungen werden zum Innenohr übertragen und dort wahr­genommen.

Was passiert dabei?

Die Schallwellen erreichen die Ohrmuschel, durch deren Form in Gestalt eines Hörrohres bestimmte Töne verstärkt werden. Sie gelangen dann in den externen Gehörgang, an dessen Ende sich das Trommelfell befindet. Das Trommelfell besteht aus einer dünnen Membran, die durch den Schall anfängt zu vibrieren. Die Schwingungen des Trommelfells werden durch eine Kette von drei Knöchelchen zum Innenohr weitergeleitet. Diese Gehörknöchelchen setzen eine Flüssigkeit in Bewegung, die sich im empfindlichen Teil des Innenohres befindet, in der Schnecke. Hier befinden sich auch die Sinneszellen, die auf den Schall reagieren. Über den Hörnerv schicken die stimulierten Sinneszellen Signale an das Gehirn. Diese Signale liefern Informationen zur Frequenz und Intensität des Tons.

Vorsicht

Wird das Hörsystem zu lange einer Lärmbelastung ausgesetzt, kann es zu einer Schädigung kommen. Bei Kindern und Jugendlichen besteht das größte Risiko im Schalldruckpegel von Walkmans. Ein Schalldruckpegel von über 90 dB kann irreversible Schäden verursachen. In Frankreich begrenzt ein Gesetz den Schalldruckpegel von Walkmans auf maximal 100 dB und schreibt vor, dass folgende Warnung angegeben sein muss: «Bei voller Leistung und längerer Nutzung kann das Ohr des Benutzers geschädigt werden»

Der Geschmackssinn

Was wird wahrgenommen?

Durch den Geschmackssinn können wir Geschmacksstoffe erkennen. Diese Wahrnehmung ist jedoch erst möglich, wenn die Substanzen im Speichel oder allgemeiner in Wasser aufgelöst werden, denn die Geschmacksrezeptoren reagieren nur in wässriger Umgebung. Die durch Nahrungsmittel ausgelösten Empfindungen hängen nicht allein von ihrem Geschmack ab, sondern auch von anderen Eigenschaften, wie Konsistenz, Temperatur oder Aroma.

Was passiert dabei?

Die Geschmacksrezeptoren werden Geschmacksknospen genannt. Es handelt sich dabei um Nervenendigungen, die in den Geschmackspapillen auf der Zun­genoberfläche münden. Die entsprechenden Nervenfasern sind paarweise zu Geschmacksnerven gebündelt und diese leiten Signale aus den Geschmacks­knospen zum Gehirn weiter.

Traditionell unterscheidet man 4 Grundgeschmacksrichtungen: bitter, süß, sauer und salzig, zu welchen heute noch der Geschmacksstoff Natriumglutam­at (Umami) hinzukommt. Jede Grundgeschmacksrichtung entspricht spezifi­schen Rezeptoren, die ihren festgelegten Platz auf der Zunge haben. Wurde der Geschmack identifiziert, werden diese Informationen an das Gehirn weiter­geleitet und dort interpretiert. Die geschmackliche Wahrnehmung geht jedoch weit über die simple Kombination elementarer Geschmacksrichtungen hinaus. Zunächst einmal gibt es eine individuelle Vielfalt bei der geschmacklichen Wahrnehmung. Aus diesem Grund werden manche Substanzen von einigen Personen als geschmacklos bezeichnet, während andere den Geschmack als sehr unangenehm empfinden. Des Weiteren hängen die Empfindungen während des Zerkauens der Nahrung nicht allein von ihrem Geschmack ab. Entscheidend ist ebenfalls die Konsistenz der Nahrung (mehlig, zerschmelzend, weich, knus­prig, usw.), ihr Auflösungsgrad im Speichel oder in Getränken, ihre Temperatur (Kälte beeinträchtigt die Empfindlichkeit der Geschmacksknospen) und die Dauer des Zerkauens. Außerdem beeinflusst der über den Geruchssinn aufge­nommene Duft der Nahrung den Geschmack sehr stark. Deshalb hat die Nah­rung bei Schnupfen, bei dem die olfaktorischen Fähigkeiten stark einge­schränkt sind, meist einen anderen Geschmack als normalerweise oder sogar gar keinen. Wie lange ein Geschmack anhält und wie man einen Geschmack wahrnimmt sind zwei Dinge, die sich gegenseitig beeinflussen. Aus diesem Grund ist es wichtig, beim Probieren von verschiedenen Nahrungsmitteln zwischendurch den Mund auszuspülen.

