Direkt zum Inhalt
Zum Ende des Inhalts
Zur Service-Navigation
Zur Suche
Zur Hauptnavigation
Zur Anmeldung/Registrierung
Homepage > Aktivitäten > Humanbiologie > Die fünf Sinne > Meine 5 Sinne
| Publikation: | 1.1.2001 |
| Lernstufe: | 2 |
| Übersicht: |
Wie verraten uns unsere Sinne zum Beispiel etwas über die Nahrung, die wir zu
uns nehmen?
Dieser Bericht hat 2001 einen "La main à la pâte"-Preis gewonnen. |
| Ziele: |
|
| Angestrebte Kenntnisse: | Sensorische Entdeckungsreise: Nutzung der fünf Sinne zur Unterscheidung verschiedener Dinge (Gegenstände und Ereignisse) |
| Herkunft: | La main à la pâte, Paris |
Die Schüler/innen erhielten ein Jahr lang täglich naturwissenschaftlichen Unterricht nach einem klaren und ausgewogenen Lehrplan, in den auch die Eltern eingebunden wurden.
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts wird Ihr Kind an
Aktivitäten teilnehmen, die sich auf "die 5 Sinne" beziehen. Es wird
auch Recherchearbeiten zu Hause durchführen. Wir würden Sie bitten,
Ihrem Kind dabei zu helfen. In diesem Zusammenhang können Sie ihm Fragen
zu den in der Klasse durchgeführten Experimenten stellen. Sie können
natürlich auch gern selbst in der Schule vorbeikommen, um sich über
unsere Arbeiten zu informieren und die Berichte in dem Elternheft zu lesen,
das Ihnen vor Ort zur Verfügung steht.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Unterstützung.
Die Lehrerin
Mit Hilfe des Fragebogens teilen die Schüler/innen ihre bisherigen Erfahrungen mit.
Die Schüler/innen von zwei zweiten Klassen versammeln sich im Raum für den naturwissenschaftlichen Unterricht.
In der Mitte des Raumes befindet sich ein Tisch, auf dem etwa 20 Gegenstände liegen. Es sind zufällig ausgewählte Gegenstände aus diesem Raum, die den Schüler/inne/n allerdings bekannt sein sollten.
hr werdet diese Gegenstände aufmerksam betrachten und so viele Informationen wie möglich zu jedem einzelnen zusammentragen.
- "Die Farbe?"
- "Ihr könnt noch viel mehr! Ihr könnt Auskünfte geben
über:
- Form
- Größe
- Farbe
- Herkunft
- Preis
- Verwendung
- Eigentümer
- Zusammensetzung
wie richtige Detektive."
Florianna: "Dies ist ein Plastiklöffel. Er ist klein und weiß. Man benutzt ihn, um Pulvermilch in die Nuckelflasche zu füllen. Er ist nicht zerbrechlich, außer man tritt drauf. Er ist kostenlos, da er bereits in der Milchpackung enthalten ist. Später kann man ihn für den Kaffee nehmen, wenn die Packung leer ist."
Anschließend zeige ich den Schüler/inne/n weitere Dosierlöffel unterschiedlicher Größe. Zwei sind gleich, mit Ausnahme der Farbe (rot für den einen und blau für den anderen). Ich bitte nun die Schüler/innen, nachdem sie beide genau betrachtet haben, mir zu sagen, welcher größer ist.
Kann man sich also allein auf den Sehsinn verlassen?
Hier habt ihr verschiedene Apfelsorten. Ihr betrachtet jetzt zu zweit genau euren Apfel und schreibt mindestens 10 Informationen über eure Frucht auf einen Zettel.
Dina hat eine Idee: "Ich habe noch gar nichts über den Geschmack des Apfels gesagt. Er ist süß, das werde ich auch auf den Zettel schreiben."
Anmerkungen für die Schüler/innen:
Emmanuel ist damit nicht einverstanden: "Also wenn ich mit meinem Apfel auf
den Tisch klopfe, macht er Geräusche".
