Direkt zum Inhalt
Zum Ende des Inhalts
Zur Service-Navigation
Zur Suche
Zur Hauptnavigation
Zur Anmeldung/Registrierung
Homepage > Aktivitäten > Materie und Stoffe > Luft > Der Wind, das Pusten, Luft in Bewegung > für die 3- bis 5-Jährigen
| Publikation: | 11.9.2006 |
| Lernstufe: | 3 |
| Übersicht: |
Für die Jüngeren ist es wichtig zu unterscheiden zwischen "Wind" und
"kein Wind". Man wird den Kindern helfen zu verdeutlichen, inwiefern die
Wirkung des Windes vergleichbar ist mit der Wirkung eines selbst oder
über den Umweg eines Geräts erzeugten Luftstroms.
Manches muss für die älteren Kinder angepasst werden. |
| Ziele: |
|
| Angestrebte Kenntnisse: | Erforschung der Welt der Materie |
| Dauer: | 5 Unterrichtsstunden + Gelerntes erneut einsetzen |
| Herkunft: | La main à la pâte, Paris |
Der Ablauf der Unterrichtsstunden hängt stark vom Wetter ab. Einige
Aktivitäten können mit der ganzen Klasse, andere in kleineren
Gruppen stattfinden. Bei den 3- bis 4-Jährigen geht es vor allem darum,
sie den Wind und seine Wirkung spüren zu lassen. Das, was sie dabei
wahrnehmen, soll Erfahrungen und Kenntnisse ergänzen, die sie in ihrer
vertrauten Umgebung gesammelt haben. Dazu ist es wichtig einzugrenzen, was
wirklich mit dem Wind zu tun hat. Das geht am besten durch den Vergleich mit
einer Situation ohne Wind und dadurch, dass man den Kindern hilft zu
verdeutlichen, inwiefern die Wirkung des Windes vergleichbar ist mit der
Wirkung eines selbst oder über den Umweg eines Geräts erzeugten
Luftstroms.
Manches muss für die älteren Kinder angepasst werden.
| Unterrichtsstunden | Mit den Kindern durchgeführte Aktivitäten | Sprachliche Arbeit | Angestrebte Kenntnisse und Fähigkeiten |
|---|---|---|---|
|
Stunde 1
Wahrnehmen, empfinden, erforschen |
Im Wind und mit dem Wind spielen, um den Wind zu spüren | Wörter (der Kinder und des/der Erzieher/in) begleiten die Tätigkeiten und drücken Gefühle aus. Der/die Erzieher/in liest Bilderbücher vor. | Gegenstände, Empfindungen und Tätigkeiten bezeichnen und beschreiben |
|
Stunde 2
Woher weiß man, dass es windet? |
Sinnliches Erkunden des Windes: Was sieht man? Was hört man? |
- Am Austausch in der gesamten Klasse teilnehmen
- Den von dem/der Erzieher/in vorgeschlagenen Wortschatz benutzen, um sich verständlicher auszudrücken - Sagen, was man beobachtet |
- Von seinen Erfahrungen erzählen
- Tatsachen beobachten, identifizieren und benennen - Klänge/Geräusche erkennen - Klar zwischen dem, was man hört, und dem, was man sieht, unterscheiden |
|
Stunde 3
Was macht der Wind mit Halstüchern, Luftballons...? |
Die Wirkung des Windes auf verschiedene Gegenstände (Luftballons, Halstücher, Geschenkband,...) beobachten, beschreiben und vergleichen |
- Seine Tätigkeiten und die erzielten Wirkungen benennen
- Die Beobachtungen schildern, erklären, was man unter bestimmten Bedingungen gemacht hat - Sagen, was man vorhat - Darstellungen von Tätigkeiten, die man ausgeübt hat, um Wind zu erzeugen suchen, vergleichen, zusammenstellen (Fotos, Piktogramme) |
- Situationen beobachten und beschreiben
- Ähnlichkeiten und Unterschiede in den beobachteten Wirkungen festhalten |
|
Stunde 4
Wie kann man Gegenstände bewegen, wie es der Wind tut? |
- Einen Zusammenhang herstellen zwischen der Abwesenheit von Wind und
der Bewegungslosigkeit von Gegenständen, mit denen bereits
herumexperimentiert wurde
