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Homepage > Aktivitäten > Materie und Stoffe > Luft > Der Wind, das Pusten, Luft in Bewegung > für die 4- bis 6-Jährigen

Der Wind, Luft in Bewegung – für die 4- bis 6-Jährigen

Publikation: 1.5.2005
Übersicht: Nachdem die Kinder mit dem Phänomen "Wind" vertraut gemacht wurden, bewegen sie Gegenstände vorwärts, ohne diese zu berühren; sie machen sich bewusst, was Ein- und Ausatmen bedeutet und wählen die für den jeweiligen Zweck beste "Windquelle" aus.
Ziele:
  • Durch das Atmen wird ein Luftstrom erzeugt; genauso machen es Geräte, die Luft ansaugen und wieder ausstoßen.
  • Der Wind entspricht einer Bewegung der Luft in Bezug auf einen festen Punkt, man kann seine Wirkung wahrnehmen.
  • Motorik: Bewusst atmen; die Faktoren, die die Atmung beeinflussen "im Griff" haben; bessere Koordination bei der Atmung.
Angestrebte Kenntnisse: Erforschung der Welt der Materie
Dauer: 4 Unterrichtsstunden + Verlängerung
Herkunft: La main à la pâte, Paris

Die im Anschluss an die Unterrichtsstunden 1 und 2 vorgeschlagenen Aktivitäten folgen keiner chronologischen Reihenfolge: Sie eröffnen Untersuchungswege für die Beantwortung neuer Fragestellungen, die während der ersten Beobachtungen und Versuche möglicherweise auftauchen.
Je nachdem, ob sich die Kinder bereits früher im Kindergarten mit dem Thema Wind beschäftigt haben oder nicht, kann man auf die einleitenden Unterrichtsstunden verzichten, die lediglich dazu dienen, die Kinder mit dem Wind und seinen Auswirkungen vertraut zu machen.

Möglicher Ablauf der Unterrichtseinheit


Unterrichtsstunden Arbeiten mit den Kindern Sprachliche Arbeit Angestrebte Kenntnisse und Fähigkeiten
Einführung
Woher weiß man, wie sieht man, dass es weht?
- Sinnliches Erkunden
- Beobachtung der Auswirkungen des Windes in der nahen Umgebung
- Einen genaueren Wortschatz verwenden
- Präzise Formulierung von Sätzen, passend zu einer gegebenen Situation
- Auf Tatsachen hinweisen, sie beobachten
- Über seine Erfahrungen reden und sie denjenigen der anderen gegenüberstellen
Stunde 1
Wie wirkt der Wind auf unterschiedliche Gegenstände?
Beobachtung, Beschreibung und Vergleich der sichtbaren Auswirkungen des Windes auf Gegenstände - Sich mit den anderen austauschen
- Den von dem/der Erzieher/in vorgeschlagenen Wortschatz verwenden, um sich verständlicher auszudrücken
- Situationen beobachten und beschreiben
- Sich über die möglichen Erklärungen der beobachteten Phänomene austauschen
Stunde 2
Wie kann man Wind im Klassenraum erzeugen?
 
Wie kann man Gegenstände in Bewegung setzen, ohne sie anzufassen?
- Suche nach Lösungswegen, um Stofffetzen, Luftballons, Segelboote, Windräder usw. in Bewegung zu setzen
- Beschreibung der Tätigkeiten und der beobachteten Bewegungen
- Erster Nachweis der Bewegung von Luft
- Der/die Erzieher/in hilft bei der Formulierung neuer Fragestellungen
- Seine Tätigkeiten, die erzielten Auswirkungen, eine Funktionsweise benennen
- Seine Tätigkeiten und die erzielten Auswirkungen vorhersagen
- Über die gemachten Beobachtungen berichten; erklären, was man, unter welchen Bedingungen, gemacht hat
- Darstellungen der verschiedenen Handlungen sortieren (Piktogramme, Fotos)
- Der/dem Erwachsenen einen Text diktieren
- Die Ergebnisse seines Tuns vorhersehen
- Herausfinden, wie man einen Gegenstand oder ein Gerät verwenden kann
- Ursache und Wirkung in Zusammenhang bringen
- Versuchen, das Ergebnis seines Tuns zu erklären
- Sich Gedanken machen
- Die Gegenstände nach verschiedenen Kriterien sortieren
Eine Stunde über das "Pusten"
Was passiert, wenn man pustet?
 
