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Homepage > Dokumentation > Naturwissenschaften > Astronomie > Grundlagen > Die Himmelsrichtungen

Die Himmelsrichtungen

Autor/inn/en:
Publikation: 1.9.2000
Herkunft: La main à la pâte, Paris

Die vier Himmelsrichtungen sind Norden, Osten, Süden und Westen. Man ist übereingekommen, Karten immer so anzulegen, dass Norden (also die Richtung zum Austrittspunkt der Erdachse, des so genannten geografischen Nordpols) oben ist, Osten rechts, Süden unten und Westen links. Wenn man sich nach einer Karte fortbewegen möchte, muss man eine Richtung kennen, man muss zum Beispiel wissen, wo Norden ist. Nur dann kann man sich mit Hilfe der Karte bewegen, wohin man möchte. Um den Norden zu finden, kann man einen Kompass verwenden. Nur muss man aufpassen, denn der Kompass zeigt den magnetischen Norden an. Es gibt noch andere Möglichkeiten, die Himmelsrichtung zu bestimmen, zum Beispiel anhand des Sonnenstandes oder mit Hilfe der Sterne.

Die 4 Himmelsrichtungen auf einer Karte

Der magnetische Norden

Tja, Norden ist tatsächlich nicht Norden! Man muss unterscheiden zwischen dem geografischen Nordpol und dem magnetischen. Die Magnetnadel des Kompasses weist auf den magnetischen Nordpol. Will man den geografischen Norden bestimmen, muss man eine von Ort zu Ort verschiedene Korrektur vornehmen, die magnetische Deklination.

Zur Definition der Deklination

Gegenwärtig (2013) liegt der magnetische Nordpol nördlich von Alaska, ungefähr 500 km vom geografischen Nordpol entfernt. Die Lage des magnetischen Nordpols schwankt jedoch beträchtlich. Er verschiebt sich zurzeit mit einer Geschwindigkeit von über 60 km pro Jahr Richtung Sibirien [1]. Daraus folgt für Österreich und die Schweiz eine Änderung der Deklination von etwa 0,12° bis 0,13° Richtung Osten pro Jahr, in Deutschland sind es zwischen 0,13° (Freiburg) und 0,15° (Flensburg) pro Jahr.

Anmerkung der Übersetzer: Das, was man magnetischen Nordpol nennt – weil er in der Nähe des geografischen Nordpols liegt –, ist eigentlich der magnetische Südpol (der magnetische Norden einer Kompassnadel zeigt nach Norden, dort muss sich also der Südpol befinden). Um Missverständnissen zu vermeiden, wird der magnetische Nordpol in der Geografie auch oft Arktischer Magnetpol genannt (und entsprechend der magnetische "Südpol" antarktischer Magnetpol).

Die anzubringende Korrektur hängt vom Ort und von der Zeit ab. In Paris betrug sie am 20.2.2013 1,5° West, 1960 waren es 6,4° West. Für Berlin waren es am 20.2.2013 3,1° Ost.

Die Deklination lässt sich zum Beispiel mit dem Deklinationsrechner des National Geophysical Data Center berechnen.

Der Kompass

Die Chinesen verwendeten den Kompass schon um 2600 vor unserer Zeit, Araber brachten ihn in der Mitte des XII. Jahrhunderts aus dem Fernen Osten zu uns. Mehrere Jahrhunderte hat der Kompass der Seefahrt gedient. Mit seiner Hilfe konnte man sich orientieren, auch wenn die Sonne oder die Sterne von Wolken verdeckt waren. Heutzutage wird er immer mehr verdrängt durch kompliziertere Geräte, die mit Hilfe von Satelliten die Position erkennen und dies mit einer Genauigkeit von nur wenigen Metern.

Der Kompass arbeitet nach folgendem Prinzip: Eine längliche magnetisierte Metallnadel ruht auf einer Spitze, sodass sie sich horizontal frei drehen kann. Diese Magnetnadel wird im magnetischen Feld der Erde ausgerichtet (in Nord-Süd-Richtung), denn die Erde gleicht einem großen Stabmagneten. Man muss allerdings aufpassen, dass die Umgebung des Kompasses frei ist von anderen Magnetfeldern (keine Lautsprecher von HiFi-Anlagen usw.), denn die würden den Kompass stören und er würde nicht mehr den magnetischen Norden anzeigen. Schließlich wäre auch noch die Abweichung zwischen magnetischem und geografischem Norden zu beachten.

Wie orientiert man sich an den Sternen?

Eine Frage einer Schülerin, eine kleine Geschichte um auf das Problem der (persönlichen) Vorstellungen aufmerksam zu machen und eine erste Antwort, um Lust auf mehr zu wecken.

Guten Tag,
wie kann man die Himmelsrichtungen finden, wenn man vom Polarstern (auf der nördlichen Halbkugel) ausgeht?
Vielen Dank.
Aurélie

Eine kleine Anekdote

Eins meiner Kinder sagte eines Tages, als es noch in der Grundschule war: "Papa, ich weiß, wo Norden ist! Heute haben wir das in der Schule gelernt. Ich zeig's Dir!" Das Kind geht in die Küche, sieht zur Tür hin, denkt nach und sagt fröhlich und selbstsicher: "Dort!", wobei es auf die östlich gelegene Mauer zeigt. Gespannt bringe ich es in ein in anderer Himmelrichtung ausgerichtetes Zimmer. Mit gleicher Überzeugung zeigt es auf die südliche Wand, die sich aber genau wie zuvor links von der Tür befindet.

Bei einem späteren Besuch in der Schule konnte ich mir Gewissheit verschaffen. Das Kind hatte sich in der Schulumgebung Bezugspunkte gemerkt und zwar für jeden Klassenraum. Wenn es gefragt wurde, gab es immer die richtige Antwort und die Lehrerin bestärkte es unversehens durch ihr Lob in seinem falschen Lernerwerb.

Eine erste Antwort

Eine wolkenlose Neumondnacht abwarten. Sich einen senkrechten Pfosten suchen, zum Beispiel eine Straßenlaterne. Den Polarstern finden, sich so hinstellen, dass der Pfosten den Polarstern verdeckt. Dann zeigt die Linie von Ihren Füßen zum Fuß des Pfostens in Richtung Nordpol. Also liegt Süden in Ihrem Rücken, rechterhand..., linkerhand...


Quellen:

[1]: http://www.ngdc.noaa.gov/geomag/data/poles/NP.xy

[2]: http://news.nationalgeographic.com/news/2009/12/091224-north-pole-magnetic-russia-earth-core.html

Letzte Aktualisierung: 25.10.2017

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