- Suche nach Möglichkeiten, um Gegenstände zu bewegen, wie es der Wind tut |
- Einen Bezug zwischen Ursache (dem Wind) und Wirkung (beobachtete
Bewegungen) herstellen
- Die Wirkung des Windes mit der Wirkung anderer Tätigkeiten verknüpfen |
|
|
Stunde 5
Wie kann man Wind im Klassenraum nachahmen? |
- Erkennen, dass es bei kleineren Gegenständen für die
vorherigen Lösungen Grenzen gibt
- Suche nach weiteren erlaubten Möglichkeiten, um im Klassenraum "Wind zu machen" |
- Erstes Bewusstwerden, dass Luft auch dann vorhanden ist, wenn man sie
nicht sieht
- Anpassung der eigenen Tätigkeiten an die Eigenschaften der Gegenstände - Untersuchung technischer Geräte, die Wind erzeugen |
|
|
Stunde 6
Gelerntes erneut einsetzen |
Die Kenntnisse über die Eigenschaften der Materialien erneut einsetzen |
- Seine Entscheidungen begründen
- An bereits erworbene Erfahrungen, an erworbenes Wissen und Können erinnern |
Das in einem anderen Zusammenhang erworbene Wissen und Können einsetzen |
|
Material
Es werden hauptsächlich Gegenstände oder Materialien benutzt, die im Klassenraum häufig zu finden sind – z. B. Halstücher, Geschenkband, Seidenpapier – oder leicht (gegebenenfalls auch käuflich) zu besorgen sind – z. B. Strohhalme, Fächer, Luftballons, Federn, (eventuell von den älteren Kindern hergestellte) Windräder, Plastiktüten oder dünne Stoffbeutel. Wenn die Kinder mit Plastiktüten herumhantieren, sollten die Erwachsenen besonders wachsam sein. |
|||
Diese Unterrichtsstunde ist in erster Linie dazu gedacht, eine gemeinsame
Erfahrung in der Klasse aufzubauen, den Kindern anregende Gegenstände und
sprachliches Werkzeug an die Hand zu geben, die sie dazu bringen, Ihre
Gefühle auszudrücken und zu beherrschen, sie dazu bringen zu
beschreiben, zu teilen, zu vergleichen, zu fragen...
Am besten ist es, wenn man zwei bis drei windige Tage hintereinander abpasst
(mit möglichst starkem Wind), damit jedes Kind die Gelegenheit hat, mit
der/dem Erwachsenen einen Dialog zu führen.
Diese Zeit des Vertrautwerdens mit dem Phänomen "Wind" ist eine gute
Gelegenheit, den Wortschatz zu erweitern. Beim Lesen von entsprechenden
Bilder- und Sachbüchern werden die Kinder das, was sie draußen "im
Wind" empfunden haben, wieder erkennen. Man wird sie auch dazu ermuntern,
Gegenstände aus der Klasse oder andere vertraute Gegenstände mit
nach draußen zu nehmen, um ihr Verhalten im Wind beobachten zu
können. Dies wird ihnen helfen, in späteren, ausgearbeiteten
Unterrichtsstunden die Wirkung des Windes besser voraussagen zu können.
Wort aus Kindesmund: "Der Wind piekt in den Augen", "Der Wind macht, dass man
friert", "es ist anstrengend", "das schubst mich"...
Bevor sie nach draußen gehen, fragt der/die Erzieher/in die Kinder
– indem er/sie sich gegebenenfalls auf die Wettervorhersage im Fernsehen
beruft –, ob es heute windig ist, und woher sie das wissen: "Wir sehen,
dass die Bäume sich bewegen.", "Wir hören den Wind."
Das Wiedererkennen charakteristischer Klänge und Geräusche kann mit
Hilfe von entsprechenden Audio-Aufnahmen wiederholt und vertieft werden. Man
kann diese Übung auch mit anderen Augenblicken des "Hörens" in der
Klasse verbinden: mit dem Hören von Musik, von Stimmen, von Instrumenten
und von Geräuschen im Raum.
Sobald alle auf dem Schulhof versammelt sind, bittet der/die Erzieher/in die
Kinder all das zu bezeichnen, was sich im Wind bewegt, um diese Dinge zu
fotografieren.
