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Homepage > Aktivitäten > Humanbiologie > Die Bewegungen des Körpers > Unser Körper in Bewegung
| Autor/inn/en: | |
| Publikation: | 1.1.2000 |
| Lernstufe: | 3 |
| Übersicht: | Unterrichtseinheit à 6 Unterrichtsstunden zur Erschließung des menschlichen Skeletts und dem Verständnis darüber, wie die Muskeln mit den Knochen verbunden sind und so unserem Körper Bewegungsabläufe ermöglichen. |
| Ziele: |
1. Unterrichtsstunde:
Methodische Ziele:
Begriffliche Ziele:
Begriffliche Ziele:
Begriffliche Ziele:
Begriffliche Ziele:
|
| Angestrebte Kenntnisse: | Der menschliche Körper und die Gesundheit: Körperbewegungen im Sport und bei der Arbeit |
| Dauer: | 6 bis 8 Unterrichtsstunden à ca. 45 Minuten |
| Material: |
1. Unterrichtsstunde: Pro Schüler/in: 1 Blatt Papier, Filzstifte, 1 Heft 2. Unterrichtsstunde: Pro 4er Gruppe: 1 Kopie der 5 ausgewählten Zeichnungen (vorhergehende Unterrichtsstunde) 3. Unterrichtsstunde: Für die gesamte Klasse: Zeichnungen und Schriftstücke der vorangegangenen Unterrichtsstunde 4. Unterrichtsstunde: Für die gesamte Klasse: Schriftstücke der vorangegangenen Unterrichtsstunde, 1 Skelett, 1 schematische Darstellung eines Skeletts pro Schüler/in 5. Unterrichtsstunde: Für die gesamte Klasse: Schriftstücke der vorangegangenen Unterrichtsstunde Pro 4er Gruppe: Lernwerkstatt "Sezieren": Hinterbeine eines Frosches, Pinzetten, Lupen / Lernwerkstatt "Modell": Holzleisten, mechanische Bauteile (Baukasten), elastisches Klebeband, Schnüre, Knete, Büroklammern. |
| Herkunft: | La main à la pâte, Paris |
Ausgangspunkt für diese Unterrichtseinheit war eine Tanz-AG, an denen die Schüler/innen teilgenommen haben. Die/der Lehrende versucht hier den Schüler/inne/n ihrer/seiner 3. Klasse zu vermitteln, wie man ein "Problem löst": Phasen, in denen formuliert, Fragen gestellt, erforscht und strukturiert wird, wechseln sich ab. Die schriftliche Arbeit spielt eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Ideen, als Diskussionsgrundlage und bei der Strukturierung der Kenntnisse. Geschrieben wird zum Teil in Einzelarbeit ins Versuchsheft oder es entsteht mit Hilfe der/des Lehrenden eine gemeinsame Niederschrift.
Ungefähr 45 Minuten
Nach einer Tanzstunde bittet die/der Lehrende die Schüler/innen sich während des Tanzens darzustellen.
Abb. 1: Zeichnungen tanzender Kinder
Die Zeichnungen werden verglichen und es werden diejenigen ausgewählt, die die Bewegungen am besten darstellen. Die Antworten der Schüler/innen werden an der Tafel festgehalten. Einige Schüler/innen stellen die Bewegungen vor der Klasse nach und so kann zusammenfassend festgestellt werden, dass die Bewegungen am deutlichsten zu erkennen sind, wenn die Gliedmaßen gebeugt dargestellt werden.
"In diesem Heft könnt ihr euch Notizen machen, sei es um eure Gedanken zu den Bewegungen oder eure neuesten Erkenntnisse festzuhalten. Ihr könnt auch Zeichnungen anfertigen. Ihr könnt das Heft mit nach Hause nehmen."
Die/der Lehrende bittet die Schüler/innen schriftlich zu erklären, wodurch es unserem Körper möglich ist sich zu bewegen und schlägt vor, dies am Beispiel des Armes zeichnerisch darzustellen. Sie/er sammelt die Schriftstücke ein und analysiert sie.
Ungefähr 45 Minuten
Vor der 2. Unterrichtsstunde hat die/der Lehrende alle Organe oder Körperteile auf ein Plakat geschrieben, die in den Antworten der Schüler/innen auf die Frage "Warum können wir uns bewegen?" auftauchen. Sie/er wählt ebenfalls die 5 aussagekräftigsten Schülerzeichnungen (die das Innere des Armes darstellen) aus. Sie geben Auskunft über die Anfangsvorstellungen der Schüler/innen.
