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Homepage > Aktivitäten > Materie und Stoffe > Zustandsänderungen > Wenn Wasser gefriert

Wenn Wasser gefriert

Autor/inn/en:
Publikation: 1.1.1999
Lernstufe: 3
Übersicht: "Wie verwandelt sich Wasser in Eis?"
Mit Hilfe einer Kältemischung untersuchen die Schüler/innen die Temperatur und die Zeit, die notwendig sind, damit das Wasser gefriert (erstarrt). Anschließend stellen sie ihre Ergebnisse in einer Kurve dar.
Ziele:
  • Folgendes verstanden und behalten haben: Materie bleibt erhalten, auch wenn ein Stoff – in diesem Fall Wasser – seinen Zustand wechselt.
  • Wissen, dass die Erstarrungs- oder Schmelztemperatur des Wassers 0 °C beträgt.
  • Erkennen, dass ein Zustand sich nur allmählich verändert.
Angestrebte Kenntnisse: Materie: Die Zustände und die Zustandsänderungen des Wassers (flüssiger, gasförmiger, fester Zustand)
Dauer: 2 oder 3 Unterrichtsstunden
Herkunft: La main à la pâte, Paris

Wissenschaftliche Begriffe

Während der Zustandsänderungen ist ein Teil des Wassers im flüssigen und ein Teil des Wassers im festen Zustand.
Die Zustandsänderung geschieht bei einer konstanten Temperatur von 0 °C.

Wissenschaftlicher Wortschatz

- konstante Temperatur
- Kältemischung: das Wort wird nur nebenbei erwähnt, allerdings können es sich die Schüler/innen im Allgemeinen sehr gut merken, da es für ein "außergewöhnliches" Phänomen verantwortlich ist (siehe weiter unten).

Angestrebte Fähigkeiten

- Ein Thermometer korrekt ablesen zu können
- Die Zeit-Temperatur-Kurve zeichnen zu können

Übersicht über die Unterrichtsstunden

Ablauf Dauer Beschreibung
1. Bei welcher Temperatur schmilzt Eis? 15 Minuten Bei welcher Temperatur verwandelt sich Wasser in Eis?
Jede/r Schüler/in notiert seine/ihre Vorhersage:
Eis ist gefrorenes Wasser, es wird bei ... Grad fest.
Zusammenlegen und Besprechen der Ergebnisse. Um die Frage endgültig zu beantworten, wird ein Versuch durchgeführt.
2. Wie kann man die Umwandlung von flüssigem Wasser in Eis beobachten? 30 Minuten Wenn man Wasser in den Gefrierschrank stellt, kann man die Umwandlung nicht beobachten. Daher schlägt der/die Lehrer/in vor, eine Kältemischung zu verwenden.
Jede Gruppe führt den Versuch mit der Kältemischung durch.
Die abgelesenen Messwerte werden ins Versuchsheft notiert.
3. Zeichnen der Kurve und Protokoll 15 Minuten Jede/r Schüler/in zeichnet ausgehend von den Messdaten die Temperatur-Zeit-Kurve in sein/ihr Versuchsheft.

1. Bei welcher Temperatur schmilzt Eis?

Ausgangssituation

Eine Schulklasse hat im Winter bei einem Ausflug Eiszapfen, Schneeflocken, zugefrorene Pfützen, Flüsse und Seen usw. gesehen.
Die Begriffe Eis, Schnee und flüssiges Wasser kommen zur Sprache.
Die Schüler/innen der Lernstufe 3 wissen zwar im Allgemeinen, dass "Eis gefrorenes Wasser ist", stellen sich aber eine Frage:
Bei welcher Temperatur verwandelt sich Wasser in Eis?

Foto: Eisschollen auf der Spree

Abb. 1: Eisschollen auf der Spree in Berlin

Formulierung der Vorhersagen

Jede/r Schüler/in schreibt seine/ihre Vorhersage in sein/ihr Versuchsheft:
"Das Eis ist gefrorenes Wasser, es wird bei ... Grad fest."

Zusammenlegen und Besprechen der Ergebnisse

- Die Schüler/innen verkünden ihre Vorhersagen.
- Es wird diskutiert und argumentiert.
- Um zu wissen, wer Recht hat, gibt es nur eine Lösung: Man muss einen Versuch durchführen.

2. Wie kann man die Umwandlung von flüssigem Wasser in Eis beobachten?

Sofortiger Vorschlag der Kinder

Man muss das Wasser in den Gefrierschrank stellen; aber dabei gibt es ein Problem: "Man sieht nichts."
Sollte niemand das Problem erkennen, kann man die Kinder diesen Versuch aber dennoch durchführen lassen. In diesem Fall teilt man die Stunde in zwei Phasen auf.

