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Homepage > La main à la pâte > Lamap entdecken > Häufig gestellte Fragen

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Hier finden sie Antworten auf häufig gestellte Fragen (Frequently Asked Questions). Die Fragen, die wir hier beantworten, haben sich aus verschie­denen Diskussionen über La main à la pâte ergeben.


1.  Allgemeine Fragen zu La main à la pâte (Lamap)

1.1  Was ist so besonders an Lamap?

Bei La main à la pâte liegt der Schwerpunkt auf dem Lernen durch Erkunden, Experimentieren und Diskutieren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Sprachvermögen und Spracherwerb, siehe dazu auch die Grundsätze und Ziele von La main à la pâte und Mehr über La main à la pâte von Sophie Ernst.

Die Kinder sollen ihre Umwelt beobachten und eigenständig erkunden; sie sollen Fragen stellen, Annahmen machen, sich Experimente ausdenken, diese durchführen und sich gemeinsam mit ihren Mitschüler/inne/n und der/dem Lehrenden Kenntnisse aneignen sowie Erfahrung gewinnen. Ein Thema sollte kontinuierlich und über einen längeren Zeitraum behandelt werden. Eine ganz besondere Rolle spielt bei La main à la pâte das Versuchsheft.

Warum ist es so wichtig, dass die Kinder selber "forschen"? Ganz allgemein kann man sagen, dass zumindest in den Naturwissenschaften das Lernen von Fakten eigentlich nur eine untergeordnete Rolle spielt. Viel wichtiger ist es, Zusammenhänge zu begreifen und zu lernen, im Rahmen der jeweiligen Kon­zepte zu denken und diese anzuwenden. Simple Fakten kann man immer in einem Buch nachschlagen, Verständnis nicht.

Verständnis kann man aber nur erlangen, wenn man sich intensiv und über einen längeren Zeitraum mit einem Thema beschäftigt. Man muss die grund­legenden Konzepte visualisieren und versuchen, Phänomene im Rahmen eines Konzepts zu verstehen. Wenn man einen Satz wie "Die Erde bewegt sich einmal im Jahr um die Sonne und der Mond einmal im Monat um die Erde." einfach nur auswendig lernt, dann hat man ihn schnell wieder vergessen, spätestens wenn der nächste Test, bei dem er abgefragt wird, vorbei ist. Wenn man aber diese Aussage z. B. mittels eines noch so simplen Modells (und seien es auch nur drei Bälle) konkretisiert, wird viel mehr hängenbleiben und man wird überhaupt erst anfangen, mit den Konsequenzen dieser Aussage gedanklich zu "spielen". Man wird sich fragen, wie der Effekt, dass der Mond zu- und wieder abnimmt, im Rahmen dieses Modells zu erklären ist. Man wird überlegen, ob das Zustandekommen der Jahreszeiten daraus ableitbar ist (oder ob Zusatzannahmen oder Präzisierungen des Modells nötig sind) usw. Wenn man findet, dass alle (oder zumindest einige) dieser Phänomene im Rahmen des Modells eine relativ einfache und anschauliche Erklärung finden, dann wird der Sinn hinter dem Satz erst wirklich klar und man wird ihn wesentlich länger in Erinnerung behalten. Und selbst wenn man ihn vergessen hat, wird man sich wahrscheinlich noch an die Arbeit mit dem Modell erinnern und ihn daraus sogar wieder rekonstruieren können.

Wenn man ein naturwissenschaftliches Phänomen gründlich erkundet, und sich auf diese Weise bisher Unverständliches auf einmal leicht und elegant erklären lässt, ist die Begeisterung in der Regel groß. Plötzlich hat man etwas über die Welt verstanden, was vorher so kompliziert und unverständlich zu sein schien! (Und das gilt nicht nur für Kinder, sondern auch für "gestandene" Naturwissen­schaftler/innen in der Forschung!) Die Erinnerung an dieses positive Gefühl trägt zum einen dazu bei, sich auch in Zukunft mit zunächst als schwierig wahrgenom­menen Themenbereichen auseinanderzusetzen, und hilft, die dabei naturgemäß immer wieder auftretenden Hürden zu überwinden.