Woher kommt die Luft, die aus dem Mund austritt?
- Beobachtung und Untersuchung der Bewegungen des Körpers beim Atmen
- Die "Kraft", mit der man pustet oder Luft in Bewegung versetzt, variieren
- Fön, Pumpe oder Blaseblag benutzen; erforschen, wie sie funktionieren
  - Beobachten, wie der eigene Körper funktioniert, verschiedene Körperteile benennen können
- Die Bedingungen für das Atmen ausmachen
- Zusammenhänge formulieren können
- Gegenstände nach ihrem Verwendungszweck einordnen können
Eine Stunde über das "Zuführen von Luft"
Die beste "Windquelle" auswählen
- Fächer und Ventilatoren benutzen; erforschen, wie sie funktionieren
- Eine Segelregatta organisieren
  Technische Gegenstände vergleichen und sagen können, zu welchem Zweck sie am besten eingesetzt werden können
Mögliche Erweiterung
Bastelstunden
- Windräder nach Anleitung bauen und ausprobieren (auch mit den 4- bis 5-Jährigen durchführbar)
- Eine Vogelscheuche basteln, bei der man beobachten kann, wie "stark" der Wind weht (eher für die 5- bis 6-Jährigen)
- Verwendung von Notizen, um weiterzukommen
- eine Verknüpfung zu Bilderbüchern und Märchen herstellen: lesen und selbst entwerfen
- Falten, schneiden, zusammenfügen
- Ein Vorhaben bis zu Schluss durchführen
- Vergleiche mit den vorher verteilten Windrädern herstellen
- Die Materialien und Gegenstände auch in gestaltender Kunst einsetzen bzw. um Klänge und Geräusche zu erzeugen
Material
Der/die Erzieher/in sollte ganz besonders auf die Sicherheit der Kinder achten, wenn es um das Herumhantieren mit Plastiktüten oder den Einsatz von technischen Gegenständen geht. Insbesondere bei der Verwendung von elektrischen Apparaten sollte der/die Erzieher/in die Sicherheitsvorschriften erklären und auf ihre Einhaltung achten.
 
Benötigtes Material: Windräder, Windsäcke, Fächer (kann man leicht selber machen), kleine Plastikboote (für die Badewanne), kleine Segelboote oder Segelwagen, einen Windmesser, einen Wetterhahn (sich evtl. an die Grundschullehrer/innen wenden), Luftballons, Pumpen, Föns und Ventilatoren (nur unter Aufsicht des/der Erzieher/in verwenden).
Für die Bastelarbeiten werden Holzstäbe, Pappe, Perlen (für die Windräder), Formen aus Karton, bunte Stoffe und Materialien unterschiedlichster Art (für die Vogelscheuche), Scheren, Klebe usw. benötigt.

Einführung

Wenn die Kinder sich zum ersten Mal mit dem Thema Wind beschäftigen, werden zunächst ihre Vorkenntnisse im mündlichen Austausch im Rahmen der gesamten Klasse gesammelt.
Beispiele von Antworten auf die Fragen "Was ist Wind?", "Woher weiß man, dass es weht?":
- "Wind, das ist, wenn die Bäume sich bewegen."
- "Das ist, wenn es kalt ist."
- "Der Wind schiebt die Blätter weg."
- "Der Wind bringt die Bäume zum Wackeln."
- "Wenn der Wind kommt, dann fallen die Blätter runter."
- "Die Luft, das ist der Wind."
Ausgehend von diesen Formulierungen, kann der/die Erzieher/in – in Anlehnung an die Ziele der [französischen] Lehrpläne – mehrere Fragestellungen hervorheben:
- sinnliches Erkunden des Windes;
- Nachweis, dass Wind bewegte Luft ist;
- Einsatz verschiedener Gegenstände im Wind. Dazu kann man auf Vorschläge der vorherigen Unterrichtseinheit, "Der Wind, Luft in Bewegung – für die 3- bis 5-Jährigen", zurückgreifen, was zu einer gemeinsamen Grundlage von Wissen und Können führt, auf die man sich dann bei den nachfolgenden Untersuchungen beziehen kann.
Das sinnliche Erforschen der Wirkung von Wind auf einen selbst, auf andere, auf beobachtbare Gegenstände der näheren oder entfernteren Umgebung ist ein notwendiger Zwischenschritt. Die eher für die jüngeren Kinder vorgesehenen Unterrichtsstunden können bei den älteren schneller durchgeführt werden.