In kleinen Gruppen aufgeteilt beobachten die Kinder ihre nähere und
entferntere Umgebung (Pflanzen und Bäume, Gegenstände,
Kleidungsstücke, Haare...) und bestimmen, was von dem/der Erzieher/in
fotografiert werden soll.
Dann versammeln sie sich wieder, um sich gegenseitig ihre Beobachtungen
mitzuteilen: Der/die Erzieherin hilft ihnen dabei, das, was sie gesehen und
empfunden haben, in Worte zu fassen, indem er/sie die anfängliche
Fragestellung wiederholt und weitere, präzisere Wörter einbringt,
mit denen man manches besser beschreiben kann: sich vorbeugen, davonfliegen,
aufwirbeln.... Es ist auch der richtige Zeitpunkt, um die Wörter zu
sortieren, die beschreiben, was man hört, und diejenigen, die
beschreiben, was man sieht (und fotografiert hat). Die Klasse sucht gemeinsam
nach allem, was sich bewegt und der/die Erzieher/in schreibt es auf, so dass
bei einer späteren Gelegenheit das Ganze den Beobachtungen entsprechend
sortiert werden kann.
Bei den 4- bis 5-Jährigen kann man versuchen mit Piktogrammen, wie sie
die Kinder aus Bilder- und Sachbüchern kennen, oder mit irgendeinem
anderen Schlüssel, die wichtigsten "Bewegungen" im Wind zu
charakterisieren (diese werden allerdings auch schriftlich von dem/der
Erzieherin festgehalten). Und damit kommen wir schon zur nächsten
Unterrichtsstunde.
Die während der letzten Unterrichtsstunde aufgenommenen Fotos werden
verteilt. Jedes Kind bekommt eins oder zwei. Der/die Erzieher/in lädt
jedes Kind dazu ein, sein Foto mit einem eigenen Kommentar auf ein Plakat zu
kleben: Er/sie hilft bei der Verwendung des korrekten, bereits erwähnten
Wortschatzes und regt an, die Fotos so zusammenzustellen, dass es einen Sinn
ergibt.
Der/die Erzieher/in kündigt den Kindern einen weiteren Ausflug auf den
Schulhof an. Sie sollen diesmal Gegenstände mitnehmen, die sie vorher
benennen sollen: Halstücher, Bänder, Plastiktüten (hier ist die
besondere Wachsamkeit der Erwachsenen gefordert), Luftballons (an die eine
Schnur befestigt wurde), Puppen mit langen Haaren, Windräder... Der/die
Erzieher/in fordert die Kinder zu Vorhersagen auf: "Was wird mit ...
passieren?"
Die Kinder werden wieder in kleine Gruppen aufgeteilt, vielleicht so, dass
jede Gruppe eine Bank auf dem Schulhof besetzt. Jede Gruppe hat die Aufgabe,
das Verhalten von ein oder zwei Gegenständen zu erforschen. Man wird
darauf achten, dass auf jedes Kind ein Gegenstand kommt. Jedes Kind soll
beobachten, "was der Wind mit diesen Gegenständen macht".
Die Kinder experimentieren herum und werden von dem/der Erzieher/in –
von dem/der Vorschläge für genaue Formulierungen kommen –
ermuntert, das, was sie beobachten, in Worte zu fassen: die Gegenstände
fliegen weg, sie werden hochgewirbelt, die Tüten blähen sich auf,
sie schweben, drehen sich im Wind...
Der/die Erzieher/in fotografiert wieder die beobachteten Bewegungen. Er/sie
vergewissert sich, dass jedes Kind alle Untersuchungsmöglichkeiten
ausgeschöpft hat und ermuntert sie, sich gegenseitig zu helfen.
Abb. 1: Beobachtung der Wirkung von Wind auf verschiedene Gegenstände
Um den Ausflug auf den Schulhof zu beenden, bringt der/die Erzieher/in die Kinder noch mal dazu, sich gegenseitig ihre Beobachtungen und Erfahrungen mitzuteilen.
