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Homepage > Aktivitäten > Wissenschaft > Herangehensweise > Wissenschaftlich denken, kritisch denken > Klasse 4 bis 6 > 4: Argumentieren > Die Bildschirmmedien und ich

4.3: Die Bildschirmmedien und ich

1 4.2: Sollte man Nuletta essen? 2 4.3: Die Bildschirmmedien und ich
Autor/inn/en:
Publikation: 30.10.2017
Lernstufe: 3
Übersicht: Die Schüler lernen zu debattieren und stützen sich dabei auf verschiedene Formen der Information. Sie nutzen vorhandene Information, um für oder gegen einen Standpunkt zu argumentieren. Sie erkunden, welche Rolle Fakten, Meinungen und Empfindungen/Gefühl bei der Entscheidungsfin­dung spielen.
Angestrebte Kenntnisse: Wissenschaftlich denken, kritisch denken: Eine gute/stichhaltige Argumentation aufbauen.
Für Anfänger: Auf der Grundlage von Argumenten debattieren.
Kompetenzen: Mit Unterstützung des Lehrers forschendes Lernen betrei­ben: Ein Dokument untersuchen, das aus Text, Schemas, Grafiken, Tabellen, einem einfachen Algorithmus besteht; Problemlösung; Begriffsbildung; Argumentation; beobachten und fragen können; rational begründen können
Schwerpunkt: Weltanschauungs-/Lebenskundeunterricht, Medien und Kommunikation, Deutsch, Sachunterricht
Dauer: 2 Stunden
Material: Für jede Schülergruppe: Für jeden Schüler:
Herkunft: La main à la pâte, Paris

Aktivität: Eine gute Argumentation aufbauen

Ablauf: Die Schüler äußern zum Thema Bildschirmkonsum ihre Meinungen und hören sich die Meinungen ihrer Mitschüler an (Phase 1). Danach werten sie Informationen aus, die der Lehrer ihnen zur Verfügung stellt (Phase 2). Sie ordnen diese Informationen nach Kriterien ihrer Wahl (Phase 3) und benutzen sie anschließend, um eine begründete Debatte zu führen (Phase 4). Ziel ist es, einen Konsens zu finden, erst innerhalb der Gruppe und anschließend innerhalb der ganzen Klasse (Phase 5).

Botschaft zum Mitnehmen: Wenn man überzeugend und sinnvoll argumentieren will, muss man die verschiedenen, zur Verfügung stehenden Informationstypen erkennen und verstehen, welche Rolle sie jeweils spielen: die eigentlichen Daten, die wissenschaftlichen Erklärungen, die Meinungen und Empfindungen. In manchen Fällen muss man – in der Gruppe oder in der Klasse – einen Konsens erreichen.

Vorbemerkungen:

Bildschirme

Abb. 1: Computer-, Tablet- und Handybildschirm (CC0 1.0)

Phase 1: Bestandsaufname der Schülermeinungen (ca. 15 min)

In dieser Phase geht es darum, dass die Schüler ihre Meinung formulieren und ihren Mitschülern zuhören. Sie sollen ihre Meinungen begründen – auf der Basis ihrer Empfindungen und ihres Vorwissens.

Der Lehrer schlägt den Schülern vor, über Bildschirmmedien zu diskutieren. Es soll um jede Art von Bildschirmmedium gehen: Computer, Tablets, Handys, Fernseher, Spielekonsolen. Der Lehrer fragt: "Was haltet ihr von den Bildschirmmedien? Was sind ihre Vorteile und ihre Nachteile? Sollte man darauf achten, ihre tägliche Nutzung zeitlich zu begrenzen?" Die Schüler äußern sich frei, sie sollen allerdings ihre Meinungen für oder gegen die Vorteile von Bildschirmmedien begründen. Der Lehrer zeichnet eine zweispaltige Tabelle an die Tafel, um die von den Schülern genannten Vorteile und Nachteile zu erfassen.

Vorteile Nachteile
  • Sie lassen sich überall mit hinnehmen.
  • Man bleibt mit Freunden verbunden.
  • Man kann nach Informationen suchen.
  • ...
  • Es ist schwer, nicht hinzuschauen.
  • Man isoliert sich.
  • Man kann nicht einschlafen.
  • ...

Tab. 1: Vorteile und Nachteile von Bildschirmmedien – Schülermeinungen

Phase 2: Sich informieren – Was weiß man? Was wird gesagt? (ca. 30 min)

In dieser Phase analysieren die Schüler Informationen unterschiedlichster Art, um Grundwissen zu erlangen.

Der Lehrer erklärt den Schülern, dass er zum Aufbau eines Grundwissens über Bildschirmmedien aus verschiedenen Quellen Informationen zusammengestellt hat – zur Nutzung von Handys, Tablets, Computer usw. Die Schüler haben anhand dieser Informationen die Aufgabe, einen Standpunkt bezüglich folgender Aussage einzunehmen: "Man sollte die Zeit begrenzen, die man vorm Bildschirm verbringt."