Unterrichtsstunde 1. Wie wirkt der Wind auf unterschiedliche Gegenstände?

Die untersuchten Gegenstände können Teil der vertrauten Umgebung der Kinder sein, man sollte jedoch nicht zögern, auch andere – während der Einführungsstunde noch nicht angesprochene – Gegenstände einzuführen, insbesondere solche, die üblicherweise Windkraft nutzen oder anzeigen: Windräder, Segelboote (in mit Wasser gefüllten Plastikwannen), Windsäcke, Windmesser... Sie alle können als Untersuchungsobjekte bei den Erforschungen der Kinder dienen. Es können bei dieser Gelegenheit aber auch technische Aufbauten von älteren Grundschüler/inne/n getestet werden.

Die möglichen Auswirkungen des Windes vorhersehen

Die Kinder sagen – erst alle zusammen, dann jeder einzeln – voraus, welche möglichen Auswirkungen der Wind auf die Gegenstände haben wird. Der/die Erzieher/in hilft bei der Formulierung und ergänzt den Wortschatz, um insbesondere weniger vertraute Dinge zu bezeichnen (Windmesser, Windsack). Er/sie schreibt die Vorschläge der Kinder auf (für jeden Gegenstand auf ein eigenes kleines Plakat zum Beispiel), indem er/sie die vorausgesagten Beobachtungen so weit wie möglich schematisiert, damit die Annahmen, die es zu prüfen gilt, für die Kinder "lesbar" sind.

Experimentieren und die Beobachtungen einordnen

Die Kinder, in kleine Gruppen aufgeteilt, beobachten draußen im Wind das Verhalten ihres Gegenstandes und überlegen sich, wie sie ihre Beobachtungen so genau wie möglich den anderen mitteilen werden.
Der/die Erzieher/in hilft bei der Wortwahl. Jede Gruppe sollte mehrere Gegenstände beobachten.
Zurück im Klassenraum versucht jede Gruppe die Gegenstände, je nach beobachtetem Verhalten, in Kategorien einzuteilen. Dies kann auf einem Plakat festgehalten werden. Es gibt Gegenstände, die:
- fliegen oder wegfliegen (Blätter, Stofffetzen, Federn);
- sich drehen (Windräder, Windmesser);
- sich aufblähen (Tüten, Windsäcke);
- sich schwimmend oder rollend vorwärts bewegen (Tischtennisbälle, Segelboote, Segelwagen).

Foto: Kinder laufen mit verschiedenen Gegenständen über den Schulhof

Abb. 1: Ausprobieren der angefertigten Gegenstände

Ergebnis

Die verschiedenen Beobachtungen werden miteinander verglichen und den vorher schriftlich festgehaltenen Vorhersagen gegenübergestellt.
Da die Zusammenfassung der Ergebnisse mit der ganzen Klasse stattfindet, ist der Übergang zur nächsten Unterrichtsstunde einfach. Es werden Vorschläge der Kinder aufgegriffen, die dazu dienen, eine Aussage zu überprüfen oder einen Punkt zu klären, über den sie sich nicht einig sind.

Unterrichtsstunde 2. Wie kann man Wind im Klassenraum erzeugen? Wie kann man Gegenstände in Bewegung setzen, ohne sie anzufassen?

Lösungen vorhersehen?

Der/die Erzieher/in hilft den Kindern bei der Formulierung ihrer geplanten Tätigkeiten. Er/sie kann auch hier wieder alle Vorschläge, die für einen Gegenstand gemacht werden, auf einem eigenen kleinen Plakat festhalten.
Beispiele für Antworten der Kinder auf die Frage "Wie kann man diese Gegenstände in Bewegung setzen, ohne sie anzufassen?":
- Das Windrad: "Man muss rennen und pusten, damit es sich dreht."
- Das Boot: "Um das Boot voranzutreiben, muss man pusten, das Rad zum Drehen bringen, man muss um das Boot herumgehen, um zu pusten und es vorankommen zu lassen, ein Blatt Papier hin und her bewegen, oder die Hand hin und her bewegen, die Hand drehen".
- Der Windsack: "Wir werden ihn anpusten, man muss ihn hin und her bewegen."
- Der Windmesser: "Man muss rennen, man muss pusten."

