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Homepage > Aktivitäten > Optik > Licht und Schatten > Die Sonne, mein Schatten und ich > Einleitung

Einleitung

Autor/inn/en:
Publikation: 9.4.2008
Lernstufen: 12
Übersicht: Anmerkungen für die Lehrenden; Aufbau des Unterrichts­moduls; Anfangs­vorstellungen der Kinder
Herkunft: La main à la pâte, Paris

Für die Lehrenden

Ein auf einen "Schirm" (Boden oder Wand) projizierter Schatten ist ein Bereich ohne Licht. Das Licht gelangt dort nicht hin, weil die Lichtstrahlen durch den lichtundurchlässigen Gegenstand gestoppt werden.

Das Spiegelbild eines Gegenstandes, auf einer Wasseroberfläche zum Beispiel, ist ein Abbild dieses Gegenstandes. Wir sehen ihn, weil von jedem Punkt des Gegenstandes Licht auf die spiegelnde Oberfläche fällt und das dabei reflek­tierte Licht in unsere Augen gelangt. Dagegen gelangt aus einem Schattenbe­reich kein Licht in unsere Augen. Informationen über den Schatten selbst bekommen wir nur über den beleuchteten Bereich um den Schatten herum.

Damit ein Schatten eines Gegenstandes entstehen kann, müssen zwei Bedin­gungen erfüllt sein: Der Gegenstand muss beleuchtet sein, und er muss licht­undurchlässig sein (oder zumindest nur wenig Licht durchlassen).

Damit man den Schatten sieht, muss er auf einen (ebenfalls lichtundurch­lässigen) Hintergrund/Untergrund fallen.

Der Schatten eines undurchsichtigen Gegenstands müsste eigentlich schwarz sein. Das ist jedoch selten der Fall, weil meistens Licht, das von Gegenständen ausgeht, die Licht streuen, z. B. den Luftmolekülen des Himmels, in diesen Bereich gelangt. Deshalb sind bei Tageslicht beobachtete Schatten eher grau.

Aufbau des Unterrichtsmoduls

Die ersten drei Unterrichtsstunden sind dem Entdecken und Erkunden des eigenen Schattens bei Sonnenlicht gewidmet. Das ist nicht so ganz einfach, weil das Kind gleichzeitig Gegenstand und Beobachter ist.

Man könnte meinen, dass es geschickter sei, die Kinder zunächst Schatten von Gegenständen beobachten zu lassen, die von einer Lampe beleuchtet werden, weil sie dadurch einen gewissen Abstand haben. Wir haben uns jedoch entschieden, dieses erst in der vierten Unterrichtsstunde zu machen. Und zwar aus mehreren Gründen: Zum Einen wollen wir ein alltägliches und dem Anschein nach banales Phänomen – den Schatten – entmystifizieren. Aber wir wollen mit diesem Unterrichtsmodul den Kindern vor allen Dingen auch nahelegen zu zweifeln, Dinge zu hinterfragen und zu erforschen.

Dieses Infragestellen eines alltäglichen Phänomens kann die Kinder dazu brin­gen, weitere alltägliche Phänomene mit anderen Augen zu sehen.

In der fünften Unterrichtsstunde wird im Laufe eines Tages – qualitativ – die Schattenlänge eines senkrecht in den Boden gesteckten Stabes beobachtet. Dadurch soll den Kindern der tägliche Lauf der Sonne bewusst gemacht wer­den.

Wenn wir auch nicht die exakte Formulierung "Schatten ist ein Bereich ohne Licht" anstreben, so ist es doch die entsprechende Vorstellung, die wir in der Unterrichtsstunde 6 im Blick haben. Diese Unterrichtsstunde könnte noch durch die Beobachtung der Schatten verschiedener Gegenstände (licht­undurchlässige, durchsichtige, mit Löchern versehene) vervollständigt werden; dies wird hier jedoch nicht beschrieben. Auch könnte man das Unterrichts­modul auf sehr sinnvolle Weise mit einem Schattentheater abrunden.

Vorstellungen der Kinder

Für Kinder in diesem Alter hat der Schatten animistische Züge. Er verfolgt den eigenen Körper, kann einen erschrecken (vor allem nachts), und zeugt davon, dass jemand/etwas da ist. Die Kinder unterscheiden nicht unbedingt zwischen einem Spiegelbild (im Wasser zum Beispiel) und einem Schatten. Schatten im Licht der Sonne sind deutlich weniger bedrohlich als solche im Halbdunkeln. Außerdem sind sie den Kindern so vertraut, dass sie absolut unspektakulär sind und keine neugierigen Fragen hervorrufen. Es muss also ein Weg gefunden werden, um aus dem Alltäglichen eine untersuchungswürdige, für die Kinder interessante Fragestellung zu machen.

Einige Zeichnungen zu den Anfangsvorstellungen

An den spontanen Zeichnungen des Schattens des eigenen Körpers erkennt man einige Merkmale, die immer wieder auftauchen. Zum Beispiel werden die Schatten manchmal bunt gezeichnet. Noch häufiger enthält der Schatten Details wie zum Beispiel die Streifen eines Kleidungsstückes.

Kinderzeichnung: Mädchen mit gestreiftem Kleid

Abb. 2: Im Schatten sind die Streifen des Kleides eingezeichnet.

Die Schatten befinden sich in den Zeichnungen nicht auf dem Boden, und sie erscheinen oft als grauer Doppelgänger der eigenen Person. Sie hängen ei­gentlich nie am Körper und ihre Position in der Zeichnung ist völlig willkürlich und unabhängig von der Position der Sonne.

Kinderzeichnung: Junge mit seinem Doppelgängerschatten

Abb. 3: Der Schatten erscheint als Doppelgänger.

Für die Kinder ist Licht ein sehr diffuser Begriff. Man kann in diesem Alter noch nicht die Begriffe der Ausbreitung des Lichts einführen, genauso wenig das Licht durch Lichtstrahlen darstellen.

Kinderzeichnung: Ein Mädchen und ihr Schatten

Abb. 4: Der Schatten "hängt" nicht am Fuß des Mädchens und liegt außerdem zwischen Körper und Sonne.

Die zeichnerische Darstellung ist für die Kinder ein Problem: Wie kann man eine dreidimensionale Szene auf einem Blatt Papier wiedergeben?

Letzte Aktualisierung: 7.4.2015

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