Des Weiteren muss hinzugefügt werden, dass die durch Nahrungsmittel hervorgerufenen Eindrücke auch einen bedeutenden kulturellen Hintergrund haben, der insbesondere durch die Erziehung und die Tradition geprägt ist. Dies hat zur Folge, dass einige Gerichte, die von einer Kulturgruppe als sehr schmackhaft empfunden werden, für eine andere hingegen ungenießbar sind.

Vorsicht

Der Geschmack einer Substanz allein gibt nicht hinreichend Auskunft über seine mögliche Giftigkeit. Auch wenn zahlreiche giftige Substanzen in der Natur einen bitteren Geschmack aufweisen, wie beispielsweise die meisten Alkaloide von Pflanzen, ist das keine universelle Eigenschaft von giftigen Substanzen. Aus diesem Grund sollten Kinder nicht den Geschmackssinn nutzen, um unbe­kannte Stoffe zu entdecken, außer wenn letztere speziell von dem/der Lehrer/in zu diesem Zweck vorbereitet wurden.

Der Geruchssinn

Was wird wahrgenommen?

Das Riechsystem spürt bestimmte in der Luft schwebende Moleküle auf. Dabei handelt es sich um kleine Moleküle, die ausreichend flüchtig und in genügender Konzentration vorhanden sein müssen, um in die Nasenhöhle zu gelangen. Wie bei allen anderen Sinnesorganen auch, werden durch die Reizung der spezifi­schen Rezeptoren Signale an das Gehirn weitergeleitet und dort entschlüsselt. Jedoch hebt sich das Riechsystem von den anderen sensorischen Systemen durch die große Anzahl verschiedener Rezeptoren ab.

Was passiert dabei?

Die Rezeptoren des Geruchsinns sind Nervenzellen, die sich im oberen Teil der Nasenhöhle befinden. Sie sind in eine Schleimhaut eingebettet und es können nur die Moleküle vom Geruchssinn wahrgenommen werden, die sich in dieser Nasenschleimhaut auflösen. Trotz der großen Vielfalt an Rezeptoren, die auf Moleküle unterschiedlichster chemischer Struktur reagieren, scheint nicht ein einziger Rezeptor speziell auf ein Molekül festgelegt zu sein und somit auf einen speziellen Geruch. Das Erkennen von Gerüchen scheint verschiedene Mechanismen in Gang zu setzen. Wenn bestimmte Rezeptoren spezifisch eine kleine Anzahl an Molekülen erkennen, so scheint das Erkennen eines Geruchs, zumindest in den meisten Fällen, auf der Kombination verschiedener Rezep­toren zu beruhen. Die aus der Stimulation dieser Kombination von Rezeptoren resultierenden Signale werden zunächst zum Riechkolben (Bulbus olfactorius) weitergeleitet und anschließend zum olfaktorischen Kortex (Riechhirn), der den entsprechenden Geruch daraus "ableitet". Zudem ist das olfaktorische System eng mit dem Gedächtnis und den Gefühlen verbunden.

Vorsicht

Da bestimmte chemische Substanzen, wie beispielsweise Ammoniak oder einige Lösungsmittel, die Nasenschleimhaut zerstören können, kann es gefährlich sein, an einer unbekannten Substanz zu schnüffeln. Andere Substanzen können Langzeiteffekte nach sich ziehen. Demzufolge sollte der Geruchssinn nicht dafür genutzt werden eine unbekannte Substanz zu untersuchen.

Der Tastsinn

Was wird wahrgenommen?

Die Fähigkeit unseres Organismus, über die Haut mechanische Reize wahrzunehmen, wird als Tastsinn bezeichnet. Die Haut ist jedoch in der Lage, deutlich mehr Informationen zu detektieren, der Tastsinn ist nur einer der Sinneseindrücke, die die Neurobiologen unter dem Begriff Somatosensibilität (haptische Wahrnehmung) zusammenfassen. Diese umfasst nicht nur den Tastsinn, sondern auch die Wahrnehmung von Druck, Schwingungen und Temperatur. Die Haut verfügt über verschiedene Arten von Rezeptoren und nur diejenigen, die auf Hautkontakt reagieren, werden dem Tastsinn (auch taktile Wahrnehmung oder Oberflächensensibilität) im eigentlichen Sinne zugeschrieben. Weitere Rezeptoren spielen bei der allgemeinen Sinneswahrnehmung unseres Körpers eine Rolle, wie beispielsweise die Rezeptoren in den Muskeln, den Gelenken und den Eingeweiden, jedoch wollen wir auf diese hier nicht näher eingehen.