Die vorgeschlagenen Lösungen testen

Es ist sinnvoll, die Klasse in genauso viele Gruppen aufzuteilen, wie Gegenstände vorhanden sind, die man untersuchen möchte, wobei jedem Kind ein Gegenstand zur Verfügung stehen sollte. Den Untersuchungen gehen folgende Anweisungen voraus:
- Die Gruppen sollen zu einem bestimmten, von dem/der Erzieher/in festgelegten Zeitpunkt ihre Gegenstände tauschen (sodass jedes Kind jeden Gegenstand untersuchen kann);
- jedes Kind soll eine der vorgeschlagenen Möglichkeiten auswählen und diese dann prüfen. Man wird jedoch darauf achten, dass eine ungeplante Untersuchung nicht deshalb ausgeschlossen wird, nur weil die Idee dazu erst im Laufe der Unterrichtsstunde aufkommt.
Während die Kinder mit den Gegenständen herumhantieren, ermuntert und hilft der/die Erzieher/in ihnen, das, was sie gerade machen, und die beobachteten Ergebnisse mitzuteilen. Er/sie fotografiert die Tätigkeiten der Kinder und die erzielten Wirkungen.

Sich austauschen

Eine erste Zusammenfassung der Ergebnisse direkt nach dieser Phase des experimentellen Untersuchens, versetzt die Kinder in die Lage:
- mündlich ihre Beobachtungsergebnisse zu kommunizieren; die Ergebnisse, wenn nötig, durch Vorführen zu untermauern;
- die verschiedenen Beobachtungen untereinander und mit ihren Annahmen zu vergleichen; zu diskutieren, um eventuell auf neue Fragestellungen zu kommen, die im Laufe weiterer Untersuchungen erforscht werden können.

Foto: Kinder erzeugen mit einer Pumpe oder einem Windrad Wind

Abb. 2: Mit einer Pumpe oder einem Windrad Wind erzeugen

Einige Beobachtungen der Kinder

Der Windsack:
- Wir sind gerannt, der Windsack ist schön gerade.
- Wenn man ganz stark pustet, bewegt er sich ein bisschen.
- Wenn man ihn ganz doll hin und her bewegt, richtet er sich waagerecht auf.
Der Windmesser:
- Wenn man ihn anpustet, dreht sich der Windmesser.
- Wenn man rennt, dreht er sich nicht.
Das Windrad:
- Wie sind gerannt, es hat sich gedreht.
- Wir haben senkrecht auf das Windrad gepustet, es hat sich nicht gedreht.
- Wir haben von der Seite darauf gepustet, es hat sich gedreht.
- Wir haben es nach draußen gehalten (wo ein kleiner Wind wehte), es hat sich gedreht.
Das Segelboot:
- Ich habe gepustet, das Boot ist ein bisschen vorangekommen.
- Ich habe ganz stark auf das Boot geblasen, ich habe das Wettrennen gewonnen.
- Ich habe meine Hand hin und her bewegt, das Boot ist ein bisschen vorangekommen.
- Ich habe gepustet, das Boot ist (am Wannenrand) hängen geblieben.
- Ich habe (mit der Hand) an dem Rad des Bootes gedreht, das Boot ist nicht vorangekommen.

Ergebnis

Mit dieser Unterrichtsstunde können:
- frühere Beobachtungen wiederholt werden. Mit Hilfe der aufgenommenen Fotos (die dafür geeigneter sind als Zeichnungen) wird sortiert, je nach ausgeübter Tätigkeit (pusten, rennen, der Wind) und beobachteter Wirkung (drehen, vorankommen, sich erheben);
- die beobachteten Ergebnisse interpretiert werden: Wenn man die Hand hin und her bewegt, kommt das Boot voran. Von dieser Beobachtung ausgehend kann es zu folgender Art von Wortwechsel kommen: "Warum? Was macht, dass es sich bewegt? Mit der Hand erzeugt man Wind. – Woher kommt dieser Wind? Aus dem Hof", aber alle Türen sind geschlossen. "Von der Hand", aber wenn man sie nicht mehr bewegt, spürt man die Luft nicht. – "Warum spürt man die Luft auf seinem Gesicht, wenn man die Hand hin und her bewegt? Weil die Hand die Luft bewegt und damit Wind erzeugt."
Man kann zum Schluss ein neues Experiment machen. Jedes Kind sucht sich einen Gegenstand aus, mit dem es dann feststellen wird, dass es auf das Gleiche herauskommt (man erzeugt in beiden Fällen Wind), ob man nun die Luft in Bewegung setzt oder den Gegenstand in der Luft bewegt;
- neue Fragestellungen aufgeworfen werden. Einige werden gleich im Anschluss für weitere Unterrichtsstunden aufgegriffen. Dabei geht es um das Pusten und um das "Zuführen von Luft" (Luft zufächeln, belüften,...).