Die Schüler/innen gehen mit der Aufgabe nach Hause, Äpfel zu
schütteln und zu hören, ob sich die Kerne im Apfel bewegen.
Mit nur drei visuellen Hinweisen sollen die Schüler/innen den Gegenstand ermitteln, der im schwarzen Müllsack verborgen ist.
1. Versuch / Die Lehrerin
Es ist 20 cm groß. Es ist beige, gelb und braun und innen weiß.
Die Kinder finden sofort die Lösung: ein Stück Brot.
2. Versuch / Jordan
Es ist dick, die Farbe ist Orange und die Form ist rund.
Eine Apfelsine (Orange).
3. Versuch / Laura
Es ist rund, aus Metall und mit Punkten verziert.
Die Schüler/innen überlegen sehr lange.
Es gibt die unterschiedlichsten Vorschläge, die wieder korrigiert werden,
indem die Schüler/innen auf die am Anfang des Spiels von Laura gegebenen
Hinweise zurückkommen.
Niemand findet die Lösung!!!
Laura zeigt uns ihren Gegenstand: ein Armband.
Hausaufgabe: Die Schüler/innen nehmen ein Arbeitsblatt mit nach Hause, das sie dort gemeinsam mit ihren Eltern bis Montag ausfüllen sollen.
Die Schüler/innen haben von zu Hause einen Gegenstand mitgebracht, den
ihre Klassenkamerad/inn/en erraten sollen, indem sie nur drei Hinweise
erhalten, mehr nicht. 14 Gegenstände standen bereits am Montagmorgen
zur Verfügung.
Diese Übung scheint sie zu motivieren!
- "Es ist braun, hart und zerbricht, wenn man es auf den Boden wirft.
- Es ist erst weich und wird dann hart.
- Mein Vater hat es aus den Bergen mitgebracht."
- Diese drei Hinweise reichen nicht aus.
- Geoffrey werden Fragen gestellt, die er nur mit ja oder nein beantworten
darf.
- Letztendlich muss er die Lösung verraten: "Es ist ein Vulkangestein".
Hier sind 5 kleine Metallgegenstände. Jede Gruppe zeichnet einen davon. Die Aufgabe besteht darin, den Gegenstand anhand der Zeichnung wieder zu erkennen.
"Da ihr sehr gute Beobachter/innen seid, schlage ich euch eine schwierigere
Aufgabe vor. Ihr seid schließlich in der 2. Klasse:
Hier sind 18 Samen, Kerne oder Körner.
Einige sehen sich ähnlich, andere nicht.
Ihr sollt diese Samen, Kerne oder Körner wieder zeichnen.
Danach sollt ihr sie anhand eurer Zeichnung wieder erkennen."
Jordan: "Oh nein, das ist zu schwer!!!"
"Gut, um euch zu helfen, gebe ich euch eine Lupe."
Die Kinder betrachten den Samen, den Kern oder das Korn lange, bevor sie
anfangen ihn/es zu zeichnen.
Sie nutzen die Gelegenheit auch dazu, ihren Daumen, ihren Radiergummi, ihre
Federtasche und die Hand der Nachbarin/des Nachbarn unter dem
Vergrößerungsglas zu betrachten.
Ich finde, die Schüler/innen haben die Aufgabe sehr gut gelöst, denn sie waren nicht nur gute Zeichner/innen, die schnell und genau gearbeitet haben, sondern auch gute Beobachter/innen, denn Zeichnung und Kern/Samen waren sehr ähnlich.
Zu Beginn der Übung schlage ich den Schüler/inne/n vor, das Spiel
mit dem geheimnisvollen Beutel weiterzuführen.
13 Beutel erwarten uns noch im hinteren Teil des Klassenzimmers.
Laura:
Zahlreiche Vorschläge werden unterbreitet und jeder passt zu den
gegebenen Hinweisen.
Auflösung: Ein Springseil.
Hier sind 18 Blätter, heruntergefallen vom selben Baum auf dem Schulhof.
Sie sind verschieden. Ihr werdet jetzt genaue Zeichnungen von ihnen
anfertigen. Das Ziel ist es, wie auch bei den Kernen/Samen, sie anhand eurer
Zeichnungen wieder zu erkennen.