Der Lehrer verteilt an die in Vierer- oder Fünfergruppen aufgeteilten Schüler eine Auswahl von Karten des des Arbeitsblattes 41 (Die Menschen und die Bildschirmmedien, Teil 1 und Teil 2). Es gibt Karten mit "Informationen" und Karten mit "Meinungen".

Die Schüler nehmen den Inhalt der Karten zur Kenntnis. Um schneller zu sein, können sie diese innerhalb der Gruppe verteilen: Jeder liest sich eine andere Karte durch und erklärt den anderen deren Inhalt.

Die Schüler sortieren nun die Karten nach Kriterien ihrer Wahl: Es werden Zahlen genannt, Äußerungen zitiert, Fakten genannt, Meinungen wiedergegeben usw. Die Schüler geben jeder Kategorie einen Namen und beschreiben jeweils das Kriterium. Sie können im Internet die zitierten Quellen überprüfen.

Pädagogische Anmerkung

Hier geht es nicht primär um Informationsrecherche. Will man diesen Aspekt betonen, kann man eine zusätzliche Unterrichtsstunde einfügen und die Schüler die Karten erstellen lassen. Will der Lehrer keine Zeit für die Überprüfung der Quellen verschwenden (oder hat er in der Schule keinen Internetzugang), kann er auf die auf den Karten aufgelisteten Quellen und deren Kurzzusammenfassung zurückgreifen.

Phase 3: Daten, wissenschaftliche Erklärungen und Meinungen unterscheiden (ca. 15 min)

Die Schüler sollen die Informationen/Argumente sortieren. Die von den einzelnen Gruppen definierten Kategorien und die entsprechenden Kriterien werden gemeinsam erörtert. Der Lehrer fragt, ob die Schüler für jede Karte die Quelle der Information überprüft haben. Falls die Kategorien "Daten", "wissenschaftliche Erklärungen" und "Meinungen" fehlen, schlägt er diese den Schülern vor und erklärt die Kriterien, auf denen sie beruhen. Er kann natürlich auch ähnliche Kategorien der Schüler übernehmen, wobei er sie, falls nötig, die Kriterien genauer formulieren lässt.

Jede Gruppe übernimmt die gemeinsam definierten Kategorien und stellt eine Tabelle auf, in der die Karten den verschiedenen Kategorien zugeordnet werden.

Daten wissenschaftliche Erklärung Meinung
Kriterium: Enthält Da­ten in Form von Zahlen­angaben. Diese Zahlen stammen von einer fach­lich ausgewiesenen Institution, deren Name auch genannt wird. Es handelt sich um eine bestätigte Aussage. Kriterium: Die Quelle beruft sich auf eine Studie, ein Experiment, eine Untersuchung einer wissen­schaftlichen Einrichtung. Es kann sich um eine bestätigte Aussage handeln (überprüfte Hypothese) oder auch nicht (über die Hypo­these wird noch gestritten). Der Name der Wissenschaftler/der wissenschaftlichen Einrichtung wird zitiert. Kriterium: Es handelt sich um die Äußerung einer Person. Es ist die persönliche Meinung dieser Person. Die Aus­sage wird nicht durch eine Untersuchung be­wiesen und stützt sich nicht auf Daten. Der Na­me der Person wird ge­nannt oder auch nicht.
     

Phase 4: Stellung beziehen (ca. 30 min)

Die Schüler sollen nun die zur Verfügung stehenden Informationen/Argumente dazu verwenden, um für oder gegen den folgenden Standpunkt Stellung zu beziehen: "Wenn man Hausaufgaben macht, muss man das Handy weglegen." Sie arbeiten zunächst jeder für sich und einigen sich anschließend auf eine gemeinsame Argumentation.

In der Gruppe wählt jeder Schüler eine Karte, die ihm für das Thema wichtig erscheint – entweder, weil sie seine eigene Meinung dazu stützt oder weil sie ihn dazu gebracht hat, seine Meinung zu ändern. Er erklärt seinen Mitschülern in der Gruppe in zwei drei Sätzen, weshalb er diese spezielle Karte ausgewählt hat. Ist sich ein Schüler unsicher, kann er auch zwei Karten nehmen, wobei er erklären sollte, weshalb er zweifelt.

Hat sich jeder Schüler in der Gruppe geäußert, macht sich die Gruppe daran, eine gemeinsame (differenzierte) Position zu formulieren. Drei Karten werden ausgewählt, als Grundlage für die nächste Phase: die Präsentation vor der gesamten Klasse.