Der/die Erzieher/in hilft den Kindern bei der Formulierung der Unterschiede
und der Gemeinsamkeiten: Werden alle Gegenstände hochgehoben, fliegen
alle Gegenstände weg, wenn man sie loslässt? Was passiert mit ihnen,
wenn kein Wind mehr weht? Die Tüten und die Halstücher blähen
oder bauschen sich auf, und was ist mit den Luftballons? Werden sie noch mehr
aufgeblasen? (Diese Fragestellung kann später wieder aufgegriffen werden:
"Was müsste man machen, um sie mehr aufzublasen?" Hineinpusten ... und
schon ist die Parallele zwischen Pusten und Wind hergestellt: In beiden
Fällen passiert etwas mit Luft.)
Die Strukturierung der Erkenntnisse geschieht über die Vergleiche, die
man mit Hilfe der verschiedenen "Spuren" (Fotos, Plakate mit den sortierten
Gegenständen) herstellen kann. Die Beobachtungen werden über das
Sortieren dieser "Spuren" (Fotos, Zeichnungen, Notizen) und um die Verben
herum geordnet, die die verschiedenen Wirkungen des Windes beschreiben. Es
kommt zu einem ersten Einteilen in Kategorien: Der Wind führt dazu, dass
Gegenstände sich beugen, davonfliegen, sich drehen, schweben, sich
aufblähen oder aufbauschen...
Für diese Unterrichtsstunde kommt es darauf an, dass man auf Notizen und Bilder der vorangegangenen Stunden zurückgreifen kann, aus denen der Zusammenhang zwischen Wind und Bewegung deutlich wird. Diese Unterrichtsstunde ist für den Ablauf der gesamten Unterrichtseinheit nicht unerlässlich, insbesondere bei den Kleinen (3- bis 4-Jährigen) kann man beschließen, sie zu überspringen. Die Unterrichtsstunde kann anstatt im Klassenraum auch in einer Turnhalle stattfinden.
Der/die Erzieher/in kündigt den Kindern an, dass sie heute wieder auf den
Schulhof gehen werden, um nachzusehen, ob sich die Gegenstände wieder wie
neulich bewegen. Er/sie wird sie fragen, ob sie voraussehen können, ob
die Gegenstände wie beim letzten Mal wegfliegen werden, sich
aufblähen werden...
Der/die Erzieher/in wird am Anfang unbedingt vermeiden, die Aufmerksamkeit der
Kinder darauf zu lenken, dass heute kein Wind weht. Sobald sie draußen
sind, sollen die Kinder die verschiedenen Gegenstände beobachten und
feststellen, ob sie sich bewegen oder nicht.
Die Klasse wird sich dann zusammentun, um herauszufinden, warum das so ist,
wobei der/die Erzieher/in die Kinder – falls nötig –
auffordert, sich an frühere Beobachtungen der Gegenstände, der
Bäume oder der Kleidungsstücke zu erinnern.
Manchen Kindern wird nicht sofort einfallen, dass die Abwesenheit von Wind
eine Erklärungsmöglichkeit sein könnte. Einige haben
Gedankengänge parat, die es sich lohnt, von allen diskutieren zu lassen.
Sie decken auf, was sie bis dahin verstanden haben. Zum Beispiel: "Die
Gegenstände bewegen sich nicht, weil der Rauch nicht schräg aus dem
Schornstein kommt". Um zu verstehen, dass die (gerade oder schräge)
Ausrichtung der Rauchwolke eine Konsequenz des Windes ist, um die Verwechslung
zwischen Wind und "schrägem Rauch, der auf die Bäume geht und diese
bewegt" aus dem Weg zu räumen, kann man die Kinder dazu bringen, die
Richtung des Rauchs an einem Tag zu beobachten, an dem der Wind aus einer
anderen Richtung weht. Der Rauch kommt diesmal nicht zu den Bäumen
herüber, und trotzdem bewegen sie sich.
Bemerkung: Was mit der Rauchwolke passiert, ist schwieriger zu erklären, als es auf dem ersten Blick erscheint. Selbst bei Windstille breitet sich eine Rauchwolke nach einer Weile horizontal aus.
Der/die Erzieher/in bittet die Kinder, die Halstücher, Plastiktüten,
Luftballons und andere Gegenstände vom Schulhof (siehe Unterrichtsstunde
3) so zu bewegen, wie es der Wind tut. Nach der Verteilung hantieren die
Kinder nach Lust und Laune mit den Gegenständen herum. Der/die
Erzieher/in schaut sich die verschiedenen Bewegungsarten an und hilft den
Kindern, sie präzise zu benennen: rennen, springen, hin und her bewegen
oder schwenken, werfen...
