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Homepage > Aktivitäten > Ökologie > Umwelt > Das Abfallproblem > Wiederverwertung von Abfällen
| Autor/inn/en: | |
| Publikation: | 1.1.2002 |
| Lernstufe: | 3 |
| Übersicht: | Die Kinder untersuchen den Inhalt von Mülleimern und überlegen sich, was mit den Abfällen passiert: Abbau, Wiederverwertung, Verbrennung usw. |
| Ziele: | Biologisch abbaubare Abfälle von solchen unterscheiden können, die es nicht sind. Was für Lösungsvorschläge haben die Kinder für die Abfallentsorgung. |
| Dauer: | Mindestens 6 Unterrichtsstunden |
| Herkunft: | La main à la pâte, Paris |
Die Schüler/innen, die in Vierergruppen arbeiten, bekommen das Arbeitsblatt "Vortest" (pdf-Datei). Sie sollen in der Gruppe über die Fragen nachdenken und sich auf die Antworten einigen. Anschließend stellt ein/e Sprecher/in pro Gruppe die Ergebnisse der Überlegungen seiner/ihrer Gruppe vor.
Die Mülleimer werden von einigen Lehrer/inne/n oder in die Aktion eingeweihten Eltern vorbereitet, die darauf achten, dass sie keine Abfälle hineinlegen, die eine Gefahr für die Gesundheit oder Sicherheit der Kinder darstellen könnten. Außerdem achten sie darauf, dass die Mülleimer die Abfallarten enthalten, über die der/die Lehrer/in mit den Schüler/inne/n sprechen möchte.
Die Kinder ziehen Handschuhe an und leeren die Mülleimer auf das auf dem Tisch
ausgebreitete Zeitungspapier aus. Sie werden gebeten, Kriterien für die
Sortierung zu wählen und dann Abfallfamilien zu bilden. Die Schüler/innen
schreiben ihre Ergebnisse in ihr Versuchsheft. Der/die Berichterstatter/in
kann die Ergebnisse mündlich vortragen.
Man kann auch das Arbeitsblatt
"Der Inhalt unserer
Mülleimer" (pdf-Datei) verwenden.
Abfälle sind Feststoffe, Flüssigkeiten oder Gase, die weggeworfen/ausgestoßen
werden, weil sie nicht mehr gebraucht werden.
Im Rahmen einer Diskussion mit der gesamten Klasse kann man, ausgehend vom
Volumen des Mülleimers und der Zeit, die notwendig war, um ihn zu füllen, von
den Schüler/inne/n berechnen lassen, wie lange es dauern würde, das ganze
Klassenzimmer mit Abfällen zu füllen, wenn der Müll nicht abtransportiert würde.
Das kann der Stoff für eine Mathematikstunde sein.
Zum Beispiel können sich die Kinder Aufgaben mit den folgenden Angaben
ausdenken:
- Ein Müllsack kann 20, 30, 50 oder 100 Liter Müll enthalten.
- In einer Woche füllt eine Familie einen Container (120 Liter,
200 Liter oder mehrere Müllsäcke von ... Litern).
- Der Inhalt des Klassenraums beträgt
8 m x 8 m x 2,5 m = 160 m3.
- Zur Erinnerung: 1 m3 entspricht 1000 Litern.
Eierschalen, Gemüse- und Obstreste auf dem Komposthaufen
Man regt die Diskussion mit folgender Frage an: Wie kann man prüfen, ob bestimmter Abfall biologisch abbaubar ist?
Die Schüler/innen werden vielleicht vorschlagen, ihn einzugraben und zu warten. Angenommen, dieser Abfall ist wirklich biologisch abbaubar: Was kann man tun, damit er möglichst schnell abgebaut wird? Es ist zu erwarten, dass die Schüler/innen den Regen, die Sonne usw. erwähnen. Wie kann man wissen, ob der Abfall "eher durch die Wärme, durch das Wasser oder durch die Erde" abgebaut wird?
Dabei sollen die Kinder dahin geführt werden, dass sie Versuche entwerfen,
bei denen die Parameter getrennt untersucht werden.
Die Versuche werden durchgeführt.
Man kann einen Versuch pro Gruppe vorsehen. Nachstehend ein Vorschlag für eine
Klasse mit acht Gruppen:
| Bedingungen/Art des Abfalls | Papier, Pappe, Schalen, altes Brot usw. | Metall, Glas, Plastik usw. |
|---|---|---|
| nur in Erde | G1 | G5 |
| in Erde in der Nähe einer Wärmequelle | G2 | G6 |
| in Erde und täglich etwas Wasser | G3 | G7 |
| nur in Wasser | G4 | G8 |
Bei den Versuchen, bei denen die Abfälle gegossen werden, ist darauf zu achten,
dass die Abfälle nicht zu feucht werden, um zu vermeiden, dass die organischen
Abfälle flüssig werden und anfangen zu stinken.
Eine Wanne mit zu viel Wasser wird jedoch aufgehoben, als Einstieg für die
Unterrichtsstunde über Wasserverschmutzung.
Der/die Lehrer/in kann vorschlagen, die gleichen Versuche mit sterilisierter Erde (Mikrowelle) durchzuführen. Sind keine Mikroorganismen vorhanden, findet kein Abbau statt.