Maxime: "Können wir wieder die Lupen benutzen?"
"Wenn ihr denkt, dass es euch hilft."
Anmerkung der Lehrerin:
Die Zeichnungen werden immer genauer, allerdings hat diese Unterrichtsstunde
zu lange gedauert und einige Schüler/innen haben nicht bis zum Schluss
zugehört.
Wurde ihr Blatt wieder erkannt, verloren die Schüler/innen ihr Interesse
an der Aufgabe.
Nehmen wir uns erneut die zu Hause angefertigten Arbeitsblätter vor, auf
denen ein Gegenstand beschrieben werden sollte.
Einige Blätter werden der Klasse vorgelesen, um den Gegenstand zu erraten.
Ich bitte die Schüler/innen unsere beiden Unterrichtsstunden in einem Satz zusammenzufassen. Einen Satz, den sie anschließend, mit Hilfe des Hilfslehrers Farouk, in den Computer eingeben sollen.
Wir setzen unser Spiel mit dem geheimnisvollen Beutel fort, indem wir alle am vergangenen Montag von den Schüler/inne/n mitgebrachten Gegenstände verwenden.
Jordan: "Es ist braun, weiß und grün. Ein Teil davon ist
höher."
Es kommen zahlreiche Vorschläge.
Da Jordan ungeduldig wird, fügt er noch hinzu: "Es ist wie die Titanic in
viel kleiner!"
Auflösung: ein Schiff.
Imène: "Es ist gelb, hat Löcher und man kann es ins Wasser
mitnehmen."
Nur wenige Vorschläge, denn die Antwort ist schnell gefunden.
Auflösung: ein Schwamm.
Emilie: "Es ist vorne blau und hinten grau, es glänzt etwas. Drinnen sind
Fische."
Vorschläge, die weit von der Lösung entfernt sind.
Auflösung: eine Schneekugel mit einem Delphin drin.
Wozu dient eine Lupe?
Sénem: "Sie vergrößert Gegenstände."
Hichem: "Damit kann man gut Details erkennen."
Lasst uns nun unsere Federtasche und ihren Inhalt mit der Lupe betrachten.
Die Schüler/innen betrachten mit und ohne Lupe. Sie sehen sich ihre Haare
an.
Jetzt sehen wir uns verschiedene Papiersorten unter der Lupe an und zeichnen
sie genau so, wie wir sie sehen.
5 verschiedene Strukturen werden mit der Lupe betrachtet:
Bemerkung: Die Schüler/innen griffen selten zur Lupe, um das Stück Papier zu vergrößern.
Erneute Erklärung zur Nutzung einer Lupe als Hilfsmittel. Geoffrey
übernimmt das und erklärt, wie damit Gegenstände
vergrößert werden.
Zweiter Versuch mit Woll-, Garn- und Bindfäden und einem Seil. Die
Unterlage ist rund.
Bemerkung: Es war ein Erfolg. Diesmal haben die Schüler/innen die Lupe zur Vergrößerung genutzt.
Das Spiel mit dem geheimnisvollen Beutel, mit dem seit einer Woche jede
Übung beginnt, ist ein Ritual geworden.
Sheng Yi nennt uns ihre 3 Hinweise:
- "Es ist rund."
- "Es ist aus Plastik und Eisen."
- "Es ist grün."
Kleiner Ball, großer Ball, Schachtel, Flasche, Spielzeug, Apfel.
Bei jedem Vorschlag überprüft die Klasse die Übereinstimmung
mit den Hinweisen, aber niemand kommt drauf.
- "Kann man das essen?"
- "Geht es kaputt?"
- "Ist es weich?"
Die Auflösung wird von Sheng Yi gegeben: ein Tamagotchi (virtuelles Küken).
Sind wir durch diese Versuche zu besseren Beobachter/inne/n geworden?
Natürlich sind die Schüler/innen davon überzeugt, gute
Beobachter/innen geworden zu sein. Dina bemerkte kürzlich, dass die
Lehrerin einen Akzent an der Tafel vergessen hatte.