Diejenigen, die Halstücher oder Plastiktüten in den Händen
halten, haben größere Schwierigkeiten, eine Lösung zu finden.
Manche fangen an zu rennen oder drehen sich um sich selbst und heben die
Gegenstände dabei leicht an. Andere geben trockenem Laub einen
Fußtritt...
Der/die Erzieher/in ermuntert die Kinder wieder, sich gegenseitig zu helfen,
damit sie insbesondere den anderen erklären können, was sie gerade
machen.
Während der gemeinsamen Erörterung mit der gesamten Klasse, stellt
jede Gruppe die für ihre Gegenstände gefundenen Lösungen vor.
Der/die Erzieher/in bittet die Kinder der anderen Gruppen, die vorgestellten
Lösungen nachzuvollziehen und zu sagen, ob diese auf ihre
Gegenstände die gleiche Wirkung haben.
,br />
Ausgehend von den Fotos der ausgeübten Tätigkeiten sowie der
erzielten Effekte, werden die Kinder über das, was sie gesehen und
gemacht haben, berichten können: Sie haben mit der Hand geschoben,
gezogen, hin und her bewegt, sie sind mitgerannt...
Sie können schließlich die Ergebnisse ihres Handelns mit den
beobachteten Auswirkungen des Windes vergleichen.
Mit den 4- bis 5-Jährigen kann man wieder die Piktogramme bemühen,
insbesondere beim Sortieren und Darstellen der Gegenstände.
Abb. 2: Beispiele für Piktogramme
In dieser Unterrichtsstunde versuchen die Kinder im Klassenraum, in dem man
normalerweise natürlich nicht herumrennen und -springen darf, die Wirkung
des Windes auf leichtere Gegenstände nachzuahmen: Federn,
Papierstückchen, kleine Seiden- oder Stoffbänder...
Die Kinder sollen neue Arten der "Winderzeugung" erforschen, insbesondere das
Pusten, wobei die bisher verwendeten Gegenstände für diese
Lösung ungeeignet sind.
In einem ersten Schritt können die gleichen Gegenstände wie bisher
verwendet werden (Halstücher, Tüten, Luftballons), um zu zeigen,
dass der Wind "innen" (im Klassenraum) der gleiche ist wie der Wind
"draußen".
Für das Herumhantieren mit kleineren, also auch beweglicheren Objekten
ist etwas mehr Ruhe erforderlich. Auch wenn bei unkontrollierten Bewegungen
interessante Effekte zu beobachten sind (die Luft kann zum Beispiel durch das
Vorbeigehen eines Kindes bewegt werden, Luftzug...), ist es doch
wahrscheinlich besser, diese Unterrichtsstunde mit Lernateliers (die nicht
unbedingt alle das gleiche Thema behandeln) zu verbinden. Dasgibt den Kindern
eine relative Autonomie und erlaubt dem/der Erzieher/in, die verschiedenen
Methoden der Winderzeugung anzuleiten und zu begleiten.
Der/die Erzieher/in kann die Kinder fragen, was wohl passieren würde,
wenn man die Federn, das Papier... dem Wind aussetzen würde.
Wahrscheinlich wird er/sie Antworten bekommen wie "sie würden
wegfliegen", "sie würden sich bewegen"...
Der/die Erzieher/in stellt dann folgende Fragestellung in den Raum: "Wie kann
man im Klassenraum Wind nachahmen, um zum Beispiel Federn und
Papierstücke zu bewegen?"
Der/die Erzieher/in bringt die Kinder dazu, sich noch mal klar zu machen,
welche Möglichkeiten sie gefunden haben, um bei Windstille auf dem
Schulhof Wind zu erzeugen. Diese Möglichkeiten sollen sie jetzt an den
neuen leichteren Gegenständen ausprobieren: Die Kinder beobachten, dass
die Federn und das Seidenpapier sich ein bisschen bewegen, wenn man sie hin
und her schwenkt oder man mit ihnen herumrennt, aber sie bewegen sich weniger
als die Halstücher oder die Luftballons.