Was passiert dabei?

Es gibt verschiedene Tastrezeptoren. Einige bilden die Nervenenden am Haar­ansatz, andere sind Druckrezeptoren, die sich unter der Hautoberfläche oder tief unter der Haut befinden, wieder andere sind Schwingungsdetektoren. Somit werden die Erstgenannten durch die veränderte Haarstellung angeregt, die Zweitgenannten durch den Druck auf die Haut und die Dritten durch schnelle Druckveränderungen auf der Haut. Sobald sie angeregt wurden, senden diese Rezeptoren über die Sinnesnerven Signale ans Gehirn. Durch die Kombination der von den verschiedenen Rezeptoren ausgesandten Antworten kann das Gehirn unterscheiden, sagen wir zwischen einem Streicheln und einem Kratzen.

Abhängig von der Körperregion variiert die Rezeptorendichte erheblich. Es wird keinen wundern, dass die Haut an den Fingerkuppen die Körperregion ist, die die höchste Tastrezeptorendichte aufweist. In der Gesichtshaut, insbesondere in den Lippen, sind ebenfalls viele Rezeptoren. Diese Unterschiede in der Rezeptorendichte führen bei den verschiedenen Körperregionen zu bedeuten­den Unterschieden in der Sensibilität. Durch die Vielzahl von Rezeptoren in den Fingerkuppen ist es somit möglich, dass Blinde die Braille-Schrift lesen können, d.h. sie ertasten mit dem Finger die erhabenen Punktschriftzeichen im Papier, deren unterschiedliche Kombinationen Buchstaben, Zahlen usw. entsprechen.

Die Rezeptoren der Haut passen sich schnell chronischen Stimulationen an. Aus diesem Grund spüren wir den Kontakt der Kleidung auf unserer Haut nach einer Weile nicht mehr.

Vorsicht

Die Haut ist ein sensibles Organ, das sehr empfindlich auf Reizeinwirkungen reagiert, wie beispielsweise auf zahlreiche chemische Substanzen, wie Säuren oder Basen, auf Sonneneinstrahlung und auf Kontakt mit zu heißen Gegenstän­den. Wird die Haut zu lange der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann es nicht nur zu einem Sonnenbrand, sondern auch zu Hautkrebs kommen. Aus diesem Grund sollten Kinder frühzeitig lernen ihre Haut zu schützen (Kleidung, Kopfbe­deckung), wie bereits beim Thema Augen erwähnt. Es sollte jedoch auch nicht vergessen werden, dass die UV-Strahlen der Sonne unerlässlich sind für die in der Haut stattfindende Biosynthese des Vitamin D, das für den Aufbau unseres Skeletts wichtig ist.

Des Weiteren sollte man sich auch vor Verbrennungen schützen, denn der . wenn auch nur kueze . Kontakt mit einem sehr heißen Gegenstand kann zu schwersten Verletzungen führen.

Die Fortbewegung

Die Fortbewegung ist die Funktion, durch die man von einem Ort zum anderen gelangen kann. Bei Tieren mit einem starren Skelett, wie bei Wirbeltieren und somit auch beim Menschen, sind es die vom Nervensystem koordinierten Bewegungen der Gliedmaßen, die die Fortbewegung ermöglichen. Die Glied­maßen sind in Segmente unterteilt, die durch Gelenke beweglich miteinander verbunden sind. Die Bewegung wird durch die Kontraktion der durch Sehnen mit den Knochen verbundenen Muskeln gewährleistet.

Das Skelett

Der Aufbau des Skeletts aller Wirbeltiere ist im Wesentlichen gleich, was auf ihren gemeinsamen evolutionären Ursprung zurückgeht, und wird in Axialskelett und Extremitätenskelett unterteilt. Der axiale Teil des Skeletts umfasst die Wirbelsäule, die aus übereinanderliegenden Wirbeln besteht, und den Schädel. Das Axialskelett enthält und schützt das zentrale Nervensystem, das Rücken­mark und das Gehirn. Zwei Knochengruppen, die so genannten Gürtel (Schul­ter- bzw. Beckengürtel), verbinden die Knochen der oberen (Arme) und unteren Gliedmaßen (Beine) mit dem Axialskelett. Das menschliche Skelett besteht aus etwa 200 Knochen. Der Knochen ist ein lebendes Gewebe, das während der Entwicklungsphase mitwächst und sich ständig erneuert.