Wir gehen jetzt hinaus auf den Schulhof und ihr versucht, nur mit Hilfe eurer
Augen, neue Details, kleine Dinge zu entdecken, die ihr vorher nie
wahrgenommen habt.
Sicherheitsregeln wiederholen.
Vorbereitung einer Pappunterlage mit Papier und Bleistift für Notizen vor
Ort.
Die Schüler/innen verteilen sich auf dem Schulhof auf der Suche nach
neuen und beachtenswerten Details.
Ich beobachte sie dabei: Sie sehen sich um, berühren jedoch auch hier und
da Dinge und unterhalten sich miteinander.
Emmanuel: "Mir ist nie aufgefallen, dass die weißen Markierungen auf dem
Boden viel glatter sind, als der Asphalt auf dem Hof."
Maxima: "Ich habe immer gedacht, dass alle Bäume den gleichen Stamm
haben. Aber jetzt sehe ich, dass es nicht so ist."
Marvin: "Emmanuel hat mir meine Bank weggenommen."
Wir werden die Lupe noch in anderen Situationen verwenden. Ich bin jedoch nicht sicher, ob sie verstanden haben, dass dieses Hilfsmittel dazu dient "Dinge, die dem bloßen Auge verborgen bleiben, besser wahrzunehmen."
Montag haben wir mit der Lupe neue Details im Hof entdeckt. Ihr habt viele
Dinge berührt, um euch ein genaueres Bild zu verschaffen.
Heute wollen wir ein kleines Experiment machen, um den "Tastsinn" zu
trainieren.
Es liegen 2 große schwarze Beutel auf dem Tisch, die jeweils 14, den
Kindern unbekannte Gegenstände enthalten. Der Test besteht darin, sie
durch Ertasten mit beiden Händen zu identifizieren.
Dina und Jordan beginnen.
Dina erkennt 5 Gegenstände: Handschuh, Camembertschachtel, Lappen,
Küchenpapier, Alufolie.
Jordan erkennt 6: Plastiktüte, Küchenpapier, Handschuh, Band,
Camembertschachtel, Alufolie.
Die 14 Gegenstände werden aus dem Beutel genommen und auf dem Tisch in
der Mitte des Raums für den naturwissenschaftlichen Unterricht, in dem
bereits der erste spielerische Test stattfand, ausgebreitet.
Die Schüler/innen betrachten die 14 Gegenstände.
Zurück in ihrem Klassenzimmer, sollen sie sich die Gegenstände ins
Gedächtnis zurückrufen und sie auf ein Blatt Papier schreiben.
Jeder versucht sich an die 14 gesehenen Gegenstände zu erinnern.
Maxime ist als erster fertig.
Viele Kinder schreiben die Wörter auf und bitten gelegentlich um Hilfe.
Ich buchstabiere die unbekannten Wörter, nachdem das fragende Kind sie
mündlich nach Silben getrennt hat.
(Die am häufigsten erfragten Wörter: Kirsche, Käse, Camembert,
Aluminium, Zucchini.)
Die unterschiedlichen Papiersorten wurden durch Befühlen nicht sehr gut
erkannt. Es stimmt, dass ich einen hohen Schwierigkeitsgrad gewählt habe:
Papier, Toilettenpapier, Küchenpapier, Papiertaschentuch,
Papierserviette.
Die Kirschtomate und die runde Zucchini wurden zwar als Frucht erkannt,
konnten jedoch nicht benannt werden.
Der Schnürsenkel und der Zweig wurden nicht wahrgenommen. Vielleicht
waren sie einfach in einer Beutelfalte verborgen.
Die Schüler/innen zogen mehrheitlich das Aufschreiben der Wörter dem
Zeichnen der Gegenstände vor. Ich denke, sie sind jetzt in der Lage
präzisere Notizen vorzunehmen. Ich habe sie in dieser Hinsicht auch
gelobt.
