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Homepage > Aktivitäten > Ökologie > Ökosysteme > Wie zersetzen sich Blätter?

Wie zersetzen sich Blätter?

Autor/inn/en:
Publikation: 1.1.2001
Lernstufen: 23
Herkunft: La main à la pâte, Paris
Bewertung:
(noch keine Bewertung)

Ausgangsfrage

"Wie zersetzen sich Blätter?" Nach mehreren Unterrichtsstunden über den Wald und einigen Unterrichtsstunden zum Thema "Veränderungen" fragen sich die Schüler einer 4./5. Klasse, was aus toten Blättern wird.

Hypothesen der Schüler

Es wurden mehrere Hypothesen aufgestellt, weshalb Blätter verschwinden. Hier eine Zusammenfassung:

Für den Lehrer stellen sich zwei Fragen:

Zur Beantwortung der ersten Frage kommt der Vorschlag, einige dieser Hypo­thesen zu überprüfen:

Der Lehrer fasst zum Schluss zusammen, dass die Zersetzung der Blätter das Ergebnis einer Zerkleinerung und eines Umgrabens durch verschiedene kleine im Waldboden lebenden Tiere ist und dass Pilze und vor allem Mikroorganismen im Boden für die chemische Zersetzung verantwortlich sind.

Um noch weiter auf die Rolle der Lebewesen und die Wichtigkeit eines Kontroll­versuchs einzugehen, schlägt der Lehrer Folgendes vor. Man kann den Ver­such, bei dem man ein Blatt Löschpapier zwischen der Gefäßwand und der Erde verrotten lässt (oder noch besser, den Boden des Gefäßes mit dem Papier auslegt) wiederholen. Diesmal nimmt man zwei Gefäße, in das eine füllt man Waldboden und in das andere Boden, den man im Ofen oder im Schnellkochtopf erhitzt hat, um alle darin enthaltenen Lebewesen abzutöten (Sterilisation), und der dann wieder befeuchtet wird. Das Ergebnis ist, dass sich nur das Papier in dem Gefäß mit dem nicht erhitzten Waldboden zersetzt, wodurch die Rolle der Lebewesen deutlich wird.

Der Lehrer macht nun den Vorschlag, Bodenzersetzer zu züchten: Um den Ein­fluss von Regenwürmern auf die Verwandlung von Pflanzen zu zeigen, kann man Regenwürmer züchten. Dazu nimmt man eine große, möglichst durch­sich­tige Wanne oder – noch besser – ein Aquarium. Man kann entweder feuchte, abgestorbene Blätter in das Aquarium legen oder aber die Wanne mit feuchter Wellpappe füllen. Die Regenwürmer kann man in einem Geschäft für Anglerbe­darf kaufen. Sie verdauen die Pappe und produzieren eine ziemlich fette, schwarze Erde. Die Wellpappe (kein Zeitungspapier nehmen, das Tinte enthält) muss immer feucht sein. Man kann sogar durch die Scheiben des Aquariums beobachten, wie die "Verdauung" der Pappe durch die Würmer voranschreitet. Der Lehrer bemerkt zum Schluss, dass das Ganze absolut nicht unangenehm riecht, dass man die Würmer im Gegensatz zu anderen Tieren nicht füttern muss und dass er sich als Kind seine Regenwürmer fürs Angeln auf diese Weise "hergestellt hat"!

Der Lehrer fasst zusammen: "Wir haben eine Reihe von Versuchen durchge­führt, um durch die Veränderung von Parametern bestimmte Hypothesen zu überprüfen: Temperatur, Feuchtigkeit, Schatten, Mischverhältnis, Kompaktheit usw. Wir haben zahlreiche Waldexkursionen gemacht und allmählich gelernt, "Beobachtungsschnitte" anzulegen: ein sauberer Spatenstich, um zu sehen, was unter der sichtbaren Laubschicht war, ohne sie durcheinanderzubringen (das kostet viel Zeit und zahlreiche Fehlversuche durch ungeduldige und/oder ungeschickte Hände). Ich erinnere mich, dass die Überlagerung der verschie­denen Schichten schnell erkannt wurde, aber dass es lange dauerte, bis der Zusammenhang mit der "Geschichte" des Pflanzenbodens verstanden wurde (die Vorstellung, dass die Blätter in den Boden eindringen, hält sich sehr hart­näckig)."

Zurück zu den Hypothesen der Kinder. Man kann die Kinder dazu bringen, ihre Überlegungen etwas zu vertiefen.

Der Lehrer muss darauf achten, dass er die Kinder nicht zu früh auf die Boden­zersetzer lenkt; die Kinder kennen einige von ihnen, wissen aber so gut wie nichts über ihre Rolle. Wenn die Existenz von Tieren entdeckt wird (sicher zufällig in einem Gefäß oder Vivarium in der Schule), wird eine neue Vorstellung auftauchen: "Diese Tiere können das nicht fressen, denn das schmeckt nicht gut." Nachdem man nun die anfänglichen Vorstellungen kennt, muss man die Fragestellung(en) entwickeln. Die Fragen des Lehrers können helfen. Aber die Kinder stellen sehr schnell von sich aus Fragen, weil sie neugierig werden ange­sichts der Widersprüche zwischen den Hypothesen, die durch die neuen Fragestellungen hervorgebracht werden.

Das Schwierigste für den Lehrer ist es, bestimmte Hypothesen und Formulie­rungen zu akzeptieren und die Abwechslung zwischen Teilnahmslosigkeit und Momente des Übersprudelns im Griff zu haben. Es ist auch schwierig, den Gedankengängen der Kinder zu folgen und zu erkennen, was sie gelernt haben, umso mehr, da dies bei jedem Kind anders ist. Durch die Auseinandersetzungen mit den möglichen/wahrscheinlichen Ergebnissen der Untersuchungen werden sich die Vorstellungen allmählich weiterentwickeln, und es werden neue ent­stehen, die sich den anerkannten Vorstellungen annähern.

Hier geht es nicht um das endgültige Wissen, selbst wenn dieses stets ein anzustrebendes Ziel bleibt: Es geht um die Vorgehensweise – die grundlegend ist bei La main à la pâte –, mit der die Kinder versuchen zu verstehen. Man wird sich auch mit unsichtbaren oder quasi unsichtbaren Lebewesen befassen, aber ganz langsam, um keine Vorstellungen aufkommen zu lassen, die zu weit von der Realität entfernt sind.

Letzte Aktualisierung: 7.4.2015

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