Die Muskeln

Muskeln sind motorische Organe. Der menschliche Körper verfügt über fast 700 verschiedene Muskeln. Bei der Fortbewegung aktivieren sie durch ihre Kon­traktion die Skelettsegmente, mit denen sie durch Sehnen verbunden sind. Bei der Kontraktion ziehen sich die elastischen Muskeln zusammen und beim Er­schlaffen erreichen sie wieder ihre ursprüngliche Länge. Die Kontraktion dieser Muskeln, der Skelettmuskeln, ist gesteuert. Sie wird durch Nervenreize ausge­löst, die vom Gehirn ausgesandt und vom Rückenmark übertragen werden. Diese Nervenreize werden durch die motorischen Nerven an die Muskeln weitergeleitet. Jede Muskelkontraktion verbraucht Energie, von der ein Großteil in Form von Wärme während der Kontraktion verloren geht. Die Muskeln werden von den Blutgefäßen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, die zur Produktion chemischer Energie benötigt werden, die wiederum während der Kontraktion verbraucht wird.

Die Bewegungen

Die grundlegenden Bewegungen, die von den Muskeln zwischen den durch bewegliche Gelenke verbundenen Skelettsegmenten ermöglicht werden, sind Beug- und Streckbewegungen. Wird der Abstand zwischen zwei Knochen verkürzt, spricht man von Beugung oder Flexion, vergrößert er sich, spricht man von Streckung bzw. Extension. Beim Menschen kommt es beispielsweise zur Beugung des Unterarms durch die Kontraktion des Bizeps', von dem eine Sehne am Knochen des Oberarms und die anderen an denen des Unterarms fixiert sind. Da die Knochen des Oberarms mit denen des Unterarms auf der Höhe des Ellenbogens durch ein bewegliches Gelenk verbunden sind, bewirkt die Kontraktion des Bizeps' die Beugung des Unterarms Richtung Oberarm. Dieser Muskel wird als Beugemuskel bezeichnet.

Jedes bewegliche Gelenk wird von antagonistischen Muskeln bewegt, d. h. sie bewirken entgegengesetzte Bewegungen. So ist beispielsweise der antagonis­tische Muskel des Bizeps' der Trizeps. Seine Enden sind ebenfalls durch Sehnen mit den Knochen des Ober- und Unterarms verbunden (jedoch auf der dem Ansatzpunkt der Bizepssehne gegenüberliegenden Seite). Aus diesem Grund ist die Beugung nur möglich, wenn der Trizeps entspannt ist. Wenn der Trizeps sich hingegen zusammenzieht, wird der Unterarm nach außen geschwenkt und gestreckt. Der Trizeps ist ein Streckmuskel.

Beugung und Streckung der Armmuskeln

Durch Kontraktion der antagonistischen Muskeln können diesselben Skelett­segmente entgegengesetzte Bewegungen ausführen.

Durch die Kombination dieser elementaren Gelenkbewegungen werden kom­plexe Bewegungen wie die Fortbewegung möglich. Der Mensch ist ein Zwei­beiner, d. h. er ist in der Lage aufrecht zu stehen und sich auf seinen hinteren Gliedmaßen, den Beinen, fortzubewegen. Beim Gehen werden eine Reihe von Bewegungen kombiniert, die nacheinander die Fuß-, Knie- und Hüftgelenke betreffen, ganz abgesehen von den Gelenken der oberen Gliedmaßen, die beim Gehen für das Gleichgewicht sorgen. Betrachten wir die einzelnen Schritte der Bewegungen der Beine während des Gehens, können wir folgenden Bewe­gungsablauf beobachten (die betreffenden Gelenke werden in Klammern angegeben): Strecken des rechten Fußes in Bezug auf das Bein (Fußknöchel); Beugung des Beins in Bezug auf den Oberschenkel (Knie); Beugung des Oberschenkels in Bezug auf den Rumpf (Hüfte); Streckung des rechten Beins in Bezug auf den Schenkel (Knie); Streckung des linken Fußes in Bezug auf das Bein (Fußknöchel); Beugung des linken Beines in Bezug auf den Oberschenkel (Knie); Beugung des linken Oberschenkels in Bezug auf den Rumpf (Hüfte); Streckung des linken Beins in Bezug auf den Oberschenkel (Knie) usw. Durch diese Kombination der elementaren Bewegungen können wir gehen und rennen.

Letzte Aktualisierung: 11.2.2014

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