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Wissenschaftliche Kenntnisse zu ausgewählten Tieren aus dem Wald in gemäßigten Zonen

1 Wissenschaftliche Kenntnisse zu ausgewählten Tieren aus dem Wald in gemäßigten Zonen
Autor/inn/en:
Publikation: 10.11.2005
Lernstufe: 2
Herkunft: La main à la pâte, Paris

Die auswählten Arten

6 Arten wurden ausgewählt: Eule, Eichhörnchen, Dachs, Fuchs, Hirsch, Wildschwein.

4 Merkmale können auf den Tafeln leicht ausgemacht werden:

  1. Fell
  2. Ohren
  3. Hufe
  4. Fangzähne

Zur Verfügung stehende Arbeitsmaterialien:

Anatomische Anmerkungen:

Alle Tiere, die hier dargestellt sind, haben Ohren. Die Eule hat übrigens ein außergewöhnliches Gehör, mit der sie ihre Beute ausfindig macht. Aber nur der Dachs, der Hirsch, das Wildschwein, das Eichhörnchen und der Fuchs haben Außenohren (Ohrmuscheln). Alle Wirbeltiere haben 2 Ohrenpaare: Das Innenohr, das sich im Schädel befindet, ist Sitz des Gleichgewichtsorgans, das Mittelohr, zwischen Trommelfell und Innenohr, ist Sitz des Schallempfangs. Einige haben zusätzlich Außenohren (= die Ohren im allgemeinen Sprachgebrauch, in die die Schüler/innen ihre Finger stecken). Der Einfachheit halber sind die Ohren hier im allgemeinen Sinn zu verstehen.
Mit Hilfe der Tafel mit den Tierspuren kann bewiesen werden, dass nur der Hirsch und das Wildschwein Hufen haben. Diese beiden Tiere besitzen zwei Hufe pro Fuß. Sie sind, wie die Kuh, Paarhufer. Bei Paarhufern werden die Hufen auch Klauen genannt. Pferde dagegen sind Unpaarhufer, sie haben nur einen Huf pro Fuß. Auf dieser Tafel sind auch die beiden kleinen Klauen (auch Geäfter, After- oder Oberklauen genannt) des Wildschweins zu sehen, sie befinden sich hinter den beiden Hauptklauen. Diese Tafel ist für eine erfolgreiche Klassifizierung dieser Auswahl von Tieren nicht unbedingt erforderlich.

Nach Bearbeitung der zur Verfügung gestellten Materialien kann folgende Tabelle erstellt werden:

  Eule Dachs Hirsch Wildschwein Eichhörnchen Fuchs
1. Fell   Ja Ja Ja Ja Ja
2. Ohren   Ja Ja Ja Ja Ja
3. Hufe     Ja Ja    
4. Fangzähne   Ja       Ja

Was können wir von jedem einzelnen Merkmal lernen?

Anhand der Merkmale 1 (Fell) und 2 (Ohren) kann man Dachs, Hirsch, Wildschwein, Eichhörnchen und Fuchs in eine Gruppe zusammenfassen: Gruppe A.

Mit dem Merkmal 3 (Hufe) kann man Hirsch und Wildschwein in eine Teilmenge der durch die Merkmale 1 und 2 bestimmten Gruppe zusammenfassen: Gruppe B.

Anhand des Merkmals 4 (Fangzähne) kann man Dachs und Fuchs in eine andere Teilmenge der durch die Merkmale 1 und 2 bestimmten Gruppe zusammenfassen: Gruppe C.

Man erhält:

Eingruppierung von Eule, Wildschwein, Hirsch, Eichhörnchen, Dachs und Fuchs

Dasselbe Ergebnis kann auch in Baumform dargestellt werden:

Eingruppierung von Eule, Wildschwein, Hirsch, Eichhörnchen, Dachs und Fuchs, andere Darstellungsweise

Das Vorhandensein eines Merkmals bedeutet, dass es einen gemeinsamen Vorfahren gibt. Mit dieser Darstellungsweise kann der historische Verlauf der Evolution dieser sechs Tiere rekonstruiert werden.

Was lernen wir dadurch?

Gruppe A: Wildschwein, Hirsch, Eichhörnchen, Fuchs und Dachs haben einen gemeinsamen Vorfahren (A1) mit den Merkmalen 1 (Fell) und 2 (Ohren).
Gruppe B: Wildschwein und Hirsch haben einen gemeinsamen Vorfahren (A2), der das Merkmal 3 (Hufe) hat.
Gruppe C: Fuchs und Dachs haben einen gemeinsamen Vorfahren (A3), der das Merkmal 4 (Fangzähne = lange Eckzähne in Form eines Dolches) hat.

Wir nehmen eine Klassifizierung vor, d.h. wir geben jeder der identifizierten Gruppen einen Namen:

Gruppe A entspricht den Säugetieren.
Gruppe B entspricht den Huftieren.
Gruppe C entspricht den Fleischfressern.

Man könnte eine Gruppe E hinzufügen, die den vierbeinigen Wirbeltieren entspricht, und dabei alle hier untersuchten Arten einschließt. Bei all diesen Arten sind es die von einem gemeinsamen Vorfahren vererbten Merkmale – ein Kopf, 4 Extremitäten mit Knochen im Innern, die eine solche Gruppierung rechtfertigen.

Was lehrt uns diese Klassifizierung über die Evolution dieser Arten?

All diese Arten sind verwandt und die bei ihnen vorhandenen Merkmale zeugen von ihrem Verwandtschaftsgrad in der Evolution.

Die Eule teilt einen gemeinsamen, sehr weit entfernten (= sehr alten) Vorfahren mit den anderen Arten.

Die Diversifizierung der Säugetiere fand erst nach dem Auftreten der Wirbeltiere mit vier Extremitäten (= Tetrapoden = Gruppe E) statt. Ebenso sind Huftiere und Fleischfresser erst nach den ersten Säugetieren aufgetreten.

Durch eine einfache Analyse der Merkmale von Lebewesen ist es also möglich, eine strenge Klassifizierung durchzuführen und die großen Etappen der Evolution einer Gruppe von Lebewesen zu rekonstruieren.

Bruno Chanet, François Lusignan, September 2005.

Letzte Aktualisierung: 11.2.2014

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