Kommentar der/des Lehrenden

Verwendung einer Kältemischung.
- Die Kältemischung in eine Schüssel geben.
- Etwas Wasser in einen kleinen Becher geben.
- Diesen in die Schüssel stellen.
- Die Kältemischung ist keine "Zauberei", sie "funktioniert" nach dem gleichen Prinzip wie ein Gefrierschrank.

Anmerkungen

Wie kann man die Umwandlung von Wasser in Eis beobachten?
- Zunächst einmal muss sie sichtbar sein.
- Außerdem braucht man, um die Temperaturänderungen zu messen, ein Messinstrument: ein Thermometer.

Versuchsdurchführung

- Jede Gruppe holt sich ihr Material.
- Nach den Anmerkungen und Erklärungen des/der Lehrenden führen die Schüler/innen den Versuch durch.
- Jede/r Schüler/in notiert die Versuchsanordnung in sein/ihr Versuchsheft.

Aufgabenverteilung

- Ein/e Schüler/in gibt alle zwei Minuten das Kommando während ein/e andere/r die Temperatur am Thermometer abliest.
- All das wird von den beiden anderen Schüler/inne/n der Gruppe notiert.
- Derjenige oder diejenige, der/die die Temperatur am Thermometer abliest, sagt auch den Zeitpunkt an, bei dem das Wasser anfängt fest zu werden, und denjenigen, bei dem es vollständig gefroren ist.
- Die ermittelten Werte werden ins Versuchsheft notiert.

3. Zeichnen der Kurve und Protokoll

Ablauf

- Jede/r Schüler/in zeichnet ausgehend von den Messdaten die Temperatur-Zeit-Kurve in sein/ihr Versuchsheft.
- Anschließend kommt man auf die Prognosen der Schüler/innen zurück.

Anmerkungen

- Je nach Niveau der Klasse oder der verschiedenen Gruppen kann es ratsam sein, den Schüler/inne/n die Struktur der auszufüllenden Tabellen und/oder das Koordinatensystem vorzugeben, damit sie die Kurve leichter zeichnen können.
- Zum Schluss wird eine kleine Debatte organisiert, um gemeinsam zu erörtern, was aus diesem Versuch gelernt werden konnte.

Ergänzungen

"Kennt ihr andere Zustände des Wassers?"
Es taucht der Begriff Dampf auf. Es können dann Versuche zur Verdampfung von Wasser gemacht werden.

Kommentar der/des Lehrenden

Durchführung des Versuchs

- Man sollte die Untersuchungen zum Gefrieren von Wasser im Januar durchführen.
- Man sollte kein zu großes Thermometer benutzen, auch keins, bei dem der Glaskolben mit der Thermometerflüssigkeit zu hoch liegt, da ansonsten der Wasserstand höher sein muss. Das wiederum bedeutet, dass man mehr von der Kältemischung braucht und dass es länger dauert, bis das Wasser gefriert. Dasselbe Problem stellt sich, wenn man zu große Gefäße benutzt.
- Es handelt sich um eine relativ einfache Unterrichtsstunde, die leicht durchzuführen ist, sofern man das geeignete Material benutzt. Ist dies nicht der Fall – und das habe ich bei einem ersten Versuch erfahren dürfen – kann sich das Ganze schnell in einen Alptraum verwandeln (endlose Zeit bis zum Gefrieren usw.).

Pädagogische Probleme

- Es kann passieren, dass das eigentliche Ziel dieses Versuchs, die Untersuchung von gefrierendem Wasser, durch den "fantastischen" Aspekt der Kältemischung in den Hintergrund tritt.
- Die Auswertung der Versuchshefte zeigt Folgendes:
- Dass Wasser bei 0°C gefriert, scheinen 23 von 24 Drittklässlern verstanden zu haben.
- Dass die Zustandsänderung bei konstanter Temperatur erfolgt, haben nur 5 von 24 Schüler/innen begriffen. Für die anderen nimmt die Temperatur ab, variiert also. Die Phase der Zustandsänderung wird bei vielen mit der Gesamtdauer des Versuchs gleichgesetzt.
- Die Verwendung der Kältemischung hat eine gewisse Neugier und viel Spaß am Experimentieren entfacht.
- Außerdem werden methodische Kompetenzen wie das Lesen von Tabellen mit 2 Spalten oder die Verwendung eines Thermometers entwickelt.

Interdisziplinarität

- Auch wenn diese Aktivität alles andere als außergewöhnlich ist, kann sie eine interessante Grundlage für den Deutschunterricht darstellen, insbesondere wenn die durchgeführten Versuche an Dritte vermittelt werden (Beispiel: Naturwissenschaftliche Rubrik in der Schulzeitung, Ausstellungen usw.).
- Die Qualität der von den Schüler/inne/n verfassten Protokolle lässt oft zu wünschen übrig – eine wunderbare Gelegenheit, um das Verfassen dieser Art von Texten zu üben.

Material

Pro Vierergruppe:

Für die Klasse:

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