"Es gelingt euch weitestgehend, verborgene Gegenstände mit den
Händen zu ertasten. Mit Hilfe welcher anderen Körperteile
könnte man Gegenstände, ohne sie zu sehen, erkennen?"
Imène: "dem Knie."
Jordan: "dem Kinn."
Emmanuel: "dem Ellenbogen."
Florianna: "der Nase."
Jimmy: "dem Bein."
Starten wir einen Versuch. "Hier habt ihr 3 runde Gegenstände:
- einen Tennisball,
- einen Plastikball,
- eine Apfelsine."
"Würdet ihr sie mit verbundenen Augen wieder erkennen, indem ihr sie nur
mit der Nase, dem Kinn oder dem Ellenbogen berührt?"
Wir verständigen uns zunächst über die Versuchsbedingungen und
bereiten eine Tabelle vor, um die Ergebnisse festzuhalten.
In jeder Gruppe wird ein/e Verantwortliche/r zur Gestaltung der Tabelle und
zum morgigen Eintragen der Ergebnisse gewählt.
Gruppe 1: Geoffrey
Gruppe 2: Maxime
Gruppe 3: Florianna
Gruppe 4: Dina
Gruppe 5: Laura
Bemerkung: Alle Tabellen sind richtig, bis auf diejenige der Gruppe 5. Diese berücksichtigt nicht alle "Bälle". Vielleicht verstehen sie den Sinn der Tabelle besser, wenn sie sie morgen ausfüllen müssen.
Die Schüler/innen testen nun in den einzelnen Gruppen ihren Tastsinn,
indem sie versuchen, mit verbundenen Augen die beiden Bälle und die
Apfelsine wieder zu erkennen.
Die/der gestern gewählte Verantwortliche trägt die Ergebnisse mit
ja/nein in die Tabelle ein.
Die Versuche laufen gut; jeder beobachtet, wartet auf die Antwort.
Die Schüler/innen sehen sich aufmerksam die Ergebnisse an und kommentieren die Arbeiten der anderen Gruppen.
Sie zählen die Anzahl der JAs für jeden runden Gegenstand zusammen:
Tennisball: 12
Plastikball: 14
Apfelsine: 11
Warum habt ihr den Plastikball und die Apfelsine verwechselt?
Jordan: " Sie sind beide glatt."
Senem: "Der Tennisball hat mir an der Nase gekitzelt."
Laura: "Mit der Stirn lassen sich die Bälle nicht so gut erkennen."
Warum habt ihr den Tennisball mit den beiden anderen verwechselt, obwohl dieser doch nicht glatt ist?
Emmanuel: "Wenn man den Ball nur so hinlegt, erkennt man ihn nicht genau. Man
hätte ihn ein wenig auf der Haut hin und her rollen müssen."
Marvin: "Ich habe lange überlegt."
Ich erkläre also den Schüler/inne/n, dass es manchmal länger dauert, eine Entscheidung zwischen verschiedenen Möglichkeiten zu treffen. In der Wissenschaft darf man nichts dem Zufall überlassen. Es ist besser, sich Zeit zu lassen. Man sollte jedoch seine Entscheidung später begründen können.
Ausgestattet mit Bleistift und einem weißen Blatt Papier, gehen die
Schüler/innen auf die Suche nach Oberflächen, die sich
unterschiedlich anfühlen, und machen davon Abdrücke.
Wir erforschen den Flur, den überdachten Teil des Hofes, den Pausenhof.
Die Schüler/innen berühren fast alles mit ihren Händen und
fragen mich nach dem entsprechenden Wort.
Ich notiere mir einige Ungenauigkeiten beim Wortschatz:
- Sitz / Stuhl
- Auf dem Boden / Fußboden
- Scheibe / Fensterscheibe
- Holz / Kork
- Plastik / Kitt
Wir betrachten die von den anderen Klassenkamerad/inn/en gesammelten Proben
und versuchen die Oberflächen zu bestimmen.
Anschließend kleben wir unsere Proben in das Experimentierheft.
Jede Gruppe erhält eine undurchsichtige Plastikflasche, die jeweils einen
Gegenstand enthält.