All dies führt zu dem Schluss, dass im naturwissenschaftlichen Unterricht kei­neswegs die Vermittlung von Fakten das Wichtigste ist, sondern es vielmehr entscheidend ist, die Kinder dazu anzuregen, selbst Phänomene der sie umge­benden Welt zu "erforschen" und sie dadurch zu einem tieferen Verständnis zu führen. Nur so kann man sie wirklich für diese Themen interessieren und ihre Neugier auch für andere Themen wecken (oder erhalten, denn normalerweise sind Kinder von Natur aus neugierig). Die sicherlich auch notwendigen Fakten werden die Kinder dabei fast "nebenbei" lernen, sie werden sie zum Teil sogar selbst erfragen, wenn sie herausfinden, dass sie sie für ihre Experimente benötigen.

1.2  Erfordern Experimente nicht eine teure Ausrüstung?

Die Annahme, dass man zur Durchführung naturwissenschaftlicher Experimente komplizierte, teure Geräte benötigen würde, trifft, wie schon die Lektüre weni­ger Unterrichtseinheiten zeigen wird, nicht zu. In vielen Fällen ist es problem­los möglich, mit einfachsten Mitteln, die kaum etwas kosten und einfach zu beschaffen sind, interessante und eindrucksvolle Versuche durchzuführen. Tat­sächlich verlangt keine einzige der Unterrichtseinheiten die Anschaffung kom­plizierter Geräte (die von den Kindern auch gar nicht zu bedienen wären). Ein wenig Kreide, ein Zollstock, ein paar Gläser, wie sie im Haushalt jeden Tag weggeworfen werden, reichen in vielen Fällen völlig aus. Schließlich sind die Versuche ja oft von Lehrer/inne/n und Erzieher/inne/n ausgearbeitet worden, denen keineswegs ein besonderes Budget zur Anschaffung von Spezialgeräten zur Verfügung stand und die sich mit dem behelfen mussten, was bereits vor­handen oder leicht zu beschaffen war.

1.3  Ist es nicht unrealistisch anzunehmen, man könne mit ganzen Klassen oder Kindergartengruppen Experimente durchführen?

Die wahrscheinlich überzeugendste Antwort ist, dass ein solcher Unterricht, in dem die Kinder selbst experimentieren, bereits in vielen Klassen und Kindergar­tengruppen erfolgreich durchgeführt worden ist, wovon die Unterrichtseinhei­ten, die Sie auf unseren Seiten finden, Zeugnis ablegen. Und es ist keineswegs so, dass diese Beispiele an besonders "privilegierten" Schulen entstanden, die zusätzliche Mittel oder Ausstattungen dafür erhalten hätten. Sie wurden in "ganz normalen" Schulen und Kindergärten erarbeitet. Tatsächlich sind viele sogar aus der Arbeit mit Kindern aus Schulen und Kindergärten in sozialen Brennpunkten entstanden (und viele der Probleme in Frankeich sind denen in Deutschland nicht unähnlich). Unterricht, in dem die Kinder selber anfangen zu "forschen", führt keineswegs zu völligem Chaos in der Klasse, im Gegenteil, wenn die Kinder selber agieren – Themen aktiv angehen, Hypothesen aufstel­len und sich Versuche ausdenken, die sie anschließend durchführen und deren Ergebnisse sie dann wiederum in der Gruppe diskutieren – arbeiten sie in der Regel disziplinierter und lassen sich weniger leicht von "Störenfrieden" ablenken.


2.  Fragen zur Sonnentaler-Internetplattform

2.1  Wozu soll das alles gut sein?

Die Erfahrungen in Frankreich haben gezeigt, dass es, insbesondere für Leh­rende, die wenig Erfahrungen mit Naturwissenschaften haben, nicht einfach ist naturwissenschaftlichen Unterricht zu gestalten. Deswegen ist hier das Ziel, Anregungen und Vorschläge zu präsentieren, die zeigen, wie man an diesen Themenkomplex herangehen kann. Keine der hier veröffentlichten Unterrichts­einheiten ist "in Stein gemeißelt", viele müssen wahrscheinlich zumindest teil­weise an die speziellen Bedingungen an Ihrer Schule oder Ihrem Kindergarten angepasst werden. Diese bereits von anderen Lehrenden getesteten Unter­richtseinheiten sollten Sie allerdings dazu anregen, diese interessanten und relevanten Themen (von denen die allermeisten in den Rahmenlehrplänen für den Sachunterricht bzw. für NaWi 5/6 der einzelnen Bundesländer auftauchen) auch selber zu behandeln, und Ihnen hoffentlich auch zeigen, dass dies viel­leicht einfacher ist, als Sie gedacht hätten.

