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Baumprojekt an einer Dorfgrundschule

Frage von:
Datum: 20.5.2004

Guten Tag,
Ich bin seit mehreren Jahren Lehrerin und habe mich für das kommende Schuljahr um einen Posten in einer Dorfgrundschule mit einer einzigen Klasse beworben. Ich würde gern alle Kinder bei einem Projekt zusammenarbeiten lassen. Dabei soll es darum gehen, die eigene Umgebung/Umwelt zu kennen, zu respektieren und zu verbessern.

Wir leben auf dem Land, umgeben von zahlreichen Tieren, Wäldern usw. Ich würde unser Projekt deshalb gern auf die Themen Bäume, Viehzucht und Pflanzungen ausrichten. Bei dem Projekt sollten die Erst- bis Drittklässler (Lernstufe 2) und die Viert- und Fünfklässler (Lernstufe 3) gemeinsam Kenntnisse aufbauen und weiterentwickeln. Außerdem würde ich das Projekt gern mit einem Projekt der Dorfgemeinschaft verknüpfen, indem zum Beispiel ein Platz (Park/Garten) eingerichtet wird, auf (in) dem jedes Kind seinen eigenen Baum pflanzen kann und ihm beim Wachsen beobachten kann...
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.


Antwort von:
Datum: 27.5.2004

Ich hatte die Gelegenheit mit mehreren Schulklassen Hecken zu pflanzen.

Bäume und Sträucher pflanzt man am besten, wenn sie jung sind (30-40 cm), im Herbst. Wir haben in der Gegend wachsende Arten ausgewählt. Dafür mussten die Schulklassen zunächst die Arten identifizieren, die in der Nähe der Schule wachsen (Esche, Ahorn, Kirschbaum, Weißdorn...). Das haben sie zunächst im September gemacht, bevor Bäume und Sträucher ihre Blätter verloren hatten, das ist natürlich einfacher. Ab Ende Oktober haben sie es dann noch mal gemacht. Das ist schwieriger, aber wichtig, da man in diesem Stadium (ohne Blätter) Laubbäume pflanzt. Die Pflänzlinge wurden bei einer Baumschule für Waldpflanzen bestellt (die auch das nationale Forstamt beliefert). Wir haben sie in zwei Reihen versetzt gepflanzt (so dass bei Nichtangehen keine zu großen Lücken entstehen). In einer Reihe betrug der Abstand zwischen den einzelnen Bäumen/Büschen 1 m. Wir hatten uns für Plastik-Mulch entschieden. Vor dem Pflanzen wurden Äste und Wurzeln leicht gekürzt. Beim Pflanzen sollte man darauf achten, dass die Wurzeln in ihrem Loch nicht "zusammengefaltet" werden. Wenn man all dies berücksichtigt, gehen nahezu 100% der Bäume an.

Durch das eigenhändige Pflanzen gewinnen die Schüler/innen mehr Respekt vor Pflanzen, sie eignen sich außerdem ein paar Botanikkenntnisse an und ganz nebenbei wird die eigene Umgebung aufgewertet. In den darauf folgenden Jahren werden die Schüler/innen die Vielfältigkeit der Tierwelt beobachten können, die in der Hecke lebt: Raupen auf den Schmetterlingssträuchern, Blattläuse auf dem Holunder (und die Marienkäfer, die sich von den Läusen ernähren).

Man kann auch einen kleinen Gemüsegarten anlegen: Radieschen säen und einige in der Erde lassen, damit sie schießen und Samen bilden, Samen die man dann für das nächste früher aufbewahren kann (Vermehrungszyklus).

Die Schüler/innen können auch beim Anpflanzen von Blumen in der Schule mitmachen, eventuell mit der Unterstützung des Gartenamtes, deren Mitarbeiter/innen erklären können, wie man Stecklinge erhält und was man beachten muss, damit aus den Samen auch Pflanzen werden...

Man die Stadt- oder Gemeindewerke bitten den Schüler/inne/n zu erklären, wie die Abfälle wiederverwertet werden. Um zu zeigen, dass Altpapier wiederverwertet werden kann, kann man aus alten Zeitungen Papier herstellen. Dazu wird das Papier in kleine Stücke zerrissen (kein Glanzpapier) und in Wasser eingeweicht, anschließend wird es mit dem Mixer zerkleinert, um daraus eine Brei zu machen; dieser Brei wird auf einem Maschendraht ausgebreitet und gepresst.

Wie man hier sieht, geschieht die Umwelterziehung indirekt und diskret über die Handlungen der Schüler/innen in ihrer eigenen Umgebung. Das Aneignen der Kenntnisse erscheint sinnvoll, weil man damit das Projekt erst umsetzen kann, wodurch wiederum neue Kenntnisse gewonnen werden, wie zum Beispiel über das Verhalten der Tiere in der Hecke (Nahrungskette usw.). So kann das Anpflanzen einer Hecke die Rolle der Hecke für die Vielfältigkeit der Tierwelt aufzeigen.

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