Anweisung: Durch Schütteln der Flasche herausfinden, welcher Gegenstand
darin enthalten ist.
Ihr sagt mir erst eure Lösung, wenn ihr innerhalb der Gruppe diskutiert
habt und zu einer gemeinsamen Meinung gekommen seid.
Gruppe 1: ein Stein
Warum? – Es geht beim Schütteln nicht kaputt, also ist es hart wie
ein Stein.
Gruppe 2: Kreide
Warum? – Beim Hin- und Herrutschen in der Flasche rollt es nicht so wie
beim Versuch mit den Gerüchen. Deshalb glauben wir, dass es Kreide ist.
Gruppe 3: ein Korken
Warum? – Wenn man rüttelt, macht es kaum Geräusche, wie ein
Flaschenkorken.
Gruppe 4: eine Kastanie
Warum? – Wir haben ordentlich geschüttelt und Chiong, die Kastanien
gut kennt, hat gesagt, dass es eine ist.
Gruppe 5: ein Kieselstein
Warum? – Maxime behauptet, dass es genauso klingt wie Kieselsteine, die
man wirft.
Jordan tippt eher auf ein Kastanie, denn er hat gerade eine gegen seine
Flurtür geworfen.
Auflösung: Es ist eine Kastanie.
Morgen sollt ihr 4 Gegenstände an ihren Geräuschen, die sie in einer Dose machen, erkennen.
"Wir gehen etwas in der Zeit zurück. Welche Gerüche habt ihr heute
Morgen in der Küche wahrgenommen?"
Die Kinder überlegen eine Zeit lang; dann äußern sich die
Ersten:
Jetzt werde ich an jede Gruppe eine Wanne mit Gegenständen verteilen. Ihr riecht daran und sagt mir, woran sie euch erinnern. In den Wannen befinden sich zum Beispiel ein Plastiklöffel, ein Stein, eine Apfelsine, ein Apfel, Sonnenblumenkörner.
Chiong, der erkältet ist, kann nichts zu den Gerüchen sagen. Daraus schließen wir, dass die Nase für Gerüche wichtig ist!
- Die Kartoffel: "Sie riecht nach Erde und ein bisschen nach Frucht, so wie
der Apfel, den wir vorhin betrachtet haben."
- Der Stein: "Er riecht nach Berg, nach Zeltlager, nach Belgien, nach Erde,
Kälte und Schnee."
-Die Apfelsine: "Sie riecht ein wenig nach Banane."
-Der Plastiklöffel: "Er riecht nach gar nichts, er hat keinen Geruch."
-"Die Sonnenblumenkerne riechen nach Salz."
Heute stelle ich euch vor die größte Herausforderung, vor der je
eine 2. Klasse gestanden hat. Ihr sollt 10 Gerüche erkennen,
die in 10 undurchsichtigen Flaschen enthalten sind, in deren Deckel ein
kleines Loch gebohrt ist.
- Jeder erstellt eine eigene Tabelle.
- Ihr teilt eure Flaschen mit den Kindern eurer Gruppe.
- Wenn ihr fertig seid, werden wir sehen, ob ihr euch einig seid.
- Ich verteile die Flaschen und die Kinder machen sich an die Arbeit.
Diese Stunde hat länger gedauert als vorgesehen.
Die Kinder haben sich Zeit genommen, um den Geruch in der Flasche ganz sicher
zu bestimmen.
Alle Gruppen haben sich die 10 Proben friedlich geteilt.
Nur in Gruppe 3 gab es zwischen Jordan und Geoffrey Streitereien.
Für die beiden anderen aus dieser Gruppe, Florianna und Chiong, war das
schwierig.
"Schwer zu erriechen" waren Kreide und Nagel.
Warum? "Sie riechen nach nichts."
"Schnell erkannt" waren Kaffee, Kakao, Essig, Duschgel/Shampoo.
Warum? "Es sind Gerüche, die wir jeden Tag riechen, also kennen wir sie
gut."
Man kann einen Geruch nur dann bestimmen, wenn man ihn vorher schon einmal gerochen hat. Wenn man ihn vorher noch nie gerochen hat, kann man einen Geruch hat nicht identifizieren.