Nachdem die Schüler/innen kurz an die Aufgabenstellungen der vergangenen Unterrichtsstunde erinnert wurden, hängt die/ der Lehrende die Liste der von den Schüler/inne/n in ihren Notizen genannten Organe auf und bittet sie diese Antworten zu sortieren. Durch diese kollektive Arbeit lernen die Schüler/innen zu unterscheiden zwischen:
Der/die Lehrende verteilt die 5 ausgewählten Zeichnungen (durchnummeriert von A bis E) und bittet die Schüler/innen sie zu vergleichen und zu sagen, ob sie der Auswahl zustimmen oder nicht und dies zu begründen. Die Antworten werden in jeder Gruppe auf einem Plakat festgehalten.
Abb. 2: Schülerzeichnungen: Wie sieht ein Arm von innen aus?
B: Es gibt mehr Knochen als bei A, C, D, E.
C: Es ist nicht möglich, dass sich ein Knochen vollständig beugt und die
Vene befindet sich nicht im Knochen.
D: Mit Hilfe der Legende ist die Zeichnung klar.
A: Die Knochen hängen zusammen.
E: Der Unterarmknochen ist nicht krumm.
Die 5 Zeichnungen, die in der Gruppe genutzt und vergrößert wurden, sowie die neu erstellten Aufzeichnungen werden an der Tafel befestigt. Die Schüler/innen lesen nacheinander die Gruppenplakate. Anschließend werden die formulierten Gedanken, aber auch die Formulierungen selbst diskutiert. Die/der Lehrende nutzt die Gelegenheit, um den Schüler/inne/n den Unterschied zwischen einer Feststellung (es wurde nur beschrieben, was gesehen wurde) und einer Meinung (entweder ist man einverstanden oder nicht) zu verdeutlichen. Sie/er ermutigt die Schüler/innen bei einer Meinungsäußerung zu argumentieren. Die/der Lehrende lässt einige Sätze neu formulieren und schreibt sie erneut auf die Plakate.
Ungefähr 45 Minuten
Kurze Wiederholung der letzten Unterrichtsstunde und gemeinsames Formulieren der Fragen und Hypothesen.
Nachdem die Zeichnungen und Aufzeichnungen der letzten Unterrichtsstunde erneut aufgehängt wurden, bittet die/der Lehrende die Schüler/innen die Plakate noch einmal zu lesen.
Der/die Lehrende bittet die Schüler/innen genau zu formulieren, was sie zu wissen glauben und welche Fragen noch offen sind. Es gibt Unstimmigkeiten, was die Härte von Knochen angeht, über die Art wie sie miteinander verbunden sind, darüber, was Muskeln eigentlich sind und welche Rolle sie spielen.
Die/der Lehrende schreibt auf ein Plakat, was die Schüler/innen ihr/ihm diktieren:
| Was wissen wir zum heutigen Zeitpunkt (Datum) über Körperbewegungen: | Fragen, die uns zu einem besseren Verständnis der Funktionsweise der Bewegungen verhelfen: |
|---|---|
|
|
Diese Listen zeigen deutlich, dass noch Fragen auftauchen (die 2. und die 4.), bei denen die Schüler/innen nicht in der Lage sind die Bedeutung bezüglich des von der/dem Lehrenden gestellten Problems zu relativieren, d.h. dass noch nicht alle die Arbeit der Problemlösung verinnerlicht haben.
Ungefähr 45 Minuten
Die/der Lehrende wiederholt die Fragestellung der letzten Stunde. Anschließend lesen die Schüler/innen erneut das in der letzten Stunde angefertigte Plakat (Tabelle aus der 3. Unterrichtsstunde). Die Schüler/innen erinnern den/die Lehrer/in daran, dass sie sich ein Skelett anschauen wollten.
Einige Hersteller bieten kleine Skelettmodelle an. In Ermangelung eines Skeletts kann man auch auf Fotografien von Skeletten zurückzugreifen (siehe die Literaturquellen weiter unten). Um die gewonnenen Kenntnisse erneut einzusetzen, kann man mit den Kindern Röntgenbilder analysieren. Dies setzt jedoch ein paar Vorkenntnisse voraus.