Biologisch abbaubar nennt man Abfälle, die von Lebewesen abgebaut werden können (üblicherweise durch Bakterien, Pilze oder Würmer, die im Boden oder im Wasser leben). Beispiel: Gemüseschalen sind biologisch abbaubar.
In der Gruppe leeren die Schüler/innen ihre Wannen und versuchen, die Abfälle wiederzufinden, die sie zuvor hineingelegt hatten. Sie notieren eventuelle Veränderungen der Abfälle in ihr Versuchsheft. Man bittet sie, darauf zu achten, welche Abfälle am stärksten abgebaut wurden.
Die Begriffe "organisch" (aus der belebten Natur. Beispiel: Schalen, Früchte, Holz, Papier, Pappe usw.) und "nicht organisch" (nicht aus der belebten Natur. Beispiel: Metall, Glas, Kunststoff) werden eingeführt.
Es wird eine erste Schlussfolgerung gezogen: Welche Abfälle sind biologisch abbaubar? Gemeinsam werden die Ergebnisse der verschiedenen Gruppen verglichen und dabei die Faktoren Temperatur, Feuchtigkeit, Erde usw. diskutiert. Im Fall der nicht organischen Abfälle sind die Ergebnisse von einer Gruppe zur anderen fast identisch: Es hat kein Abbau stattgefunden, und dies unabhängig von den Versuchsbedingungen. Im Fall der organischen Abfälle stellt man in jeder Gruppe Merkmale des biologischen Abbaus fest: Bildung von Schimmel, Verflüssigung usw.
Aber je nachdem, ob Wasser vorhanden war oder nicht, ist der Abbau mehr oder weniger stark fortgeschritten.
Man könnte näher auf die zugleich positive und negative Auswirkung von Wasser auf die Abfälle (Abbau und Verschmutzung) eingehen. Wasser ist indirekter am biologischen Abbau beteiligt (Achtung: Abbauvorgang ist nicht gleich biologische Abbaubarkeit), denn es begünstigt die Entwicklung von Mikroorganismen, die die organischen Abfälle abbauen.
Im Vorgriff auf die folgende Stunde wird gemeinsam über das Schicksal der Abfälle gesprochen, die nicht biologisch abbaubar sind.
Aus den Ergebnissen der vorherigen Versuche haben wir gelernt, dass die biologisch abbaubaren Abfälle größtenteils organische Abfälle sind. Diese machen jedoch nur einen geringen Anteil des gesamten Hausmülls aus (circa 20%). Was also geschieht mit den anderen Abfällen, die nicht natürlich abgebaut werden können?
Die Wiederverwertung ist eine mögliche Lösung.
Man beginnt eine Diskussion über die weggeworfenen Gegenstände (der Klasse
beispielsweise), die wiederverwendet werden können. Diese Diskussionsphase
kann Gegenstand einer ganzen Unterrichtsstunde sein, in der die wieder
verwertbaren Abfälle sortiert werden.
Das Recycling von Papier ist ohne weiteres in der Klasse durchführbar.
- Zeitungspapier in kleine Stücke schneiden.
- Die Zeitungspapierstücke in eine Wanne geben und mit Wasser vermischen. Zu
einem dicken Brei mixen, den Brei in eine große, mit Wasser gefüllte Wanne geben.
- Das Schöpfsieb auf den Boden der großen Wanne tauchen und wieder hochholen:
Der Brei setzt sich auf dem Sieb ab.
- Alles abtropfen lassen. Schöpfsieb umdrehen (oder Holzrahmen entfernen).
- Papier mit einem Geschirrtuch abdecken. Das Ganze umdrehen. Auf das Sieb
klopfen: das Blatt Papier löst sich vom Sieb.
- Das Blatt Papier mit einem anderen Geschirrtuch bedecken.
- Das Holzbrett auf das zwischen den beiden Geschirrtüchern befindliche Papier
legen und fest drücken, um das Wasser aus dem Papier zu pressen.
- Unter einer Presse (ca. zwei Tage) und dann an der Luft trocknen lassen.
Wenn die Kinder Papier aus recyceltem Papier hergestellt haben, nach einer Methode, die der/die Lehrer/in je nach der verfügbaren Zeit ausgewählt hat (technische Anleitung, Dokumentarrecherche, Versuche usw.), kann man sie bitten, auf diesem Papier das Protokoll zu notieren, das eine Person befolgen muss, die noch nie Papier recycelt hat und es gern ausprobieren möchte.
Wenn man den Kindern genug Freiheit lässt und sie bittet so genau wie möglich zu sein (Material, Schritte, Tipps und Tricks usw.), kann diese Gruppenarbeit sehr fruchtbar sein.
- Den "Wert" von Abfall ansprechen.
- Kenntnisse über die Erhaltung von Stoffen verwenden, um eine kritische
Einstellung zu den verschiedenen Arten der Abfallbehandlung zu entwickeln:
Was wird aus den Rückständen der Verbrennung, aus der Asche, den Abgasen?
Was kann man mit dem Restmüll machen?
- Schlussfolgerung über das Schicksal der Abfälle im Allgemeinen, eventuell
durch Ausarbeitung eines Organigramms.