Welche Geräusche habt ihr heute Morgen in der Küche gehört?
Die Antworten sprudeln nur so hervor.
Jordan: "Das Wackeln der Bank."
Hichem: "Das Quietschen der Tür."
Emmanuel: "Das Radio."
Maxime: "Das Durchlaufen des Kaffees."
Jimmy: "Das Laufen des Wasserhahns."
Laura: "Das Schreien meiner Schwester."
Dina, Nivetha: "Den Fernseher."
Sheng Yi: "Geräusche von der Straße, wie Vögel, Autos,
Motorräder."
Sénem: "Die Schritte meines Vaters."
Florianna: "Die Tassen, die auf den Tisch gestellt werden."
Kelly: "Meine Mutter, die mit meinen Geschwistern spricht."
Imène: "Den Fön meiner Mutter, vor allem seit sie sich
Strähnchen hat machen lassen."
Die Kinder notieren mit Hilfe einer Zeichnung alle Geräusche, die sie morgens gehört haben, sowie ihre Herkunft.
[Mittwochs haben französische Grundschüler/innen schulfrei.
Anmerkung der Übersetzerin].
Am Mittwoch Vormittag wurde eine Kassette mit Hausgeräuschen aufgenommen.
Am nächsten Tag wird diese Kassette in einer Umgebung, die ein konzentriertes Arbeiten begünstigt, angehört, nämlich in der Bibliothek, auf dem Teppich sitzend, mit genügend großem Abstand zur Nachbarin oder zum Nachbarn, und mit geschlossenen Augen.
Die vertrauten Geräusche wurden schnell erkannt:
Geräusche, die von den Kindern nicht so schnell erkannt wurden:
Die Kinder waren durchgängig für 30 bis 40 Minuten mit dieser
Arbeit beschäftigt.
Diese Aufgabe war zu schwierig für Maxime, Emmanuel, Jordan, Geoffrey.
Welche Geräusche habt ihr heute Vormittag im Schwimmbad gehört?
Auch hier gibt es wieder zahlreiche Antworten.
Emilie: "Die Füße, die im Wasser plätschern und die
Hände, die über den Beckenrand gleiten."
Imène: "Unter Wasser hört man einen anhaltenden dumpfen Ton, wie
bei einem Motor. Ich höre auch die Geräusche der Füße der
Kinder, wenn sie die Leiter hinunterklettern."
Marvin: "Die Stimmen im Umkleideraum, Menschen, die mit der Dame am Eingang
sprechen, die Badekappen verkauft."
Houda: "Das Spritzen des Wassers, wenn die anderen ins Wasser springen."
Florianna: "Hände, die aufs Wasser schlagen und die an der Beckenstange
entlang gleiten, und wenn alle Kinder durch das Fußbecken gehen."
Kelly: "Das Geräusch der Dusche auf den Gummibadekappen, die
Klettverschlüsse der Turnschuhe, die Reißverschlüsse der
Jacken."
Maxime: "Das Aufdrehen der Dusche, die "Nudeln" [auf Französisch
heißen die Nudeln "frites" = Pommes frites. Kleine Zwischenanmerkung
der Übersetzerin], die ins Wasser geworfen werden."
Hichem: "Das Geräusch von nassen Sachen, wenn ich meine Badehose
ausziehe."
Jimmy: "Die Spiele und das Spritzen des Wassers."
Die Kinder zeichnen einen Plan des Schwimmbeckens und den Ursprung aller Geräusche (Laute), die sie soeben beschrieben haben. Alle Geräusche werden eingekreist für eine vereinfachte Präsentation im Rahmen der gemeinsamen Zusammenfassung.
Da ihr jetzt gelernt habt Geräusche besser zu erkennen und sie genauer zu
beschreiben, schlage ich euch eine kleine Umfrage in der Klasse vor:
Unter allen Geräuschen, die ihr seit eurer Geburt gehört habt,
welches war
Folgende Geräusche wurden von den Schüler/inne/n als laut und unerträglich empfunden:
Folgende Geräusche wurden von den Schüler/inne/n als leise und angenehm empfunden:
Wie wird ein Geräusch, das aufhört und wieder anfängt, bezeichnet?