Unterrichtsstunde über das Pusten

Überlegungen und Beobachtungen zum Pusten

Während der zweiten Unterrichtsstunde mussten die Kinder das Pusten üben. Man kann nun Überlegungen und Beobachtungen zum Pusten anstellen:
- "Was passiert, wenn man pustet? Man erzeugt mit seinem Mund einen Luftstrom, der das Boot oder das Windrad in Bewegung setzt."
- "Woher kommt diese Luft, die aus dem Mund austritt? Aus dem Bauch." Die Kinder erwähnen in diesem Zusammenhang die Atemübungen, die sie während der Musikstunde machen. Man kann mit den Kindern die einzelnen Vorgänge und Bewegungen beim Atmen betrachten. Der Körper nimmt Luft auf (atmet ein) und man kann beobachten, wie sich der Brustkorb (da, wo die Lungen sind) hebt, weil die Luft in den Körper gegangen ist. Wenn die Luft wieder herauskommt, pustet man.

Überlegungen und Beobachtungen zur Kraft des Pustens oder der bewegten Luft

Es werden Fragen zur die "Kraft"[1] des Pustens oder der bewegten Luft gestellt: "Ich habe ganz stark gepustet und das Boot ist ganz schnell vorangekommen."
Es sei auf die Unterrichtseinheit "Der Wind, Luft in Bewegung – für die 3- bis 5-Jährigen" verwiesen, für eine Auswahl an "Aktivitäten", die man je nach Kenntnissen der Kinder anpassen sollte.
Weitere Beobachtungen verdeutlichen die Verbindung zwischen der Kraft des Pustens und dessen Auswirkungen: Man kann zum Beispiel identische Luftballons nehmen, die alle schön prall aufgepustet sind und die an ihrer Öffnung mit Schlauchstücken unterschiedlichen Durchmessers verbunden sind (dünne, mittlere und dicke). Wenn damit die Segelboote angepustet werden, werden sie alle mit unterschiedlicher Geschwindigkeit vorankommen. Durch die Beobachtung und den Vergleich der unterschiedlichen Luftballon-Schlauch-Vorrichtungen kann der/die Erzieher/in die Kinder dazu führen, einen (qualitativen) Zusammenhang herzustellen der Art: "Je dicker der Schlauch ist, umso mehr Luft kommt heraus und umso stärker wird das Boot angepustet. Es kann dann schneller vorankommen."
Diese zusätzliche Untersuchung kann durch den/die Erzieher/in selbst vorgeführt werden oder durch einige Kinder, die ausgesucht wurden, um dem/der Erzieher/in bei den Experimenten zu assistieren.

Überlegungen und Beobachtungen über Apparate, die Wind machen

Wenn man draußen ein Windmesser benutzt, können die verschiedenen "Windstärken" beobachtet werden. Beim Herumexperimentieren mit diesem Instrument im Klassenraum wurde festgestellt, dass je stärker man pustete, desto schneller drehte sich der Windmesser und je mehr wurde er angehoben. Der/die Erzieher/in kann nun erklären, wie dieses Gerät verwendet wird und wie es funktioniert und die Kinder werden es im Laufe der kommenden Tage draußen ausprobieren.
Diese Frage nach der Kraft des Pustens oder der bewegten Luft kann die Kinder dazu bringen, nach anderen Methoden zu forschen, um "viel Wind in der Klasse zu erzeugen" und um zum Beispiel eine Segelregatta zu organisieren.

Zwei Fotos: Segelboote werden vorangetrieben und ein Plakat erstellt

Abb. 3: Wie kann man das Boot vorwärts treiben?