Die Möglichkeit, Fragen an Experten zu stellen, ist ein wichtiges Element der Internetplattform, wie sich schon bei unseren französischen Kollegen heraus­gestellt hat. Es erlaubt Ihnen, sich bei Schwierigkeiten jederzeit Hilfestellungen von kompetenter Seite zu holen. Sei es, dass Sie bereits Probleme bei der Unterrichtsvorbereitung haben, oder dass bei der Durchführung Schwierigkei­ten auftauchen (oder dass Schüler/innen eine Frage stellen, die Sie vielleicht nicht sofort beantworten können). Es stehen Ihnen Fachleute zur Seite, die versuchen werden ihre Fragen so schnell und umfassend wie möglich zu beantworten.

2.2  Und wer bezahlt das Ganze?

Das Sonnentaler-Projekt wird hauptsächlich durch die Freie Universität Berlin finanziert. Von Anfang an wurde es auch immer wieder durch die Wissen­schaftsabteilung der Französischen Botschaft in Berlin unterstützt. Von März 2006 bis Ende 2007 wurde das Projekt zusätzlich vom Bildungsnetz Berlin/Life e.V. unterstützt und von April bis September 2008 vom Europäi­schen Sozialfonds. Die deutsch-französischen Schüleraustauschprojekte wurden zusätzlich von EUMETSAT und Mercator Ocean unterstützt.

Zu betonen sei an dieser Stelle, dass es keinerlei kommerzielle Interessen gibt, die uns in unserer Unabhängigkeit einschränken würden. Tatsächlich ist ein wesentlicher Bestandteil der Absprache zwischen der Académie des sciences, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Freien Universität Berlin, die zusammen die Schirmherrschaft für dieses Projekts über­nommen haben, dass keinerlei finanzielle Interessen verfolgt werden dürfen. Insofern können Sie sicher sein, dass alle hier veröffentlichten Beiträge kos­tenlos sind und auch bleiben werden.

2.3  Wo gibt es La main à la pâte sonst noch überall?

Es gibt zahlreiche sogenannte mirror websites der französischen La main à la pâte-Internetplattform:

2.4  Warum eigentlich "Sonnentaler"?

Der französische Ausdruck "mettre la main à la pâte" (wörtlich übersetzt: "die Hand in den Teig tun") bedeutet in etwa "Hand anlegen" oder "lasst es uns an­packen". Wir haben auf Deutsch kein auch nur annähernd passendes Pendant gefunden. Inspiriert durch einen Abendvortrag über optische Alltagsphänomene von H. Joachim Schlichting, Professor für Physikdidaktik in Münster, fiel unsere Wahl schließlich auf den Namen Sonnentaler.

Sonnentaler, das sind diese Lichtflecken, die man auf dem Boden beobachten kann, wenn man an einem sonnigen Tag mit aufmerksamem Blick unter Bäumen spazieren geht. Wenn man sich überhaupt darüber Gedanken macht, wird man in der Regel vermuten, dass es sich einfach um das Licht handelt, das durch die "Löcher" im Blätterdach scheint. Tatsächlich sind diese Lichtflecken aber nichts anderes als Abbilder der Sonne!

Dieses alltägliche Phänomen, das jeder schon einmal (eventuell nur unbe­wusst) gesehen hat, beruht auf grundsätzlichen optischen Effekten, die man an eben diesen Sonnentalern mit wenig Aufwand demonstrieren und anschau­lich machen kann, ohne dass man komplizierte Geräte oder ein aufwendiges Theoriegebäude bräuchte ... ganz im Sinne von La main à la pâte.

Letzte Aktualisierung: 12.2.2014

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