Die Schüler/innen beobachten das Skelett und versuchen die in der letzten Stunde gestellten Fragen zu beantworten. Jede/r Schüler/in zeichnet das Skelett in sein/ihr Heft und notiert, was er/sie glaubt verstanden zu haben.
Während der Diskussion nennt die/der Lehrende die Namen der wichtigsten Knochen: Schädel, Gebiss, Wirbel, Rippen, Oberarmknochen, Speiche, Elle, Oberschenkelknochen, Schienbein, Wadenbein, Kniescheibe, Finger- und Zehenknochen.
Die Schüler/innen formulieren mit Hilfe der/des Lehrenden das Gelernte und die neuen Fragen, die sie sich stellen.
Es kommt zu einer erneuten Diskussion darüber, wie die Knochen auf der Höhe
der Gelenke miteinander verbunden sind. Am Skelettmodell sind die Knochen
durch Schrauben und Muttern miteinander verbunden, den Schüler/inne/n ist
natürlich bewusst, dass dies in der Realität nicht der Fall ist.
Nicht alle sind davon überzeugt, dass Schädelknochen immer hart sind. Sie
schließen dies aus dem, was sie über Babys gehört haben.
Die/der Lehrende schreibt auf was die Schüler/innen sagen:
| Was wissen wir zum heutigen Zeitpunkt (Datum) über Körperbewegungen: | Unsere Fragen: |
|---|---|
|
|
Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass es nicht ausreicht die Wirklichkeit zu beobachten, um seine Vorstellungen zu ändern und dass eine untersuchende Beobachtung nicht nur Antworten bringt, sondern auch neue Fragen aufwirft.
Gemeinsam mit den Schüler/innen beschließt die/der Lehrende weitere
Erforschungen vorzunehmen.
Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen kann man sehen, wie die Knochen ineinander
greifen. Antworten auf weitere Fragen zu den Knochen werden in Enzyklopädien
bzw. in einem Atlas des menschlichen Körpers recherchiert.
Die/der Lehrende verteilt an jede/n Schüler/in das Bild eines Skeletts, das sie mit Hilfe der an der Tafel stehenden Wörter beschriften sollen: Sie sollen die Namen der Knochen und Gelenke auf der linken Seite eintragen und die Namen der Körperteile auf der rechten Seite.
Diese Aufzeichnung veranschaulicht die Kenntnisse, die während des Unterrichts erworben bzw. behandelt wurden, stellt jedoch nicht zwangsläufig eine Antwort auf die anfängliche Fragestellung dar. Antworten können erst nach hinreichenden Nachforschungen und Überprüfungen formuliert werden und auch erst nachdem alle Zwischenfragen beantwortet wurden. Zum Schluss wird zusammengefasst.
Mit Hilfe der in der letzten Stunde angefertigten Plakate lässt die/der Lehrende die gestellten Fragen und die gegebenen Antworten wiederholen. Es wird festgestellt, dass immer noch nicht geklärt ist, wie die Knochen miteinander verbunden sind und wodurch sich die verschiedenen Körperteile bewegen. Die Schüler/innen schlagen vor, ein Tier zu sezieren und Experimente durchzuführen (sie wissen nicht genau, was für welche).
Die/der Lehrende schlägt also vor, Hühnerschenkel zu sezieren und Modelle anzufertigen, um die Frage zu klären, wie die Knochen verbunden sind und wie sie sich bewegen. [Anmerkung der Übersetzer: Im französischen Originaltext werden Froschschenkel seziert.]
[Anmerkung der Übersetzer: Was beim Sezieren beachtet werden sollte, können Sie in der Fußnote 4 der Unterrichtseinheit "Was wird aus den Nahrungsmitteln, die wir essen?" nachlesen.]
Sich auf die angefertigten Zeichnungen und Texte stützend, erklärt jede
Gruppe, was sie gemacht und verstanden hat. Die verschiedenen Antworten
werden gegenübergestellt.
Zum Abschluss wird eine erste Bilanz gezogen und die Ergebnisse in der
Klasse ausgehängt:
Jede/r Schüler/in sollte die Möglichkeit haben, allein zu sezieren. Man erkennt deutlich wie die antagonistischen Muskeln arbeiten. Anschließend sollte ein Vergleich mit dem menschlichen Körper angestellt werden. Dies sollte auch die Verallgemeinerung vereinfachen, die einen wichtigen Schritt zum Verständnis darstellt.