Die Kinder suchen in ihrer vertrauten Umgebung nach Gegenständen oder Apparaten, mit denen man "stark pusten" kann. Sie suchen unter anderem in Katalogen, auf Fotos und überprüfen Geräte, die der/die Erzieher/in vorgeschlagen hat. Dies ist der richtige Zeitpunkt, um weniger bekannte technische Geräte einzuführen: Pumpen, Föns, Blasebälge...
Die ausgewählten Objekte werden von der Klasse getestet. Die elektrischen Geräte werden nur von dem/der Erzieher/in betrieben (das ist die Gelegenheit, die von elektrischen Apparaten ausgehenden Gefahren anzusprechen). Die anderen Geräte werden von den in kleinen Gruppen aufgeteilten Kindern untersucht. Sie sind beauftragt worden, die Wirksamkeit (Geschwindigkeit der bewegten Luft) der verschiedenen Geräte zu vergleichen.
Man kann letztendlich zu einer Rangliste kommen: Vom Gerät, das am stärksten bläst und das das Boot am schnellsten vorantreibt bis zum Gerät, das am wenigsten stark bläst und das Boot weniger schnell vorankommen lässt.

Unterrichtssunde über das "Zuführen von Luft"

Andere Gegenstände oder Geräte, die nicht blasen oder pusten, haben jedoch auch die gleiche Wirkung gezeigt, sie haben "Wind gemacht", indem sie die Luft in Bewegung versetzt haben. Im Rahmen einer kurzen Unterrichtseinheit kann man mit diesen Geräten experimentieren, indem man auch hier wieder ihre Auswirkungen auf alle oder einen Teil der bereits bekannten Gegenstände untersucht. Beim Studieren der Funktionsweise der Apparate kann man beobachten, dass sie "Wind erzeugen":
- indem sie Luft (hin und her) bewegen (Ventilator, Fächer);
- oder indem sie Luft "aufnehmen" und wieder "ausspucken" (Pumpen, Atmen).
Die Kinder können beobachten (oder man sagt es ihnen), dass diese Geräte überall funktionieren, weil die Luft, die sie "verbrauchen" überall um uns herum ist.
Der/die Erzieher/in knüpt so an die Unterrichtseinheit "Ist Luft Materie?" an.

Mögliche Erweiterung: Bastelstunden

Mit den 4- bis 5-Jährigen Windräder basteln

Hier kann man mit Hilfe einer schriftlichen Anleitung einen persönlichen Gegenstand anfertigen, mit dem man eine ganze Reihe von Untersuchungen durchführen kann, die weiter oben beschrieben wurden. Man kann mit ihm auch auf dem Schulhof spielen (mit oder ohne Wind) und ihn mit nach Hause nehmen.

Mit den 5- bis 6-Jährigen eine Vogelscheuche anfertigen

Wozu eine Vogelscheuche gut ist, wird den Kindern anhand von Märchen, Bilderbüchern, Fotos oder Miniaturvogelscheuchen erklärt.
Die Vogelscheuche sollte sich beim kleinsten Windhauch bewegen und sichtbare oder akustische Signale von sich geben, die mit wachsender Windstärke stärker bzw. lauter werden. Die zum Basteln der Vogelscheuche verwendeten Gegenstände und Materialien werden mit Hilfe der "Wind erzeugenden Geräte" getestet.
Man kann – je nach vorhandenem Material – zur Anfertigung der Vogelscheuche alles Mögliche verwenden: Vom Windmesser, über kleine Glöckchen bis hin zu kleinen Metallpapierstreifen usw.
Die Vogelscheuchen können dann auf dem Schulhof oder im eigenen Garten eingesetzt werden oder – falls die Gärtner/innen einverstanden sind – in öffentlichen Beeten!

"Blase, Wind, blase
Lass die Wolken tanzen
Und die Haare der braven Kinder

Blase, Wind, blase
Nimm die Blätter mit
Und den Hut des Gärtners
Fff!

Weiterführende Quellen

Sachbücher

Bilderbücher

Audio-CD

DVDs

Spiele und Experimentierkästen

Internetseiten


 

Fußnoten

1: Im alltäglichen Sprachgebrauch spricht man meistens von der "Kraft" des Windes oder von "Windstärke". Der wissenschaftlich korrekte Audruck ist "Windgeschwindigkeit".

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