Es werden schnell andere Lösungen ins Auge gefasst: in die Luft
schmeißen zum Beispiel (man kann die Kinder feststellen lassen, dass in
diesem Fall die Gegenstände anstatt "wegzufliegen" oder
"hochgehoben/hochgewirbelt" zu werden, beim Herunterfallen "fliegen"), oder
darauf pusten.
Es ist wichtig, die Kinder die erdachten Lösungen ausprobieren zu lassen,
ebenso die Lösungen, die ihnen während des Ausprobierens einfallen.
Abb. 3: Gemeinsames Nachdenken
Auf die Frage des/der Erzieher/in, was denn aus dem Mund heraus komme, wenn
man puste, antworten die Kinder, ohne zu unterscheiden, "Wind" oder "Luft". An
diesem Punkt der Untersuchungen erinnert der/die Erzieher/in an die
vorangegangenen Unterrichtsstunden und führt die Kinder zu der
Feststellung, dass beim Atmen Luft in den Körper herein- und wieder
herauskommt. Das heißt, wenn man stark pustet, lässt man die Luft
stark herausströmen und das ist "wie beim Wind", "man erzeugt Wind".
Wenn man die Kinder fragt, wo sich denn die Luft befinde, die man einatme,
kann man anfangen ihnen klar zu machen, dass die Luft um uns herum da ist,
auch wenn man sie nicht sieht.
Die Kinder werden nicht unbedingt darauf kommen, dass man Luft auch mit einem
Blatt Papier oder mit der Hand in Bewegung setzen kann. Um diese weitere
Möglichkeit, Wind oder einen Luftzug zu erzeugen, ebenfalls in Betracht
zu ziehen, werden Fächer verteilt. Der/die Erzieher/in verrät den
Namen dieses neuen Geräts und die Kinder erforschen in kleinen Gruppen,
wie man es benutzen kann.
Den Kindern weitere technische Geräte zu zeigen, mit denen ein Luftstrom
erzeugt werden kann, ist interessant und sinnvoll, da sie früher oder
später die Gelegenheit haben werden, diese Geräte zu verwenden und
mit ihnen vertraut zu werden. Gegebenenfalls mag es besser sein, weitere
Geräte erst mit den 5- bis 6-Jährigen durchzunehmen.
Abb. 4: Gemeinsames Nachdenken
Diese Versuche führen die Kinder zu der Schlussfolgerung, dass man auch
in Abwesenheit von Wind, Wind erzeugen kann. "Ich kann im Klassenraum Wind
machen, der die gleichen Auswirkungen hat wie der Wind draußen."
Bei den 3- bis 4-Jährigen fällt es schwer zu einer allgemeineren
Feststellung zu kommen, dass man nämlich "Wind erzeugen" kann, indem man
Luft in Bewegung setzt oder indem man sich in der Luft bewegt.
Um das soeben erworbene Wissen und Können erneut einzusetzen, kann
der/die Erzieher/in im Rahmen einer Projektarbeit vorschlagen, Mobiles zu
bauen. Dabei arbeiten die Kinder mit Gegenständen und Materialien, die
ganz leicht vom Wind in Bewegung gesetzt werden können.
Die Kinder können auf alle im Laufe der vorherigen Unterrichtsstunden
durchgeführten Versuche und gesammelten Erfahrungen zurückgreifen,
um sich, durch geschickte Auswahl von Materialien, Formen und Anordnung, viele
Möglichkeiten zur Herstellung von Mobiles auszudenken.
Weiterhin kann der/die Erzieher/in die Kinder, einzelnen oder in kleinen
Gruppen, bitten, ausgehend von den Fotos, die während der verschiedenen
Untersuchungen aufgenommen wurden, die verschiedenen Methoden zur Erzeugung
von Wind zu ordnen (pusten, rennen, hin und her bewegen...). Er/sie kann auch
vorschlagen, in Bilder- und Sachbüchern oder in Enzyklopädien mehr
über das Thema in Erfahrung zu bringen. Die Kinder können auch den
Wind oder die Möglichkeiten, "Wind zu erzeugen", darstellen, in Bildern,
Fotos, Piktogrammen... All das sind Gelegenheiten, den neuen Wortschatz
anzuwenden und an die gemachten Versuche zu erinnern.
Abb. 5: Mobiles