Es sei angemerkt, dass es den Gruppen, die Modelle erstellt haben, zwar gelungen ist die Gelenke nachzustellen, jedoch nicht Muskeln zu modellieren.
Die Klasse beschließt in den Lehrbüchern der 4. bis 6. Klasse nachzuschlagen, um die Informationen zu vervollständigen und um sicher zu gehen, dass keine Fehler aufgetreten sind (zwei verschiedene Lehrbücher pro 4er-Gruppe).
Im Anschluss an die Gruppenarbeit schreibt jede/r Schüler/in in sein/ihr Heft was er/sie verstanden hat.
Die/der Lehrende schreibt an die Tafel, was die Schüler/innen ihr/ihm sagen und hilft eventuell neu zu formulieren:
Dies bedeutet nicht, dass sie die Funktionsweise der Muskeln verstanden haben. Ihnen ist jedoch anscheinend klar geworden, dass die Muskeln für die Bewegung verantwortlich sind.
Diese Stunde fand im Rahmen des Deutschunterrichts (im Originaltext: Französischunterricht, A.d.Ü) statt. Die Schüler/innen sind von der ursprünglichen Fragestellung ausgegangen und haben eine Erklärung formuliert, indem sie eine Synthese aller Antworten, die im Biologieunterricht erarbeitet wurden, gemacht haben.
Unser Skelett besteht aus 206 Knochen. Sie sind hart und
zerbrechlich. Auf der Höhe der Gelenke können sich die Knochen
im Zusammenspiel bewegen. So werden Bewegungen des Körpers möglich.
Knochen greifen ineinander und sind durch Bänder miteinander verbunden.
Zum Schutz der Knochenenden in Höhe der Gelenke, sind diese von
Knorpel umgeben.
Die Muskeln ermöglichen das Zusammenspiel der Knochen. Die Muskeln
gehen in Sehnen über, die mit den Knochen verbunden sind.
Zieht sich ein Muskel zusammen, schwillt er an und verkürzt sich
gleichzeitig. Er zieht auf diese Weise den Knochen, der sich bewegt.
Die/der Lehrende kann die Schüler/innen entweder bitten, eine endgültige Fassung des gesamten Erläuterungstextes zu entwerfen oder kann Lückentexte mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen vorschlagen. Dies ermöglicht eine Auffächerung der Aufgaben und eine Anpassung an das jeweilige Niveau der Schüler/innen.
Diese geschilderte Übung wurde in einer 3. Klasse durchgeführt. Haben die Schüler/innen jedoch bereits ein höheres Niveau, kann man sie dazu anhalten, die Befestigungspunkte der Muskeln zu lokalisieren und den Zusammenhang zwischen ihrer Lokalisierung und ihrer Rolle bei der Bewegung der Knochen zu erkennen. Die Schüler/innen sollen die Muskeln auf einer schematischen Zeichnung und/oder an einem Modell lokalisieren, indem sie ein Material auswählen, das die Muskeln darstellen soll (die Knochen sind bereits zusammengesetzt oder schematisiert). So lernen die Schüler/innen, dass die Bänder nicht einfach irgendwo festgemacht werden können.
Um den Schüler/innen leichter verständlich zu machen, dass das Verkürzen
der Muskeln für die Bewegung der Knochen verantwortlich ist, hat eine
Referendarin im Praktikum den Schüler/inne/n ein selbst gefertigtes Modell
mitgebracht. Sie hat die Kinder gebeten, ihr zu erklären was passiert,
wenn sie das Modell bewegt. Das Modell wurde aus Hartpappe gefertigt, die
Knochen waren durch Musterklammern miteinander verbunden und die Muskeln
wurden durch Schnüre dargestellt, die von Knete umhüllt waren. Diese Muskeln
waren mit einer Masse an den Knochen befestigt, wie sie sonst verwendet
wird, um Plakate an der Tafel oder an der Wand zu befestigen. Wenn die
Schüler/innen nun einen Muskel verkürzten und dabei den Knochen festhielten,
sahen sie, dass dieser dicker wurde und an dem Knochen zog, den sie nicht
festgehalten hatten. Ihnen wurde so auch der Begriff der antagonistischen
Muskeln verdeutlicht.
Eine andere Referendarin hatte ein ähnliches Modell, bei dem die Knochen
aus Holzleisten angefertigt waren, die durch ein System von Zapfen und
Zapfenlöchern miteinander verbunden waren.