Die Kinder überlegen eine Weile.
Lasst uns andere Laute finden, die aufhören und wieder beginnen:
Letztendlich einigen wir uns auf das Adjektiv "diskontinuierlich" (zeitweilig unterbrochen).
Was haltet ihr davon, eine Klangdose zu bauen? Es gibt ausreichend Materialien im Klassenzimmer für naturwissenschaftlichen Unterricht, vor allem leere Kakaodosen.
"Was ist nötig, damit eine Dose Töne erzeugt?"
- Jordan: "Man kann draufhauen."
- Florianna: "Man muss Dinge rein tun."
- Imène: "Man muss verschiedene Dinge rein tun, damit es besser
klingt!"
"Was kann man alles hineintun?
- "Reis, Sand, Körner, Nudeln
"Jeder von euch bastelt jetzt eine Musikdose, wobei jede einen anderen Ton
hervorrufen muss."
Jeder entwirft für sich sein Projekt und erstellt eine Bauanleitung.
Ich erinnere die Kinder daran, dass alle (Kakao-)Dosen identisch sind, die Aufgabe jedoch darin besteht, daraus unterschiedliche Töne zu erzeugen.
Die Schüler/innen fertigen ihre "Klangdose" nach ihrer Bauanleitung an. Die Anfertigung der einen oder anderen Klangdose erfordert einige Findigkeit:
"Erzeugt jede Klangbox wirklich einen anderen Ton?"
Alle Klangdosen werden getestet.
Wir haben uns bereits viel mit unserem letzten Sinn, dem Geschmackssinn beschäftigt. Ich würde nun gern wissen, was ihr bevorzugt: salzig, süß oder bitter?
Viele Kinder mögen sowohl den salzigen, als auch den süßen
Geschmack.
Einige Kinder (6) mögen den bitteren Geschmack.
Die Kinder haben sehr bereitwillig vom Kochen zu Hause und von ihren
Lieblingsspeisen erzählt. Auf diese Weise haben wir einige Gerichte aus
Indien, Marokko und den Antillen kennen gelernt.
Im Klassenraum für den naturwissenschaftlichen Unterricht liegen 40 Kieselsteine auf einem großen Tisch. Die Kinder betrachten sie genau.
Fragen:
- Woher kommen sie?
- Wie kann man sie ordnen?
- Kann man daraus "Familien" bilden, wie bei Pflanzen oder Tieren?
Antworten der Schüler/innen:
Jordan: alle Kieselsteine, die flach und dunkelrosa sind.
Houda: alle Kieselsteine, die rund und weiß wie die Wolken sind.
Chiong: die dunkelgrünen und grauen Felsstückchen.
Florianna: die braunen Kieselsteine, die durchlöchert sind wie
Schwämme.
Warum sind alle Kieselsteine abgerundet?
Maxime: Das liegt am Meer, das sie durch ständiges Hin- und Herbewegen
abnutzt. Sie riechen übrigens auch nach Salz. Das ist ein Beweis!
Jede/r Schüler/in wählt einen Kieselstein aus, betrachtet ihn eingehend und zeichnet ihn dann genau ab, bevor er/sie ihn mit den geeigneten Adjektiven beschreibt.
Ihre Beschreibung ist deutlich präziser als zu Beginn der
Unterrichtseinheit, als es um den Apfel ging.
Hier ist eine Skizze der Rückansicht. Einige Kinder haben ihre
Kieselsteine vermessen, was andere auf neue Ideen gebracht hat. Ich habe
keinerlei Fantasiefarben in den Zeichnungen vorgefunden. Die raue
Beschaffenheit kommt sehr gut zum Ausdruck. Aber haben sie wirklich
ihre 5 Sinne genutzt?
Nur ein einziger Schüler sprach vom Geruch, hat ihn jedoch nicht in
seinem Bericht erwähnt.