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Homepage > Aktivitäten > Wissenschaft > Herangehensweise > Wissenschaftlich denken, kritisch denken > Klasse 1 bis 3 > 3: Bewerten > Das beste Küchenpapier

3.2: Das beste Küchenpapier

1 3.1: Dinosaurier und Drachen 2 3.2: Das beste Küchenpapier
Autor/inn/en:
Publikation: 18.10.2017
Lernstufe: 2
Übersicht: Die Schüler lernen Informationen aus der Werbung zu analysieren. Sie ge­wöhnen sich an, Informationen zu hinterfragen; begreifen, dass man sie überprüfen kann und lernen ein geeignetes Experiment zu planen, mit dem man die Information überprüfen kann.
Angestrebte Kenntnisse: Wissenschaftlich denken, kritisch denken: Eine Information (mit Hilfe eines Tests) überprüfen.
Kompetenzen: Mit Unterstützung der Lehrerin forschendes Lernen betrei­ben: Eine Vorgehensweise vorschlagen, wie man ein Problem lösen oder eine Frage beantworten kann.
Schwerpunkt: Sachunterricht
Dauer: 1 Stunde
Material:
  • Werbung für Küchenpapier (aus Zeitschriften oder als Videos)
  • Drei Küchenrollen verschiedener Marken
  • Material zum Testen des Küchenpapiers: Messbecher (am besten drei pro Gruppe), Wannen, Flaschen, Stoppuhren, Lebensmittelfarbe, eine Waage usw.
Für jeden Schüler oder jede Schülergruppe (optional): Für jeden Schüler:
Herkunft: La main à la pâte, Paris

Aktivität: Sagt die Werbung die Wahrheit?

Ablauf: Die Schüler untersuchen Werbetexte, die die Vorzüge verschiedener Küchenpapiermarken preisen (Phase 1). Sie überlegen sich, wie man über­prüfen könnte, ob die angepriesenen Vorzüge auch der Wahrheit entsprechen. Sie planen einen Produkttest (Phase 2), führen diesen durch (Phase 3) und diskutieren die Ergebnisse und Schlussfolgerungen (Phase 4).

Botschaft zum Mitnehmen: Wie kann man wissen, ob das, was einem erzählt wird, wahr ist? In der Werbung, im Internet oder im Fernsehen wird viel ange­priesen: Gegenstände, Produkte, Heilmittel, Fähigkeiten usw. Was stimmt an diesen Aussagen? Um das herauszufinden, kann man Tests durchführen oder Tests/Kritiken, die andere Personen gemacht haben, zu Rate ziehen.

Vorbereitung:

Phase 1: Werbetexte oder -videos analysieren (ca. 30 Minuten)

Die Lehrerin zeigt den Schülern die Küchenpapier-Werbung: "Welche Eigen­schaften des Küchenpapiers wird in der Werbung gepriesen?" In der Regel geht es im Wesentlichen um die Saugfähigkeit und die Reißfestigkeit des Papiers. Um die Käufer zu überzeugen, betont die eine Werbung vielleicht die ökologischen Vorzüge ihres Produkts, während die andere auf den niedrigen Preis hinweist.

Die Schüler sollen die Werbung infrage stellen: "Glaubt ihr diesen Behauptun­gen? Aus welchen Gründen? Ist es wichtig zu wissen, ob das Gesagte richtig oder falsch ist? Warum?" Jeder Schüler äußert seine Zweifel an der Werbung – vielleicht werden die Vorzüge des Küchenpapiers in der Werbung überbewertet, damit die Kunden dazu verleitet werden, es zu kaufen.

Die Lehrerin fragt nun: "Wie kann man herausfinden, ob die hochgepriesenen Eigenschaften des Küchenpapiers tatsächlich stimmen?"

Tafelbild zu den Eigenschaften des Küchenpapiers

Abb. 1: Die Eigenschaften des Küchenpapiers

Phase 2: Die Behauptungen der Werbung experimentell überprüfen (ca. 30 Minuten)

Die Schüler sollen einen Versuch vorschlagen, mit dem die Eigenschaften der verschiedenen Küchenpapiersorten überprüft werden können.

Pädagogische Anmerkung

Die Lehrerin kann beschließen, nur eine Eigenschaft des Küchenpapiers überprüfen zu lassen. In dem Fall sollte sie die Reißfestigkeit überprüfen lassen, da dort die größten Unterschiede zwischen den Marken zu erwarten sind. Oder sie schlägt vor, dass einige Gruppen die Reißfestigkeit testen, und andere die Saugfähigkeit.