Phase 5: Eine Argumentation strukturieren und präsentieren (ca. 1 Std)

Die Schüler sollen nun die vorhandenen Informationen verwenden, um zu diskutieren. Jede Gruppe bereitet ihre Argumentation vor. Die Schüler schreiben in einigen Sätzen ihren Standpunkt auf bezüglich der Aussage: "Wenn man Hausaufgaben macht, muss man das Handy weglegen". Außerdem beschreiben sie die drei ausgewählten Karten, nennen die dazugehörige Kategorie (Daten, wissenschaftliche Erklärung, Meinung) und erklären kurz und knapp, wie diese Karte ihren Standpunkt beeinflusst hat. Die Gruppe bereitet sich darauf vor, ihre Argumentation der Klasse vorzustellen.

Für die gemeinsame Erörterung zeichnet der Lehrer einen Pfeil an die Tafel. Die Standpunkte der einzelnen Gruppen werden nun entlang dieses Pfeils positioniert (ebenso die Informationen, die zu diesen Standpunkten geführt haben). Ein Vertreter jeder Gruppe kommt nach vorn, positioniert die von ihm und seinen Mitschülern ausgewählten Karten auf dem Pfeil und erklärt, weshalb sie sich für diese Karten entschieden haben. Auf diese Weise können die Standpunkte der ganzen Klasse visualisiert werden.

Ein Pfeil - nicht einverstanden bis einverstanden

Abb. 2: Pfeil zum Einordnen der Standpunkte bezüglich der Aussage "Wenn man Hausauf­gaben macht, muss man das Handy weglegen".

Zusammenfassung

Je nach Verteilung der Karten auf dem "Meinungspfeil" und je nach den verwendeten Argumenten, kann der Lehrer über Folgendes diskutieren lassen:

Die vorgeschlagene Debatte zeigt, welche Rolle die Wissenschaft im Alltag spielen kann. Die Wissenschaft liefert Wissen. Der Lehrer bittet die Schüler weitere Bereiche zu nennen, in denen wir in unserem Alltag auf die Wissenschaft zurückgreifen: Gesundheit, Energie, Klima, ... Er betont noch einmal, wie wichtig es ist, informiert zu sein, bevor man Entscheidungen trifft – ob als Individuum oder als Politiker.

Erweiterung: Klassenregeln

Wie kann man die Klasse dazu bringen, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen? Es geht jetzt nicht mehr darum, dass die einzelnen Gruppen bzw. Schüler ihre (zum Teil unterschiedlichen) Meinungen äußern, sondern darum, dass die ganze Klasse eine gemeinsame Position bezieht. Der Lehrer kann hier mit Rollenspielen arbeiten, oder Klassenregeln definieren lassen, die bis zum Schuljahresende gelten sollen.

Die Schüler werden wieder in Vierer- oder Fünfergruppen aufgeteilt. Sie schlüpfen in die Rolle von unabhängigen Experten, deren Aufgabe es ist, den Schuldirektor zu beraten, wie die Regelung bezüglich der Handynutzung auf dem Schulgelände aussehen sollte: "Sollte man Handys in der Schule verbieten?" Die Schüler müssen sich überlegen, was im Interesse des Schuldirektors ist: "Was sind die Ziele des Schuldirektors?" Sie müssen die Argumente finden, die ihm helfen, eine Entscheidung zu treffen.

Zunächst listet jede Gruppe schriftlich in einigen Sätzen die Ziele des Schuldirektors auf. Zum Beispiel: "Die Schüler sollen gute Noten haben." "Sie sollen sich entwickeln und fit sein." Je nachdem, welches Ziel der Direktor verfolgt, wählen die Schüler die Karten aus dem Arbeitsblatt 41 (Teil 1 und Teil 2), die dem Schuldirektor bei seiner Entscheidungsfindung am ehesten helfen werden.

Der Lehrer schreibt die von den Schülern genannten Ziele an die Tafel. Anschließend kommt ein Vertreter pro Gruppe nach vorn und erläutert die Gründe für die Wahl ihrer Karten, die sie in die Nein- oder die Ja-Spalte einordnen. Der Lehrer moderiert die Diskussion der Schüler. Er stellt zum Beispiel die Frage: "Unterstützen die ausgewählten Karten das Ziel oder die Ziele des Schuldirektors? Welche Art von Karten wurde bevorzugt ausgewählt? Wurden den affektiven und den Meinungsargumenten das gleiche Gewicht beigemessen wie bei den vorherigen Debatten?"

Der Lehrer arbeitet darauf hin, dass die Klasse eine gemeinsame, gut begründete Position einnimmt. Wenn die Positionen zu verschieden sind, werden dem Schuldirektor zwei Argumentationslinien gegeben, um eine Regelung einzuführen.

Sollte man Handys in der Schule verbieten?
Nein Ja
 
 
 
 

Evaluation

In dem Evaluationsbogen 23 (Eine gute Argumentation aufbauen) sollen die Schüler drei Behauptungen einordnen: Handelt es sich jeweils um eine Meinung, um Daten oder um wissenschaftliches Wissen?

Letzte Aktualisierung: 11.4.2018

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