Die Klasse einigt sich darauf, welche Eigenschaften getestet werden sollen. Anschließend wird (in Gruppenarbeit oder alle zusammen) für jede zu testende Eigenschaft eine Versuchsplanung gemacht. Die Lehrerin kann den Schülern das Arbeitsblatt 16 (Ein Produkt testen) geben. An der Tafel steht: "Was wollen wir herausfinden?" sowie ein Satz, der erklärt, was getestet werden soll. Danach kommt die Frage: "Wie werden wir das testen?" und es folgt in einigen Worten oder als Schema die geplante Versuchsdurchführung. Eventuell kann die Beantwortung dieser beiden Fragen auch in Einzelarbeit und schrift­lich erfolgen.

Die Lehrerin erinnert die Schüler daran, wozu eine Versuchsplanung gut ist: Mit einer Versuchsplanung weiß man genau, was zu tun ist – bevor man mit dem Experimentieren beginnt.

Die Versuchsplanung

Abb. 2: Die Versuchsplanung

Die Saugfähigkeit von Küchenpapier testen

Die Reißfestigkeit von Küchenpapier testen

Bevor die Klasse mit dem Testen beginnt, fragt die Lehrerin: "Wer ist der Mei­nung, dass das Küchenpapier A am saugfähigsten ist? Wer stimmt für B und wer für C? Warum?". Die Antworten sollten begründet sein (A ist am saugfä­higsten, weil ...). Die Schüler notieren ihre Vorhersagen in ihre Versuchshefte.

Phase 3: Die Tests durchführen (ca. 30 Minuten)

Die Versuche werden in kleinen Gruppen (à 3 oder 4 Schüler) durchgeführt. Die von der Klasse gemeinsam beschlossene Versuchsplanung kann zum Beispiel an der Tafel stehen oder auf einem Blatt Papier, das an jede Gruppe verteilt wird.

Die Lehrerin gibt jeder Gruppe drei Messbecher (oder drei Joghurtbecher oder Ähnliches) und drei Blätter Küchenpapier. Es muss eindeutig zu erkennen sein, welches Blatt zu welcher Marke gehört; zu diesem Zweck kann man zum Beispiel auf die Messbecher die Buchstaben A, B und C schreiben. Außerdem bekommt jede Gruppe eine Flasche Wasser, eine Stoppuhr und eventuell Lebensmittelfarbe (drei verschiedene Farben, eine pro Küchenpapiersorte).

Die Schüler führen die Versuche durch und schreiben die Ergebnisse für jede der drei Papiersorten (A, B und C) auf. Die Ergebnisse der verschiedenen Gruppen werden verglichen. Stimmen sie überein? Kann man daraus eine all­gemein gültige Schlussfolgerung ziehen? Passt diese zu den Vorhersagen der einzelnen Gruppen? Die Ergebnisse, die Zusammenfassung und die Schlussfol­gerung werden ins Versuchsheft geschrieben.

Zwei Mädchen testen die Saugfähigkeit des Küchenpapiers

Abb. 3: Zwei Mädchen testen die Saugfähigkeit des Küchenpapiers.

Phase 4: Diskussion

Die Klasse diskutiert: "Was haben wir aus den Versuchen gelernt?" "Wir wissen nun, dass wir überprüfen können, ob das, was man uns sagt, stimmt. Beim Experimentieren müssen wir sehr sorgfältig und genau sein. Wir wissen, was wir tun müssen, um unsere Versuche miteinander vergleichen zu können."

Diese Herangehensweise lässt sich natürlich auf andere Fälle/Situationen über­tragen. Die Schüler suchen nach Alltagssituationen, in denen sie mit Informa­tionen konfrontiert werden, die sie gern bestätigt haben würden: "Wenn je­mand behauptet, er hätte magische Fähigkeiten; ob ein Gegenstand tatsäch­lich Glück bringt; ob ein Nahrungsmittel stark und intelligent macht, usw."

Die Klasse wird feststellen, dass wir (oft) weder die Zeit noch die Möglichkeit haben, selber Tests durchzuführen. Aber vielleicht haben sich schon andere die gleiche Frage gestellt und haben bereits sorgfältige Tests durchgeführt. Ist dies der Fall, kann man sich die Ergebnisse der Tests anschauen. Sie können für unsere Entscheidungsfindung nützlich sein.

Zusammenfassung

Zum Schluss kann die Lehrerin mit den Schülern darüber diskutieren, dass Wissenschaftler beim Forschen ebenfalls Versuchsplanungen machen. Um zum Beispiel die Wirksamkeit eines Medikaments zu untersuchen, oder die Eigen­schaften eines Materials usw.

Evaluation

Der Lehrer kann für die Evaluation den Evaluationsbogen 9 (Der bessere Luftballon) verwenden. Es geht darum, das bessere der beiden Produkte auszuwählen. Jeder Schüler bewertet die Tests und beantwortet die Fragen bzw. sagt, wann die Tests es einem nicht erlauben zu entscheiden, welches das bessere Produkt ist. Die Antworten werden begründet und gemeinsam diskutiert.

Letzte Aktualisierung: 10.4.2018

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